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2019/06/12

Großartige Neuigkeiten

Schon fast ein Jahr ist es nun her, seitdem ich hier auf meinem Blog den letzten Beitrag verfasst habe. In dem vergangenen Jahr ist viel Neues und Aufregendes passiert. Ich habe mir mehrere Unterstützungsangebote für Menschen mit Autismus angesehen, tatsächlich einen Job gefunden und bin endgültig von Zuhause ausgezogen. Aber Eines nach dem Anderen. :)



Alles fing damit an, dass ich im Juni letzten Jahres, kurz nachdem ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde, zwei Beratungsgespräche im Zentrum für Autismus-Kompetenz, auch ZAK genannt, in Hannover gehabt und mich dort über meine weitere Zukunft beraten lassen habe. Der Wunsch nach einem Job und dem Wiedereinstieg in das Berufsleben nach über sechs Jahren Arbeitsunfähigkeit wurde nämlich immer größer. Für diesen großen Schritt benötigte ich jedoch etwas Hilfe, um die bevorstehenden Bewerbungsgespräche und alles, was noch so dazugehört, meistern zu können. Deshalb habe ich mich entschieden gehabt, nachdem ich zwischenzeitlich auch ein Beratungsgespräch bei SALO+PARTNER in Hannover hatte, an dem Coaching vom ZAK teilzunehmen und die Kostenübernahme dafür über die Eingliederungshilfe zu beantragen. Ich habe mich nämlich auf Anhieb sehr wohl im ZAK gefühlt und war begeistert von dem vielfältigen und individuellen Angebot dort. Und auch die Gründerin und Leiterin vom ZAK, mit der ich gesprochen habe, war sehr freundlich, einfühlsam und verständnisvoll. Solchen Menschen begegnet man leider nur noch selten. Denn ich muss zugeben, dass ich, vor allem in den letzten Jahren, doch sehr häufig auf Ablehnung und Unverständnis gestoßen bin, was meine Behinderung betrifft.

Nichtsdestotrotz habe ich weiterhin jeden Tag fleißig Ausschau nach Jobs gehalten, die zu mir passen könnten. Und so bin ich auch Ende September auf die Internetanzeige meines absoluten Lieblingsbäckers gestoßen, die für ihre Produktion noch eine Reinigungskraft in Teilzeit suchten. Eigentlich wollte ich dort per Mail erst einmal nur ein paar Fragen zu dem ausgeschriebenen Job klären, doch es landete prompt eine Einladung zu einem Telefongespräch in meinem Postfach. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, wie groß die Aufregung war! Daraufhin habe ich mich dann durch mehrere Telefongespräche, ein Bewerbungsgespräch und einen Probearbeitstag gekämpft und den Job tatsächlich ergattern können. Und das alles ganz alleine! Diese Chance konnte ich mir einfach nicht entgehen lassen. Mittlerweile arbeite ich nun schon über neun Monate in der Bäckerei und bin dort im April sogar fest übernommen worden. Denn ich konnte dort schon gleich im Oktober anfangen. Darüber bin ich sehr glücklich und stolz! Ich arbeite in der Bäckerei 30 Stunden in der Woche, jeweils fünf Stunden am Tag. Auch an den Samstagen. Die ersten drei Stunden bin ich in der Spülecke tätig und wasche mithilfe einer großen Spülmaschine sämtliche Bleche, Körbe und Kisten durch. Die restlichen zwei Stunden helfe ich dann in der Produktion mit und mache dort die Türen von den Kühlzellen und dem Gärraum oder auch die Regale sauber. Hat ein Mitarbeiter aus meinem Team Urlaub oder ist krank, dann helfe ich auch oft mit, den Boden dort sauber zu machen. Das mag für den Einen oder Anderen vielleicht sehr eintönig klingen, aber mir macht es Spaß. Vor allem, die große Spülmaschine zu bedienen. :)

Der Sozialpsychiatrische Dienst hat sich zwischendurch auch bei mir gemeldet und mich, nachdem ich wieder einmal etliche Fragebögen ausfüllen musste, im November zu einer Hilfekonferenz eingeladen, in der wir dann gemeinsam alles Weitere besprochen haben. Ich habe mich jedoch aufgrund meines neuen Jobs letztendlich gegen das Coaching vom ZAK entschieden. Ich kann mich aber jederzeit wieder beim Sozialpsychiatrischen Dienst sowie beim ZAK melden, wenn ich in irgendeiner Form Unterstützung benötige. Und so landete im Januar dann letztendlich der Ablehnungsbescheid in unseren Briefkasten.

Und dann wäre da noch mein Auszug von Zuhause. Seit Anfang März bin ich nämlich komplett von Zuhause ausgezogen und wohne nun gemeinsam mit Marc in unserer Drei-Zimmer-Wohnung in einem kleinen Dörfchen in der Nähe von Hannover. Seit Anfang März ist Marc nämlich wieder aus Berlin zurück und wir können endlich wieder unseren Alltag gemeinsam bestreiten.

Nichts ist also unmöglich! Trotz Behinderung! Oder vielleicht auch gerade deswegen! Wie hat Astrid Lindgren einmal gesagt:

„Lass dich nicht unterkriegen! Sei frech und wild und wunderbar.“

Nadine

2018/06/07

Eigenlob stinkt ... NICHT!

Seit Ende April ist Marc wieder für ein paar Wochen zuhause, um hier in Hannover den praktischen Teil seiner Ausbildung zu absolvieren. Den ersten größeren Theorieblock in Berlin haben wir somit bereits hinter uns gebracht! Die letzten Wochen und Monate sind zum Glück super schnell vergangen. Viel, viel schneller als gedacht! Und auch, wenn die letzten Wochen und Monate nicht immer einfach gewesen sind, vor allem am Anfang nicht, bin ich in dieser Zeit mächtig über mich hinausgewachsen und habe Einiges geschafft, was ich vorher noch nicht geschafft habe oder mir nur selten zugetraut habe.

Ich habe zum Beispiel …

  • all meine Arzttermine ganz alleine gemeistert. Besonders stolz bin ich auf den Termin beim Lungenarzt und auf die vielen Termine beim Neurologen.
  • mehrere Rezepte für Medikamente in der Apotheke eingereicht.
  • mich jeden Montagmorgen auf das Neue in den total überfüllten Bus zu der Ergotherapie hineingewagt.
  • zum ersten Mal ganz alleine bei der Ergotherapie zurückgerufen, nachdem diese bei mir angerufen hatten, um einen Termin zu verschieben.
  • mehrere Verordnungen für die Ergotherapie bei meinen Psychiater abgeholt.
  • meine beste Freundin spontan im Krankenhaus besucht, obwohl ich weder den Weg dorthin kannte, noch das Krankenhaus.
  • angefangen, der Tochter von unseren ehemaligen Nachbarn einmal in der Woche Nachhilfe in Französisch zu geben.
  • mehrere Päckchen und Pakete angenommen.
  • mit der tatkräftigen Unterstützung von Marc und meiner Mama den Umzug in unsere erste gemeinsame Wohnung innerhalb nur eines Tages gemeistert.
  • mich und Marc mit der Hilfe meines Papas umgemeldet.
  • die Elektriker von der Wohnungsgesellschaft in unsere Wohnung hereingelassen, damit diese unsere Steckdosen kontrollieren konnten.
  • mehrmals den Wochenendeinkauf für Marc und mich mit der Hilfe meiner Mama erledigt. Mama hat dann für Papa und sich eingekauft und ich habe für Marc und mich eingekauft.
  • zum ersten Mal ganz alleine Hackfleisch an der Fleischtheke gekauft und dieses auch ganz alleine angebraten. Bisher habe ich mich nämlich immer sehr schwer mit dem Geruch und dem Aussehen von rohem Fleisch getan.
  • den Techniker von der Telekom in unsere Wohnung hereingelassen, damit dieser unseren Zugang zum Internet freischalten konnte.
  • ganz alleine den Frisör gewechselt, nachdem mein gewohnter Frisörsalon leider völlig unverhofft schließen musste.
  • meine neue Adresse auf meiner Versichertenkarten mit der Hilfe meines Papas bei der Krankenkasse ändern lassen.
  • ganz alleine bei meiner Neurologin angerufen, um mich noch einmal nach meinen Blutergebnissen zu erkundigen, auf die ich schon über drei Wochen gewartet habe.
  • ganz alleine im Reisezentrum der Bahn nach einer alternativen Zugverbindung gefragt, als mein Zug Richtung Oberammergau von einem auf den anderen Moment komplett ausgefallen ist.
  • ganz alleine das Erstgespräch bei der Logopädie gemeistert.

Und noch vieles, vieles mehr!

Ich bin wirklich wahnsinnig stolz auf mich, was ich in den letzten Wochen und Monaten alles geschafft habe! Das sind für mich riesengroße Fortschritte, die ich gemacht habe! Und das in einem so kurzen Zeitraum! :) Ab und zu muss man sich eben auch mal selbst auf die Schulter klopfen und sich für all die Dinge, die man geschafft hat, loben. Und genau das wollte ich mit diesem Beitrag tun. Denn Eigenlob stinkt … NICHT! Streicht diesen veralteten Satz bitte ganz, ganz schnell aus euren Köpfen. :)

Im Juli geht es dann für Marc und mich in die zweite Runde. In diesem Zeitraum wird Marc sich dann erneut für einige Wochen und Monate auf den Weg nach Berlin machen müssen, um dort den nächsten größeren Theorieblock seiner Ausbildung zu absolvieren, sodass wir wieder erst einmal zwangsläufig eine Wochenendbeziehung führen müssen. Doch dieses Mal wissen wir ja halbwegs, was auf uns zukommen wird. Spannend bleibt diese Zeit trotzdem.

Nadine

2018/03/27

Die letzten vier Verordnungen Ergotherapie

Es ist schon eine ganze Weile her, seitdem ich hier auf dem Blog das letzte Mal über meine Ergotherapiestunden geschrieben habe. Mittlerweile habe ich schon wieder ganze vier weitere Verordnungen Ergotherapie, also über 40 (!) Stunden, hinter mir und bereits mit der zwölften Verordnung Ergotherapie angefangen. Deshalb wird es mal wieder Zeit für ein kleines Ergotherapie-Update hier auf dem Blog. Wer gerne noch einmal meinen Beitrag über die beiden Verordnungen Ergotherapie davor lesen möchte, der kann das gerne hier tun. Ansonsten lest ihr einfach hier weiter. :)

Fuchs aus Holz

Während der achten und neunten Verordnung Ergotherapie haben meine Ergotherapeutin und ich angefangen, über meine bevorstehende Schlafsituation zu sprechen. Ich habe nämlich schon seit meiner Kindheit immer wieder mit Schlafstörungen und Panikattacken in der Nacht zu kämpfen, mich aber all die Jahre immer irgendwie so durchgemogelt. Doch nun, wo Marc aufgrund seiner Ausbildung mehrmals mehrere Wochen und Monate hintereinander weg sein wird, muss ich das erste Mal seit langem wieder ganz alleine schlafen. Das hat mir – neben der Tatsache so lange von Marc getrennt zu sein und erst einmal wieder nur eine Wochenendbeziehung zu führen – eine ganze Zeit lang ziemlich große Sorgen bereitet. Meine Ergotherapeutin hat dann, nachdem wir lange darüber gesprochen haben, wovor ich eigentlich Angst in der Nacht habe, gemeinsam mit mir überlegt, was ich in der Nacht brauchen könnte, damit ich weniger Angst habe und besser schlafen kann. Daraufhin habe ich mir zum Beispiel ein neues Nachtlicht oder auch ein neues Seitenschläferkissen zugelegt. Zudem hat sie mir ein paar Meditations- und Atemübungen zur Entspannung gezeigt, die ich vor dem Schlafengehen durchführen kann. Und auch mit meinem Psychiater habe ich über dieses Thema noch einmal gesprochen. Dieser hat mir dann noch einmal ein paar goldene Schlafregeln erklärt, wie zum Beispiel vor dem Schlafengehen noch einmal kurz Stoßlüften oder auch in der Nacht nicht auf die Uhr schauen, wenn ich wach werde, und mir ein Neuroleptikum zur Unterstützung verschrieben. Und so war ich dann ganz gut für die ersten bevorstehenden Nächte alleine gewappnet – auch, wenn diese ganz schön anstrengend waren! Zudem habe ich viel Zeit im Werkraum der Praxis verbringen dürfen und fleißig an einem Fuchs aus Holz gewerkelt. Die einzelnen Teile von dem Fuchs habe ich zuerst mithilfe von einem speziellen Pauspapier von der Vorlage auf das Holz übertragen und diese dann mit der großen Tretsäge der Praxis ausgesägt. Danach habe ich die Holzteile dann noch mit brauner, weißer und schwarzer Acrylfarbe bemalt und alles mit Holzleim zusammengeklebt. Die Augen habe ich mit einem schwarzen Edding aufgemalt. Ich bin richtig stolz auf mein Werk!

Außerdem habe ich in diesem Zeitraum meine zweite und dritte Vertretungsstunde bei der Ergotherapie gehabt, da meine Ergotherapeutin zweimal kurz hintereinander nicht da gewesen ist. Doch meine Ergotherapeutin hat sich wieder bemüht, eine Ergotherapeutin zu finden, die nicht nur menschlich gut zu mir passen könnte, sondern auch möglichst am selben Tag und zur selben Uhrzeit, wie an meinem eigentlichen Termin, Zeit hat, um mir so die Angst und Aufregung vor den beiden bevorstehenden Vertretungsstunden etwas zu nehmen. Die Ergotherapeutin, bei der ich nämlich vor ein paar Wochen schon einmal eine Vertretungsstunde gehabt habe, erwartete zu diesem Zeitpunkt nämlich gerade ein Baby. :) Doch die andere Ergotherapeutin war auch sehr, sehr nett und super lustig drauf. Gemeinsam haben wir, nachdem ich erst einmal eine Runde ordentlich von dem SRT durchgerüttelt wurde, mehrere Runden Ligretto und Ubongo gespielt. Zudem durfte ich mal die verschiedenen Balance Boards der Praxis ausprobieren. Das war zuerst gar nicht so einfach, das Gleichgewicht darauf zu halten. Doch als ich erst einmal den Dreh raus hatte, wie ich darauf stehen muss, hat es mir richtig Spaß gemacht, diese zu benutzen!

Während der zehnten und elften Verordnung Ergotherapie wiederum haben meine Ergotherapeutin und ich dann mit dem sogenannten Metakognitiven Training angefangen, welches sie ein paar Wochen zuvor auf einer Fortbildung kennengelernt hat. Das Metakognitive Training besteht insgesamt aus acht Trainingseinheiten, sogenannten Modulen, und wird vor allem bei Menschen mit Depressionen, aber auch bei vielen anderen psychischen Erkrankungen, angewandt. Während so einer Trainingseinheit schauen wir uns dann gemeinsam mithilfe von einer PowerPoint Präsentation am Computer mit einem gewissen Abstand, sozusagen aus einer Satellitenposition, verschiedene Denkvorgänge an. Dabei beschäftigen wir uns besonders intensiv mit Denkmustern, die bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von Depressionen eine Rolle spielen, wie zum Beispiel die übertriebene Verallgemeinerung, die Abwehr des Positiven oder auch das Alles-oder-nichts-Denken, und bearbeiten anschließend verschiedene Übungsaufgaben mündlich und schriftlich dazu, um mögliche Alternativen zu diesen Denkmustern zu entwickeln. Ein Beispiel für ein solches Denkmuster, wie die Abwehr des Positiven, wäre zum Beispiel, dass ich für etwas gelobt werde, ich mir aber so etwas denke wie: „Der andere versucht mir nur zu schmeicheln.“ oder auch „Das sieht nur der so.“. Dabei könnte ich auch das Lob als Geschenk betrachten und mich einfach nur darüber freuen, ohne gleich etwas Negatives darin zu sehen. Ich muss gestehen: Anfangs fiel es mir ziemlich schwer, mich mit den einzelnen Modulen auseinanderzusetzen und vor allem die Übungsaufgaben dazu zuhause alleine zu bearbeiten, da ich große Schwierigkeiten gehabt habe, die Aufgaben gleichzeitig zu lesen, zu verstehen und eigene Beispiele dazu zu finden. Diese beinhalteten nämlich für mich als Autistin oftmals zu viele Informationen auf einmal und waren dadurch so für mich viel zu unübersichtlich. Außerdem steht mir bei solchen Dingen leider oft mein Perfektionismus im Weg. Doch mittlerweile bin ich etwas geübter darin und schaffe es von Modul zu Modul besser, die Übungsaufgaben zuhause alleine zu bearbeiten. Und alles, was mir zu unübersichtlich oder auch zu unverständlich ist, fasse ich einfach noch einmal in für mich übersichtlicheren und verständlicheren Worten zusammen. Zudem habe ich in der Werkstatt der Praxis neben dem Metakognitiven Training noch einen weiteren Fuchs aus Holz angefertigt, weil mir das Arbeiten mit dem Holz vor ein paar Wochen so viel Spaß gemacht hatte. Der zweite Fuchs ist jedoch, im Gegensatz zu dem ersten Fuchs, noch etwas größer geworden und hat noch einen weißen Bauch dazu bekommen. Nun habe ich einen großen und einen kleinen Fuchs, die ich in unserer Wohnung mit einem hübschen Band aus Stoff oder auch aus Heidekraut dekorativ nebeneinander stellen kann. :)

Nadine

2017/12/21

Unser Umzug in unsere erste gemeinsame Wohnung

Endlich ist der Umzug in die neue Wohnung geschafft! Seit Anfang Dezember wohnen Marc und ich nun anstatt in einer Zwei-Zimmer-Dachgeschosswohnung in einer Drei-Zimmer-Dachgeschosswohnung. Unserer ersten richtigen gemeinsamen Wohnung! Den kompletten Umzug haben Marc und ich gemeinsam mit meiner Mama innerhalb von 12 Stunden gemeistert und zusammen sämtliche Kisten und Möbel mithilfe eines geliehenen Transporters und Mamas kleinem Auto in die neue Wohnung gebracht. Marc und ich haben nämlich leider erst am Umzugstag die Schlüssel für die neue Wohnung bekommen. Doch Dank der tatkräftigen Unterstützung von meiner Mama haben wir es geschafft, innerhalb eines Tages, die alte Wohnung komplett leer zu räumen und diese anschließend noch einmal gründlich sauber zu machen.

Ich muss zugeben: Noch fühlt sich alles ganz neu und ungewohnt in der neuen Wohnung an, und es wird mit Sicherheit auch noch ein paar Tage dauern, bis ich mich an die neue Wohnung, die neuen Nachbarn oder auch die neue Umgebung gewöhnt habe, aber grundsätzlich fühle ich mich in der neuen Wohnung sehr wohl. Genauso wie Marc. :)

Und weil ich mich mal wieder nicht zwischen all den Bildern entscheiden konnte, die ich so nebenbei mit meiner Kamera gemacht habe, folgt deshalb nun im Anschluss eine kleine Bilderflut von unserem Umzug. Also nicht wundern. Deshalb wünsche ich euch nun:

Viel Spaß beim Ansehen der vielen Bilder!

Am Umzugstag machten meine Mama und ich uns gleich früh morgens daran, nachdem ich mich vor Aufregung leider einmal übergeben musste, all die Sachen in Kisten zu packen, die erst ganz zum Schluss eingepackt werden konnten, wie zum Beispiel die restlichen Küchensachen oder auch unsere ganzen Putzutensilien. Marc holte währenddessen den Transporter aus Hannover ab. Den größten Teil unserer Sachen haben Marc und ich nämlich schon fleißig an den Wochenenden davor zusammengepackt. Und auch das wieder weiß Streichen der farbigen Wände im Wohnzimmer, im Schlafzimmer und in der Küche haben wir schon an den Wochenenden davor nach und nach erledigt.

Kistenstapel

Als Marc dann wieder aus Hannover zurück war, machten wir uns sogleich daran den Transporter und auch Mamas kleines Auto mit sämtlichen Kisten und Möbeln vollzuladen und diese in die neue Wohnung zu bringen. Insgesamt haben wir den Transporter und Mamas kleines Auto an diesem Tag ganze vier Mal (!) ein- und ausgeladen. Wahnsinn, oder? Danach fuhren wir dann noch einmal Mal zurück in die alte Wohnung und haben dort vor der Wohnungsübergabe noch einmal gründlich die Küche und das Badezimmer sauber gemacht und die gesamte Wohnung noch einmal durchgesaugt.

Umzug

Umzug

Umzug

Marc hat übrigens richtig viel Spaß gehabt, mit dem Transporter, den wir uns für zwei Tage von Sixt für den Umzug ausgeliehen haben, durch die Gegend zu fahren. Am liebsten hätte er den Jumpy von Citroën einfach behalten. Der Jumpy ließ sich nämlich laut Marc richtig angenehm fahren. Aber Marc träumt ja sowieso von einem großen Auto als zukünftiges Familienauto.

Sixt Citroën Jumpy

Zwischendurch gab es dann für alle fleißigen Helfer eine kleine Stärkung von unserem absoluten Lieblibglingsbäcker. Von diesem belegten Brötchen haben wir uns das Umzugswochenende gefühlt nur ernährt. Aber das Dreikäsehoch von der Calenberger Backstube ist aber auch einfach mal verdammt lecker. :)

Dreikäsehoch Calenberger Backstube

Am Tag nach dem Umzug haben Marc und ich dann noch einmal die Gelegenheit genutzt und sind gemeinsam mit dem Transporter vormittags erst zum Wertstoffhof gefahren, um den ganzen Müll loszuwerden, der sich während des Umzugs so angesammelt hat, und dann haben wir uns weiter auf den Weg Richtung Ikea gemacht, um dort noch ein paar weitere neue Möbel zu kaufen. Nun sind, neben den zwei Nachtkästen und der Kommode, die wir ja im November schon gekauft haben, noch ein neues Bett, ein neuer Esstisch, vier neue Stühle und ein neues TV Board bei uns eingezogen.

Ikea Hannover Expopark

Ikea Hannover Expopark

Wieder zuhause angekommen, machte sich Marc dann gleich daran, den neuen Esstisch und die vier neuen Stühle aufzubauen, während ich Kaffeebecher, kleine Teller, Teelöffel, Kuchengabeln und Gläser aus den Kistenstapeln wieder zusammensuchte. Wir erwarteten nämlich nachmittags noch Besuch von meiner Mama und meinem Papa.

Möbel aufbauen

Zu diesem Zeitpunkt herrschte bei uns nämlich noch absolutes Kistenchaos. Doch zum Glück konnten wir all die Kisten erst einmal in dem dritten Zimmer loswerden, sodass wir in den anderen Räumen genügend Platz hatten, um unsere Möbel wieder aufzubauen und all die Kisten auszupacken.

Kistenchaos

Am späten Nachmittag kamen dann noch einmal meine Mama und mein Papa zu Besuch. Nachdem wir erst mit einem Glas alkoholfreien Sekt auf unsere neue Wohnung angestoßen und danach uns einen Becher Kaffee und ein Stückchen Streuselkuchen schmecken lassen haben, waren wir erneut fleißig in unserer neuen Wohnung zu Gange. Mein Papa und Marc haben unsere neuen Möbel weiter aufgebaut und meine Mama und ich haben noch einmal gründlich das Badezimmer und die Küche sauber gemacht. Allerdings wurde beim Öffnen der Sektflasche sogleich unsere neue Wohnung mit einer ordentlichen Sektdusche eingeweiht. Aber so eine Sektdusche soll ja angeblich Glück bringen. :)

Sektgläser

Marc hat es sogar am Umzugswochenende mit der Hilfe meines Papas und seinem neuen Akkuschrauber fast geschafft, all unsere Möbel wieder aufzubauen. Es musste nur noch die neue große Kommode im Schlafzimmer und das DVD-Regal aufgebaut werden. Ich habe währenddessen angefangen, die ersten Kisten auszupacken und all unsere Küchensachen in die Schränke und Schubladen der Küche einzuräumen, sodass wir diese wieder benutzen konnten.

Möbel aufbauen

Möbel aufbauen

Möbel aufbauen

Möbel aufbauen

Doch besonders habe ich mich auf das Auspacken der Kiste mit den neuen Sachen gefreut. Die letzten Monate habe ich nämlich immer mal wieder von meinem eigenen Geld ein paar Kleinigkeiten wie zum Beispiel einen Kaffeebereiter, einen Messbecher oder auch einen Dosenöffner für unsere neue Küche, die wir von unseren Vormietern abgekauft haben, bei Depot gekauft. Nun durfte ich endlich all die neuen Sachen auspacken. Das habe ich mir nämlich absichtlich bis ganz zum Schluss aufgehoben, damit ich etwas habe, worauf ich mich freuen kann.

Kisten auspacken

Kisten auspacken

Pünktlich zum ersten Adventssonntag fielen hier übrigens die ersten Schneeflocken vom Himmel. Das sah so schön aus! In bin schon jetzt ganz verliebt in den Ausblick aus unserem Wohnzimmerfenster!

Ausblick Wohnzimmerfenster

Mittlerweile sind unsere Möbel zum Glück alle wieder aufgebaut und all die Kisten soweit ausgepackt. Bis auf die Sachen, die noch keinen festen Platz haben oder später dann in das dritte Zimmer sollen. Doch diese werde ich dann im neuen Jahr weiter nach und nach auspacken. Ich habe es sogar noch geschafft, vor den anstehenden Weihnachtsfeiertagen die Wohnung ein bisschen weihnachtlich zu dekorieren. Und nun, wo endlich alles wieder soweit hergerichtet ist und die Weihnachtsdeko steht, kommen Marc und ich auch endlich so langsam in Weihnachtsstimmung und freuen uns immer mehr auf die anstehenden Festtage.

Weihnachtsmannfigur

In diesem Sinne wünsche ich euch ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in das neue Jahr. :)

Nadine

2017/11/20

Aller Anfang ist schwer

Mittlerweile ist Marc seit über zehn Wochen in Berlin. Wahnsinn, oder? Doch die ersten Tage und Wochen ohne Marc waren ehrlich gesagt alles andere als leicht für mich. Mal abgesehen davon, dass ich mich erst einmal wieder bei meinen Eltern zuhause einleben musste, habe ich mich zusätzlich der einen oder anderen ungeahnten Herausforderung in meinem neuen Alltag stellen und des Öfteren so manch kleinere oder auch größere Katastrophe erleben müssen.

Gleich an dem Tag, an dem sich Marc auf den Weg nach Berlin gemacht hat, habe ich zum Beispiel schon die ersten zwei Termine gehabt, die ich ganz alleine meistern musste. Zuerst habe ich einen Termin bei meinem Psychiater gehabt, um mit ihm endlich über meine Schlafprobleme zu sprechen und dafür hoffentlich eine Lösung finden zu können. Und gleich im Anschluss habe ich noch meinen wöchentlichen Termin bei der Ergotherapie gehabt. Doch schon auf dem Hinweg bin ich - warum auch immer – in den falschen Bus gestiegen und habe dies leider erst bemerkt, als der Bus in eine völlig andere Richtung gefahren ist, als ich eigentlich gemusst hätte. Ich hätte heulen können! Vor meinem inneren Auge habe ich mich schon den Termin bei meinem Psychiater absagen sehen. Und das obwohl ich doch so lange auf diesen wichtigen Termin gewartet habe! Denn mit dem nächsten Bus, der gefahren wäre, hätte ich es definitiv nicht rechtzeitig zu dem Termin geschafft. Zudem wusste ich kurzzeitig einfach nicht, was ich tun sollte. All meinen Mut zusammennehmen und den Busfahrer fragen, ob der Bus auch in dem Ort hält, in dem ich eigentlich hätte aussteigen müssen, dadurch unter Umständen aber auch riskieren, dass ich noch viel länger in die falsche Richtung fahre, oder an der nächst möglichen Haltestelle aussteigen und doch noch versuchen, meinen eigentlichen Bus zu erwischen, obwohl die Chancen - sagen wir mal - eher sehr bescheiden aussahen? Letztendlich habe ich mich dann doch für Letzteres entschieden und bin, nachdem ich einen kurzen, aber ziemlich heftigen Anflug von Panik halbwegs überwunden habe, an der nächst möglichen Haltestelle ausgestiegen und in einem Affentempo mit Tränen in den Augen zu der Haltestelle zurück gerannt, an der mein eigentlicher Bus halten würde. Und ich habe es tatsächlich noch gerade so geschafft diesen zu erwischen und so rechtzeitig den Termin bei meinen Psychiater wahrzunehmen! Auch wenn meine Energiebatterie zu diesem Zeitpunkt schon fast aufgrund dieses kleinen unfreiwilligen Abenteuers so gut wie aufgebraucht gewesen ist.

Und auch Marc und mein erstes gemeinsames Wochenende lief irgendwie völlig anders, als gedacht. Kennt jemand von euch zufällig den Film 500 Days of Summer? In dem Film gibt es eine Szene, in der sich der Hauptdarsteller namens Tom vorstellt, wie ein Treffen auf einer Party mit seiner über alles geliebten Summer ablaufen könnte, und gleichzeitig wird eingeblendet, wie das Treffen in Wirklichkeit abläuft. Genau so ist es bei Marc und mir an diesem besagten ersten gemeinsamen Wochenende wohl auch leider gelaufen! Ich habe nämlich die höchst romantische Vorstellung gehabt, dass Marc und ich uns bei unserem ersten Widersehen nur so in die Arme fallen werden und wir von da an jede Minute dieses Wochenendes gemeinsam miteinander verbringen würden, weil wir uns so sehr vermisst haben. Zudem wollte ich unbedingt an diesem Wochenende mit Marc seit langem mal wieder gemeinsam in das Fitnessstudio und endlich unser Wohnzimmer wieder aufräumen. Seitdem wir dort nämlich die Tage zuvor unsere Ordner mit all unseren wichtigen Unterlagen neu sortiert haben, sah es dort so aus, als ob eine Bombe eingeschlagen hätte. Doch letztendlich war Marc nach den ersten Tagen in Berlin einfach nur total müde und kaputt und zu kaum etwas zu bewegen. Er war noch nicht einmal dazu zu bewegen, die Abende noch eine Folge der Serie „Atypical“ auf Netflix zu schauen, obwohl wir beide die Serie sehr gemocht haben. Und auch ich war nach diesen doch sehr aufregenden ersten Tagen ohne Marc ziemlich schlecht gelaunt und bekam noch viel schlechtere Laune, als mir bewusst wurde, dass mein Plan für dieses Wochenende irgendwie nicht so ganz aufgehen wollte, wie ich mir das eigentlich vorgestellt gehabt habe. So schlechte Laune, dass ich letztendlich geradewegs in einen ziemlich heftigen Meltdown (Wutausbruch) geschliddert bin und Marc und ich uns dann auch noch währenddessen wegen irgendeiner Kleinigkeit in einer nie enden wollenden Diskussion verzettelt haben. Und damit war das Wochenende dann endgültig gelaufen! So haben Marc und ich letztendlich an diesem Wochenende weder etwas Sinnvolles gemacht, noch groß gemeinsam Zeit miteinander verbracht. Super!*

*Keine Sorge! Marc und ich haben uns noch an dem selben Nachmittag, als wir uns gestritten haben, wieder miteinander vertragen. Wir können nämlich zum Glück nie wirklich lange aufeinander böse sein! :)

Hinzu kam, dass ich die ersten Tage ohne Marc nur sehr schlecht schlafen konnte. Trotz Neuroleptikum, welches ich vorrübergehend von meinem Psychiater verschrieben bekommen habe. Ich war die ersten Nächte über ständig wach und habe vor Angst einfach kein Auge zubekommen. Deshalb liefen auch in den ersten Nächten meine Hörspiele in Dauerschleife. Und meine drei Nachtlichter mussten sowieso die ganze Nacht über an sein. Erholsamer Schlaf ist definitiv etwas anderes! So bin ich dann meistens schon morgens völlig übermüdet und überreizt in den Tag gestartet, was zugegebenermaßen ganz schön an meinen Kräften gezerrt hat. Und auch meine Laune war dadurch nicht gerade die Beste. Siehe oben. Öhöm.

Doch mittlerweile habe ich angefangen, mich halbwegs mit der neuen Situation zu arrangieren. Ich habe mich zum Glück wieder recht schnell bei meinen Eltern zuhause eingelebt und mich an deren Abläufe und Routinen gewöhnt. Neben meinem wöchentlichen Termin bei der Ergotherapie jeden Montag und momentan auch wieder alle zwei Wochen freitags, gehe ich mindestens einmal in der Woche in das Fitnessstudio, um mich dort etwas sportlich zu betätigen. Je nachdem, welche Termine sonst noch so in der Woche anstehen und wie ich mich so fühle. Ich habe nämlich nach wie vor noch den einen oder anderen Arzttermin zu meistern, da es mir gesundheitlich leider noch immer nicht so gut geht und ich gefühlt jede Woche etwas Neues anschleppe. Erst neulich habe ich mir zum Beispiel, als ich eine Kiste unter mein Bett schieben wollte, das linke Knie verdreht und musste deswegen spontan zum Kassenärztlichen Notdienst in das Krankenhaus, weil ich das Knie kurzzeitig nicht mehr belasten konnte. Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte. Zudem habe ich nun auch bei meinen Eltern zuhause feste Aufgaben im Haushalt übernommen. Ich mache zum Beispiel jeden Dienstag das Badezimmer sauber, wasche nebenbei all die Wäsche von meinen Eltern und mir und hänge diese zum Trocknen auf dem Wäscheständer auf und auch wieder ab oder koche auch jeden Donnerstagabend das Abendessen für meine Eltern und mich. Und die restliche Zeit schreibe ich dann immer fleißig an neuen Beiträgen für meinen Blog und teile in regelmäßigen Abständen immer mal wieder ein paar Alltagsmomente von Marc und mir auf Instagram. So vergeht die Zeit zum Glück meistens ziemlich schnell, bis Marc am Freitagnachmittag aus Berlin wieder zurück ist.

Mittlerweile genießen Marc und ich übrigens die gemeinsamen Wochenenden sehr! Denn nach diesem katastrophalen ersten gemeinsamen Wochenende haben wir beide uns nämlich ganz fest vorgenommen, die Zeit an den Wochenenden besser zu nutzen und trotz aller Aufgaben und Pflichten, die im Alltag so anfallen, wie zum Beispiel der Haushalt oder auch Papierkram, so oft wie möglich etwas Schönes gemeinsam zu unternehmen und Zeit miteinander zu verbringen. Wir waren zum Beispiel an den letzten Wochenenden schon mehrmals auf dem Kürbishof bei uns in der Nähe zu Besuch, im Wald spazieren oder haben abends gemeinsam etwas Leckeres gekocht oder gespielt. Außerdem waren wir mehrmals im Kino zu Besuch und einmal anlässlich zu Marcs Geburtstag sogar im Zirkus.

Und auch das alleine Schlafen klappt zum Glück viel besser als zuerst befürchtet. Zwar benötige ich noch immer ein Nachtlicht, ein Kuschelkissen oder auch ein Hörspiel zum Einschlafen, genauso wie das Neuroleptikum, aber immerhin schlafe ich die Nächte mittlerweile weitestgehend durch und kann so wieder deutlich erholter in den Tag starten. Vielleicht schreibe ich demnächst noch einmal über meine Schlafprobleme und was mir geholfen hat, die Nächte wieder weitestgehend durchzuschlafen einen etwas ausführlicheren Beitrag hier auf dem Blog. Das würde nämlich jetzt an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Aber ich kann mir vorstellen, dass dieses Thema für den einen oder anderen von euch bestimmt ganz interessant sein könnte. Auch, wenn es ein sehr privates Thema ist.

Das Einzige, was mir noch immer ziemlich zu schaffen macht, ist das Fahren mit dem Bus und der Bahn. Vor allem, wenn es morgens so voll ist. Am liebsten würde ich dann mitten auf dem Weg einfach so aus dem Bus oder der Bahn aussteigen, da ich mich zwischen all den Menschen um mich herum so unwohl und eingeengt fühle und ich ernsthaft immer wieder Panik bekomme, mich nicht rechtzeitig zur Tür vorkämpfen zu können, um auszusteigen. Aber daran werde ich mich hoffentlich mit der Zeit auch noch gewöhnen. Im falschen Bus saß ich dafür nur ein einziges weiteres Mal.

Nadine

2017/10/17

Große Veränderungen oder auch über die Angst, Erwachsen zu werden

Vor Kurzem habe ich auf Facebook und auch hier auf dem Blog erwähnt, dass bald große Veränderungen anstehen werden, was Marc und meinen gemeinsamen Alltag betrifft. In dem heutigen Post möchte ich euch endlich ein bisschen mehr darüber erzählen. Auch, wenn ich ehrlich gesagt noch gar nicht so genau weiß, wo ich anfangen soll zu erzählen, da es einfach so, so unglaublich viel zu erzählen gibt. Am besten fange ich einfach ganz von vorne an.

Letztes Jahr um diese Zeit hat Marc sich nach langem überlegen dazu entschlossen, sich noch einmal beruflich umzuorientieren und eine neue Ausbildung zu beginnen. Nach über einem Jahr hoffen und bangen, hat er vor ein paar Wochen endlich die offizielle Zusage dafür erhalten, nachdem er sich die letzten Wochen und Monate tapfer durch ein schriftliches Auswahlverfahren, ein mündliches Auswahlverfahren und einigen ärztlichen Untersuchungen gekämpft hat. Da die Ausbildung jedoch mit einem Theorieblock in Berlin beginnen wird, wird er die kommenden Monate erst einmal zwangsläufig in Berlin verbringen müssen. Deshalb wird sowohl Marc, als auch mich in der nächsten Zeit ein komplett neuer Alltag erwarten und wir beide müssen in dieser Zeit erst einmal wieder eine Wochenendbeziehung führen. Bisher haben wir es immer so gehandhabt, dass ich unter der Woche bei Marc in seiner Wohnung zu Besuch gewesen bin und wir beide dann die Wochenenden gemeinsam bei meinen Eltern verbracht haben. Doch nun wird es genau anders herum sein. In den kommenden Monaten werde ich nun erst einmal wieder unter der Woche bei meinen Eltern wohnen und die Wochenenden dann hoffentlich – wenn das mit dem Pendeln alles so klappt, wie wir uns das vorstellen - gemeinsam mit Marc in seiner Wohnung verbringen. Im Moment gibt es für mich nämlich leider keine andere Möglichkeit, als erst einmal unter der Woche wieder bei meinen Eltern zu wohnen. Ich bin zwar mittlerweile eigenständig genug, um mich weitestgehend alleine zu versorgen, was das Einkaufen, das Kochen oder auch den Haushalt betrifft. Das sah vor fünf Jahren noch ganz anders aus. Doch ich habe im Moment leider keine Möglichkeit, aus dem Ort, in dem Marc derzeit wohnt, mit dem Bus oder auch der Bahn wegzukommen und all meine Termine , die ich unter der Woche so habe, wie zum Beispiel meinen wöchentlichen Termin bei der Ergotherapie, wahrzunehmen, da dieser so schlecht an Hannover angebunden ist. Selbst so alltägliche Erledigungen, wie zum Beispiel ein paar Kleinigkeiten einkaufen, zur Bank gehen und Geld abheben oder mal ein Brot vom Bäcker holen, sind dann nicht möglich. Und einen Führerschein besitze ich leider auch immer noch nicht, obwohl ich nach wie vor fleißig dafür spare. Ich bin also noch immer auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen. Und diese fahren leider deutlich öfter und zu besseren Zeiten aus dem Ort, in dem meine Eltern derzeit wohnen. Ein weiterer Grund, warum es für mich momentan nicht möglich ist, vorübergehend alleine zu wohnen, ist, dass ich nachts noch immer vor Angst oft nicht ein-und durschlafen kann, vor allem, wenn ich so wie jetzt bald, alleine schlafen muss. Deshalb werde ich in den kommenden Monaten erst einmal wieder in mein altes Jugendzimmer bei meinen Eltern zuhause ziehen müssen.

Ich muss zugeben: Vor allem die Sache mit dem vorrübergehenden Wiedereinzug bei meinen Eltern hat sich anfangs angefühlt, wie ein riesengroßer Rückschritt. Mal abgesehen davon, dass es mir sehr schwer fällt, wieder von Marc getrennt zu sein, trotz mehrjähriger Fernbeziehung, und erst einmal nur eine Wochenendbeziehung zu führen, wird mir dadurch irgendwie auch wieder ein ganzes Stück meiner Selbstständigkeit genommen, für die ich die letzten fünf Jahre so sehr gekämpft habe. Deshalb bin ich die letzten Wochen und Monate leider auch in ein ziemlich tiefes Loch gefallen. In dieser Zeit war ich kaum zu etwas zu bewegen, habe viel geweint und mir ging es einfach nur schlecht. Ganz, ganz schlimm! Zudem habe ich mich oft mit Marc wegen total unsinnigen Dingen in Diskussionen verstrickt und konnte überhaupt keine Nähe zu ihm zulassen. Und auch von meiner Familie und meinen Freunden habe ich mich eine ganze Zeit lang zurückgezogen. Am liebsten hätte ich mich in dieser Zeit einfach nur in meinem Bett unter meiner Bettdecke verkrochen und wäre nie wieder hervorgekommen. Ich bin nämlich wieder mal nicht das lästige Gefühl losgeworden, mich ständig nur im Kreis zu drehen und im Leben einfach nicht vorwärts zu kommen. Kurzzeitig erschien für mich alles einfach nur noch sinnlos. Versteht mich bitte nicht falsch. Ich liebe meine Eltern über alles und bin sehr gerne bei ihnen zuhause. Doch ich möchte mit meinen mittlerweile über 26 Jahren einfach von niemanden mehr abhängig sein und endlich ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben führen! Ganz egal, ob Autist oder Nicht-Autist. Auch ich habe mittlerweile den Wunsch nach Eigenständigkeit, Selbstbestimmtheit und Unabhängigkeit. Einfach nach Freiheit. So wie die meisten Anderen in meinem Alter auch. Ganz am Anfang waren Marc und ich sogar kurzzeitig am überlegen, ob wir in dieser Zeit aus finanziellen Gründen Marcs Wohnung nicht ganz aufgeben und erst einmal beide wieder zu meinen Eltern zurück ziehen werden. Diese Möglichkeit haben uns meine Eltern nämlich von sich aus angeboten. Doch von dem Gedanken sind wir zum Glück ganz schnell wieder abgekommen. Denn sowohl Marc, als auch mir, war es sehr wichtig, einen gemeinsamen Rückzugsort zu haben. Und den bietet so eine eigene Wohnung deutlich besser, als mein gerade mal etwas über 15 Quadratmeter großes Zimmer bei meinen Eltern, welches wir uns dann gemeinsam hätten teilen müssen! Auf der anderen Seite habe ich manchmal aber auch riesengroße Angst, vor dem Erwachsen werden. Obwohl ich es mir so sehr wünsche, endlich von zuhause auszuziehen, einen Führerschein zu machen, zu heiraten, eine kleine Familie zu gründen oder auch ein Eigenheim zu bauen oder zu kaufen, machen mir all die Veränderungen riesengroße Angst.

Doch es gibt neben all den eher weniger erfreulichen Neuigkeiten auch eine gute Neuigkeit! Marc und ich werden Anfang Dezember endlich in eine neue Wohnung ziehen. In unsere erste richtige gemeinsame Wohnung! Wie ihr ja vielleicht schon mitbekommen habt, haben Marc und ich uns in der letzten Zeit immer mal wieder nach einer neuen Wohnung umgesehen und nun sind wir endlich fündig geworden! Die Wohnung haben wir kurz vor Marcs Ausbildungsbeginn zufällig im Internet entdeckt und nur ein paar Tage später, nachdem wir uns die Wohnung angesehen haben und auf Anhieb von der Wohnung begeistert gewesen sind, bereits die Zusage dafür erhalten. Und so werden wir nun in ein paar Wochen von Marcs Zwei-Zimmer-Dachgeschosswohnung gemeinsam in eine Drei-Zimmer-Dachgeschosswohnung ziehen. Nur wenige Orte weiter von dem Ort, in dem Marc derzeit noch wohnt. Doch noch viel besser ist: Die Wohnung ist nicht nur erst letztes Jahr im Herbst frisch renoviert worden, sondern hat auch eine Badewanne und einen kleinen Balkon. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr ich mich auf die neue Wohnung freue! Das fühlt sich fast so an wie ein Sechser im Lotto! Der Ausblick darauf, dass Marc und ich nun endlich bald gemeinsam in eine neue Wohnung ziehen werden, hat letztendlich auch erheblich dazu beigetragen, mir aus dem Loch, in das ich eine ganze Zeit lang gefallen bin, wieder herauszuhelfen und mich wieder etwas zuversichtlicher in die Zukunft blicken lassen. In dem kleinen Örtchen, in dem wir schon bald wohnen werden, gibt es sogar auch einen kleinen Supermarkt, einen Bäcker, eine Apotheke oder auch eine Bank. Das bedeutet, ich kann demnächst auch mal so kleine alltägliche Erledigungen, wie weiter oben schon beschrieben, alleine erledigen. Auch ohne Führerschein und Auto. Und auch die Bus- und Bahnanbindungen Richtung Hannover sind dort um einiges besser, sodass ich unter der Woche, wenn Marc arbeitet, auch meine Termine von nun an wieder alleine wahrnehmen kann. Das war ja immer eines unserer Hauptkriterien für unsere zukünftige Wohnung.

Mittlerweile möchte ich die ganze Sache mit der Ausbildung, der kurrzeitigen Trennung von Marc und dem vorrübergehenden Wiedereinzug bei meinen Eltern einfach nur noch angehen und durchziehen. Genauso wie den Umzug in die neue Wohnung. Auch wenn es bestimmt nicht immer einfach werden wird. Doch manchmal muss man eben auch einen Schritt zurück gehen, um wieder zwei Schritte vorwärts gehen zu können.

Nadine

2017/07/06

Sport gleich Mord?

Anfang des Jahres haben Marc und ich uns gemeinsam im Fitnessstudio angemeldet und gehen seitdem - soweit es unser doch manchmal sehr turbulenter Alltag zulässt - dort mindestens einmal wöchentlich trainieren, um nicht nur die einen oder anderen überschüssigen Pfunde loszuwerden, sondern auch um mehr für unsere Gesundheit zu tun und vor allem Stress abzubauen.

Ich muss gestehen, dass ich mich lange Zeit gewehrt habe, mich im Fitnessstudio anzumelden, da ich mir irgendwie immer vorgestellt habe, dass ich dort nur gemeinsam mit von oben bis unten muskelübersäten Männern und Frauen das Eisen verbiegen muss. Doch ich muss im Nachhinein sagen, dass ich bisher immer ein völlig falsches Bild davon gehabt habe. Die Fitnessstudiobesucher sind, zumindest in dem Fitnessstudio, in dem wir regelmäßig trainieren gehen, kunterbunt gemischt. Von groß, klein, dick, dünn, jung, alt, trainiert oder untrainiert bis hin zu Mann oder Frau ist dort so ziemlich jeder anzutreffen. Zudem gibt es dort auch einen extra Bereich für das bloße Krafttraining. Deshalb habe ich mich auch Anfang des Jahres, nachdem mal wieder ein Flyer vom Fitnessstudio in unserem Briefkasten gelandet ist und leider auch zu diesem Zeitpunkt die ersten gesundheitlichen Probleme wie zum Beispiel Übergewicht oder auch die Sache mit dem Reflux und der Speiseröhrenentzündung bei mir aufgetaucht sind, endlich dazu durchgerungen, gemeinsam mit Marc mich dort für ein vierwöchiges Probetraining anzumelden und es einmal auszuprobieren.

Gesagt, getan! Nachdem wir dann erst einmal ein Gespräch mit unserem zuständigen Trainer über unsere zu erreichenden Ziele und eventuelle bestehende gesundheitliche Probleme und Einschränkungen geführt haben und dieser daraufhin einen individuellen Trainingsplan für jeden von uns ausgearbeitet hat, konnte es auch schon losgehen. Seitdem trainieren Marc und ich dort mindestens einmal wöchentlich. Vor jedem Training wärmen wir uns erst einmal für fünf bis zehn Minuten im Kardiobereich auf. Hierfür stehen uns mehrere Laufbänder, Crosstrainer oder auch Fahrräder zur Verfügung. Doch Marc und ich haben uns beide dafür entschieden, vor dem Training erst einmal eine Runde mit dem Fahrrad zu fahren. Danach folgt dann das Krafttraining an den Geräten. Hierbei führen wir wiederum verschiedene Übungen durch, die wir in drei Sätzen fünfzehn Mal wiederholen, und so gezielt alle stabilisierenden Muskeln stärken, wie den unteren Rücken, den Bauchmuskel, den oberen Rücken, die Brustmuskeln oder auch die Beine und das Gesäß. Im Anschluss fahren wir dann noch einmal zehn bis zwanzig Minuten mit dem Fahrrad, um noch ein bisschen was für unsere Ausdauer zu tun und die einen oder anderen Kalorien zu verbrennen.

Allerdings ist es mir die ersten Wochen sehr, sehr schwer gefallen, dort regelmäßig trainieren zu gehen. Nicht, weil ich Probleme mit meinen Übungen gehabt habe oder unmotiviert gewesen bin oder so. Ganz im Gegenteil: das Training hat mir sogar richtig Spaß gemacht! Doch anfangs hat mir - aufgrund meines Asperger-Syndroms und meiner sozialen Phobie - das ganze Drumherum, was so neben dem Training dazugehört, arg zu schaffen gemacht. Ich wusste anfangs nie, was ich sagen sollte, wenn die Dame am Empfang versucht hat, mit mir Smalltalk zu halten, ich habe mich nur ungern in der meist doch sehr vollen Damenumkleide umgezogen und ich habe mich anfangs auch ein bisschen unwohl dabei gefühlt, vor all den anderen Fitnessstudiobesuchern und den Trainern, meine Übungen an den Geräten durchzuführen. Ich habe mich anfangs noch nicht einmal getraut, anschließend duschen zu gehen, obwohl ich es immer äußerst unangenehm fand, so verschwitzt wieder in meine Alltagskleidung zu schlüpfen. Einfach, weil die ganze Sache mit dem Fitnessstudio für mich völlig neu und ungewohnt gewesen ist und ich bis dahin bei vielen Dingen nicht wusste, wie sie funktionieren oder wo ich sie genau finde.

Hinzu kam, dass ich das Training zwischenzeitlich leider immer wieder unterbrechen musste und nur sehr unregelmäßig in das Fitnessstudio gehen konnte, da ich zwischenzeitlich nicht nur mit den Beschwerden, die mein Reflux und meine Speiseröhrenentzündung verursacht haben, sehr zu kämpfen gehabt habe, sondern vor allem auch mit den Nebenwirkungen der Tabletten, die ich dagegen verschrieben bekommen habe. Der Start verlief für mich also leider etwas holprig.

Doch mittlerweile sind Marc und ich wieder regelmäßiger im Fitnessstudio anzutreffen und wollen wieder voll durchstarten. Zwar geht es mir gesundheitlich noch immer nicht wirklich gut, doch ich möchte mich von all den Beschwerden, die mich in den letzten Wochen und Monaten doch sehr beherrscht haben, einfach nicht mehr unterkriegen lassen. Zudem bemerke ich immer wieder, wie gut mir das regelmäßige Training im Fitnessstudio tut. Ich fühle mich insgesamt einfach viel ausgeglichener und merke, dass die innere Anspannung deutlich weniger geworden ist und damit auch die oftmals damit verbundenen Overloads (Reizüberflutungen) und Meltdowns (Wutausbrüche). Und auch all meine kleinen Problemchen und Sorgen, die ich zu Beginn gehabt habe, habe ich mittlerweile zum Glück geschafft, weitestgehend zu überwinden. Zum Einen stand mir, neben Marc, viel meine Mama zur Seite. Meine Mama trainiert nämlich ebenfalls in dem selben Fitnessstudio, in dem wir uns angemeldet haben. Sie war letztendlich auch diejenige, die mich zum Beispiel noch einmal durch die Damenumkleide geführt und mir dort alles gezeigt hat und mich so letztendlich ganz langsam an die ganze Sache mit dem Fitnessstudio herangeführt hat. Zum Anderen muss ich wieder mal schweren Herzens zugeben, dass Übung einfach den Meister macht. Um so öfter und regelmäßiger ich im Fitnessstudio zum Trainieren gewesen bin, um so leichter fiel es mir auch letztendlich irgendwann, mich dort zurechtzufinden. Mittlerweile weiß ich einfach, wie was funktioniert oder wo ich was finde.

Im Nachhinein bin ich wirklich sehr froh, es trotz aller anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Fitnesstudio einmal ausprobiert zu haben und freue mich wirklich sehr darüber, scheinbar nun endlich eine Sportart gefunden zu haben, dir mir Spaß macht und die ich mir auch für längere Zeit vorstellen könnte, zu betreiben. Spätestens, wenn Marc und ich Anfang August wieder von unserem zweiwöchigen Besuch an der Ostsee zurück sein werden, werden wir noch einmal erneut das Gespräch mit unserem zuständigen Trainer suchen und uns von ihm noch ein paar weitere Übungen zeigen lassen. Ich bin schon ganz gespannt, was er für uns noch so an Übungen parat hat und ob mir diese genauso gut gefallen werden, wie meine jetzigen Übungen. Vielleicht traue ich mich ja in den nächsten Wochen auch mal einen der vielen angebotenen Kurse mitzumachen oder auch mal dort die große Saunalandschaft zu besuchen. Dazu konnte ich mich bisher nämlich noch nciht durchringen.

Nadine

2017/04/07

Die sechste und siebte Verordnung Ergotherapie

Schon wieder habe ich bereits über 20 Ergotherapiestunden hinter mir. Also wird es wieder mal Zeit für ein kleines Ergotherapie-Update. :)

Während der sechsten Verordnung Ergotherapie habe ich einige Stunden vor dem Computer verbracht, um mithilfe des Rehacom-Programms die eine oder andere Aufmerksamkeits- und Konzentrationsübung zu machen. Das Arbeiten mit dem Rehacom-Programm in der Vertretungsstunde vor ein paar Wochen hat mir nämlich so viel Spaß gemacht, sodass ich die folgenden Stunden unbedingt damit weiter arbeiten wollte. Allerdings sollte ich dieses Mal nicht nur aus mehreren verschiedenen, aber doch sehr ähnlichen Bildern, zwei exakt gleiche Bilder finden, sondern die Bilder waren auch noch verdreht. Das war manchmal ganz schön knifflig! Doch das hat dem Spaß keinen Abbruch getan. Ganz im Gegenteil! Zudem haben meine Ergotherapeutin und ich es endlich geschafft, meine Overload bzw. Meltdown Liste fertig zu stellen, an der wir schon seit einigen Wochen immer mal wieder gearbeitet haben. So konnte ich dann auch endlich meine Notfall-Kiste mit allem Drum und Dran herrichten. Diese habe ich übrigens auch hier auf dem Blog etwas näher vorgestellt. Schaut doch mal vorbei. Außerdem haben meine Ergotherapeutin und ich ein paar Antwortmöglichkeiten auf die für mich sehr unangenehme Frage, was ich denn eigentlich beruflich mache, gesammelt und aufgeschrieben. Diese Frage wird mir nämlich immer wieder gestellt. Doch nun habe ich immer, wenn ich spontan danach gefragt werden sollte, eine passende Antwort parat, und muss nicht immer so vor mich her stammeln.

In der letzten Stunde vor den Weihnachtsfeiertagen haben wir übrigens diese kleinen hübschen Sterne aus Transparentpapier gebastelt, da meine Ergotherapeutin zum Abschluss unbedingt noch einmal etwas Schönes mit mir gemeinsam machen wollte. Da ich ja in den Stunden davor die meiste Zeit am Computer mit dem Rehacom-Programm gearbeitet habe, war das Sternebasteln eine willkommene Abwechslung zu all den Konzentrations- und Aufmerksamkeitsübungen. Es haben nur noch Kakao, Plätzchen und Weihnachtsmusik gefehlt. Dann wäre es perfekt gewesen. ;D

Sterne aus Transparentpapier

Während der siebten Verordnung Ergotherapie habe ich gemeinsam mit meiner Ergotherapeutin noch einmal gesammelt und aufgeschrieben, was ich bei einer Panikattacke tun kann, vor allem bei operativen Eingriffen. Ich kann zum Beispiel währenddessen versuchen, auf meine Bauchatmung zu achten oder nach und nach einzelne Körperteile zu entspannen. Auch kann es sehr behilflich sein, wenn ich versuche, negative Reize durch positive Reize zu ersetzen, in dem ich zum Beispiel meine Augen einfach schließe, mit Kopfhörern Musik höre oder mir etwas Duftöl unter meine Nase reibe. Damit fühle ich mich für die Zukunft etwas gewappneter. Denn das Entfernen meines Muttermals auf dem Rücken und der Warze am Knie werden mit Sicherheit leider nicht meine letzten operativen Eingriffe gewesen sein. Ansonsten stand ich die meiste Zeit auf dem SRT und habe mich ordentlich durchrütteln lassen, da ich aufgrund meiner vielen Arzttermine, die ich zu diesem Zeitpunkt gehabt habe, sehr nervös, angespannt und unruhig gewesen bin. Ich wisst ja, das SRT geht bei mir immer! Zudem hat mir meine Ergotherapeutin verschiedene Übungen für die Arme und Beine mit dem Thera-Band Übungsband gezeigt und mir dieses sogar ein paar Tage ausgeliehen. Ich musste nämlich feststellen, dass es mir sehr gut tut, wenn ich in solchen Momenten mit Druck- und Zugbewegungen dagegen an arbeite. Außerdem durfte ich nach langer Zeit mal wieder an der 14 Meter hohen Kletterwand klettern. Es hat sich nämlich nach langem hin und her herausgestellt, dass mein Cholesterinwert etwas erhöht ist und bei mir höchstwahrscheinlich eine Refluxerkrankung vorliegt. Deshalb muss bei mir auch Anfang Mai eine Magenspiegelung durchgeführt werden (Na, das kann ja vielleicht etwas werden!). Außerdem habe ich Anfang Juni noch einen Termin bei einem Endokrinologen, da ich neben dem – seit meinem Wechsel von der Pille auf die Minipille letzten Sommer – das eine oder andere hormonelle Problemchen wie zum Beispiel fettige Haare oder ständig wiederkehrende Pickel im Gesicht habe. Ich muss zugeben: Das alles hat mich anfangs ziemlich überfordert. Vor allem, was die dringend erforderliche Ernährungsumstellung angeht. Aus diesem Grund habe ich auch mit meiner Ergotherapeutin angefangen während der Ergotherapiestunden darüber zu sprechen, wie ich meinen erhöhten Cholesterinwert senken kann, auch wenn das eigentlich vorrangig nicht ihre Aufgabe ist. Hierfür habe ich über eine Woche lang ein Ernährungstagebuch geführt, um erst einmal sehen zu können, wie ich mich überhaupt derzeit so ernähre und dieses miteinander besprochen. Außerdem haben wir eine Liste mit Lebensmitteln erstellt, die nur wenig oder gar kein Cholesterin beinhalten und ich bedenkenlos essen kann, und ein paar cholesterinarme Rezepte aus Kochbüchern und dem Internet herausgesucht. Doch sollte sich die Sache mit der Refluxerkrankung tatsächlich bestätigen, dann wird das während der Ergotherapiestunden mit Sicherheit in den kommenden Wochen auch noch einmal zum Thema werden. Der Reflux erfordert nämlich noch einmal eine ganz andere und viel strengere Ernährungsweise, als der erhöhte Cholesterin.

Nadine

2017/01/23

Meine (Überlebens-)Strategien im Alltag TEIL 2

Und hier folgt der zweite Teil über meine (Überlebens-)Strategien im Alltag. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen! :)

etwas Schönes und Entspannendes tun:

Jedes Mal, wenn eine unangenehme Situation oder ein wichtiger Termin ansteht, ist es für mich sehr wichtig, dass ich mir vorweg noch einmal eine kleine Auszeit vom Alltag nehme und in dieser Zeit etwas Schönes und Entspannendes mache, um so die ganze Sache möglichst ruhig und entspannt angehen zu können. Ich lese dann gerne ein Buch, bade in einem extra dafür besorgten Badezusatz oder schaue mir gemeinsam mit Marc noch eins, zwei Folgen von unseren derzeitigen Lieblingsserien auf dem Laptop an.

sich belohnen:

Genauso wichtig , wie vor einer unangenehmen Situation oder einem wichtigen Termin noch einmal eine kleine Auszeit vom Alltag zu nehmen und etwas Schönes und Entspannendes zu tun, ist es für mich, dass ich mir hinterher eine kleine Belohnung in Aussicht stelle, um nicht nur etwas motivierter an die ganze Sache heran gehen zu können, sondern um so auch etwas zu haben, worauf ich mich freuen kann. Oft wünsche ich mir dann einen gemeinsamen Spiele- oder Filmabend mit Marc oder eine Pizza von unserem Lieblingsitaliener zu bestellen. Manchmal gönne ich mir auch ein neues Hörspiel oder ein neues Buch.

Gesprächsthemen überlegen:

Da es mir sehr schwer fällt mich mit jemanden über so belanglose Dinge wie zum Beispiel das Wetter oder den Job zu unterhalten und in solchen Momenten dann von meiner Seite aus meistens eher betretenes Schweigen herrscht, da ich einfach nicht weiß, was ich sagen soll, überlege ich mir jedes Mal, wenn ich mich zum Beispiel mit meiner besten Freundin treffe, vorweg ein paar Gesprächsthemen, über die ich mich mit ihr unterhalten könnte. Meistens, was ich in der letzten Zeit alles so erlebt habe. So habe auch ich die Möglichkeit, etwas zu dem Gespräch beizutragen.

auf die Nase oder den Mund schauen:

Mittlerweile mache ich mir, was den Blickkontakt bei Gesprächen betrifft, nicht mehr als zu viel Stress. Besonders nicht bei Menschen, die ich gut kenne, wie zum Beispiel bei meiner Familie oder auch bei meiner Ergotherapeutin. Diese wissen einfach, dass ich das unangenehm finde und dass ich es nicht böse meine, wenn ich ihnen, während wir uns unterhalten, nicht in die Augen sehe oder sogar ganz wegschaue. Jedoch gibt es immer mal wieder Situationen im Leben, in denen genau das wichtig ist, wie zum Beispiel bei einem wichtigen Gespräch wie einem Vorstellungsgespräch. In solchen Situationen versuche ich dann meinem Gesprächspartner auf die Nase oder den Mund zu schauen, anstatt direkt in die Augen. Das sieht dann fast so aus, als ob ich meinem Gegenüber tatsächlich in die Augen schauen würde. Jedoch ist es so für mich deutlich angenehmer.

Situation kurzzeitig verlassen:

Immer, wenn es mir zum Beispiel während eines Restaurantbesuchs oder einer Geburtstags- oder Familienfeier wieder mal viel zu laut, bunt und wuselig werden sollte, dann hilft es mir sehr in solch einem Moment, einfach die Situation kurzzeitig zu verlassen und zum Beispiel auf die Toilette zu gehen (das geht immer!) oder einmal kurz draußen etwas frische Luft zu schnappen und sich die Beine etwas zu vertreten. Das Selbe mache ich übrigens auch oft, wenn ich zum Beispiel gerade zuhause in der Küche am Kochen oder Backen bin und irgendwie nichts gelingen mag, dann lasse ich oft für einen kurzen Augenblick alles stehen und liegen und wechsel bewusst den Raum, um einmal kurz durchzuatmen und danach weiterzumachen, wo ich aufgehört habe, oder sogar eventuell noch einmal ganz von vorne anzufangen.

sich eine Aufgabe suchen/etwas zu tun haben:

Ebenfalls als sehr hilfreich hat es sich im Laufe der Zeit erwiesen, wenn ich mir auf Geburtstags- und Familienfeiern eine Aufgabe suche, die mir Spaß macht, wie zum Beispiel Fotos mit meiner digitalen Spiegelreflexkamera machen, dem Gastgeber helfen, den Tisch abzuräumen und die Küche aufzuräumen oder auch mit den Kindern zu spielen und herumzualbern. So bin ich ebenfalls nicht so vielen negativen Reizen ausgesetzt und kann der einen oder anderen unangenehmen Unterhaltung ein bisschen aus dem Weg gehen.

sich komplett zurückziehen:

Manchmal gibt es Momente, in denen hilft es nur, wenn ich mich für eine gewisse Zeit an einen ruhigen und vertrauten Ort komplett zurückziehen kann, da ich in solchen Momenten nur am „overloaden“ bin und von einen Meltdown in den nächsten schliddere. In solchen Momenten mache ich es mir dann am liebsten in meinem Bett gemütlich und lese ein gutes Buch oder höre einfach nur Musik. Danach sieht die Welt meistens schon wieder ganz anders aus. Wichtig ist hierbei jedoch, dass ich in solchen Momenten möglichst ungestört Zeit für mich alleine verbringen kann. Denn jeder noch so kleine Reiz, sei es nur eine kurze Unterhaltung oder eine Berührung, kann mich direkt wieder zurück in einen Overload oder in einen Meltdown katapultieren.

Musik hören:

Mein MP3-Player bzw. mein Smartphone ist für mich mittlerweile unverzichtbar für jede Bus- und Bahnfahrt geworden. Wie heißt es gleich noch so schön? Musik an, Welt aus. Das trifft auch auf mich zu. Wenn ich die Kopfhörer in meine Ohren stecke und die Liste mit meinen Lieblingsliedern rauf und runter höre, gelingt es mir immer wieder, mich komplett von meiner Umwelt abzuschotten. Das macht eine Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in einer Großstadt wie Hannover mit all den vielen Menschen um mich herum viel erträglicher. Außerdem kann ich so oft Situationen umgehen, in denen ich Smalltalk halten muss. Denn mit Kopfhörern in den Ohren werde ich selten von anderen Menschen angesprochen. Sowieso vergeht kein Tag, an dem ich nicht Musik höre. Ganz egal, ob beim Abwaschen, beim Duschen, beim Autofahren, beim Schreiben oder auch einfach nur so. Die Musik ist seit vielen Jahren mein täglicher Begleiter.

Zeit mit lieben Menschen verbringen:

Auch wenn der Kontakt zu anderen Menschen für mich oftmals sehr anstrengend ist und ich diesen aufgrund dessen leider nur sehr wohl dosiert ertrage, gibt es mir letztendlich doch immer sehr viel Kraft und Halt Zeit mit lieben Menschen zu verbringen. Vor allem, wenn ich mich mit meiner besten Freundin treffe und einfach mit ihr nur über Gott und die Welt schnacke, fühle ich mich hinterher immer unglaublich stark und mutig. So gelingt es mir immer wieder auf das Neue für mich unagenehme Situationen und wichtige Termine, die in den darauffolgenden Tagen und Wochen anliegen, zu meistern. Während ich mich anfangs noch mit ihr am liebsten an Orten getroffen habe, die ich gut kenne oder an denen wir für uns alleine sind, traue ich mir heute auch mal zu, gemeinsam mit ihr neue Orte zu besuchen, wie zum Beispiel ein neues Café oder ein neues Restaurant. Und das sogar ganz spontan!

Habt ihr auch solche (Überlebens-)Strategien entwickelt, die euch den Alltag ein kleines bisschen erleichtern? Wenn ja, dann erzählt doch mal welche. Das würde mich sehr interessieren. :)

Nadine

2017/01/16

Meine (Überlebens-)Strategien im Alltag TEIL 1

Im Laufe der Zeit habe ich einige (Überlebens-)Strategien entwickelt, um in der Welt dort draußen ein kleines bisschen besser zu Recht zu kommen. Ein paar dieser Strategien möchte ich euch gerne hier auf dem Blog etwas näher vorstellen und erklären. Ich bin mir sicher, da gibt es bestimmt noch die eine oder andere Strategie mehr, die ich in meinem Alltag teilweise vieleicht auch unbewusst anwende, doch das sind erst einmal die wichtigsten Strategien. Vielleicht sind diese ja genauso hilfreich für den einen oder anderen von euch, wie meine Helferlein, die ich bereits hier vorgestellt habe.

Listen erstellen:

Nichts geht über Listen! Ich habe so gut wie für alles eine Liste. Ganz egal, ob To-do-Listen, Einkaufslisten oder auch Packlisten. Sie helfen mir das Gedankenchaos, was oftmals oben in meinem Kopf herrscht, vor allem, wenn ich überreizt bin, etwas zu ordnen und mich besser zu organisieren. Ich kann dann einfach alles nach und nach von meiner Liste abarbeiten, ohne mir groß Gedanken darüber machen zu müssen. Zudem fühlt es sich unglaublich gut und befreiend an, wenn ich einen Punkt auf der Liste durchstreichen kann. Der Punkt ist dann nicht nur auf meiner Liste durchgestrichen, sondern auch in meinem Kopf und damit einfach vergessen.

Dinge ablegen:

Neben all meinen Listen und Notizen, verteile ich mit großer Vorliebe ganz oft irgendwelche Dinge in unserer Wohnung, die eigentlich auf einen ganz anderen Platz gehören, um so zu einem späteren Zeitpunkt wieder daran erinnert zu werden, dass ich damit noch irgendetwas vorgehabt habe. So lege ich mir zum Beispiel den Einkaufszettel in die Nähe der Garderobe, um daran erinnert zu werden, dass wir in dieser Woche noch etwas einkaufen müssen. Oder ich lege mir meine Kameratasche auf den Schreibtischstuhl, um daran erinnert zu werden, dass ich noch Bilder von der Kamera auf den Laptop ziehen wollte. Oder, oder, oder.

feste Pausen einplanen:

Da ich sehr schnell müde und erschöpft und/oder überreizt bin, ist es wichtig, dass ich mir regelmäßig Pausen nehme, um so wieder Kraft für die noch anstehenden Aufgaben am Tag sammeln zu können. Deshalb versuche ich mir zum Beispiel jeden Mittag, sofern das möglich ist, mindestens eine Stunde Zeit für mich zu nehmen, in der ich meistens schlafe, oder auch mal zwischendurch fünf Minuten Pause zu machen. Jedoch ist es hierbei mindestens genauso wichtig, dass ich die Pausen jeden Tag fest in meinen Tagesablauf mit einplane. Sonst passiert es nämlich ganz schnell, dass ich mir diese einfach nicht nehme, da es so gut wie IMMER etwas anderes zu tun gibt, was anstatt dessen erledigt werden könnte. Und schwuppdiwupp ist die Pause weg!

andere um Hilfe bitten/Aufgaben abgeben:

Manchmal gibt es Momente oder auch Tage, da schaffe ich es einfach nicht, all meinen Aufgaben nachzugehen, da ich – wie bereits im obigen Punkt erwähnt - einfach zu müde und erschöpft und/oder zu überreizt bin. Dies kommt meistens abends nach einem langen Tag vor, vor allem wenn es darum geht, das Abendessen zuzubereiten. Da schaffe ich es noch nicht einmal unfallfrei, eine Kartoffel zu schälen oder den Käse zu reiben – und wenn dann nur im Schneckentempo. Auch das zu Bett gehen kann dann in solchen Momenten noch einmal zu einer echten Herausforderung werden. Oftmals gibt es, spätestens wenn ich meine Zähne putze, mir meinen Schlafanzug anziehe und meine Tabletten nehme, deshalb auch noch einmal die eine oder andere Träne. Denn wenn mein Akku leer ist, dann ist mein Akku leer. Da ist leider nichts zu machen. Ich muss gestehen: anfangs ist es mir sehr schwer gefallen andere um Hilfe zu bitten und Aufgaben abzugeben, da ich nur sehr ungern die Kontrolle über etwas abgebe. Dies bedeutet für mich nämlich auch immer ein Stück Sicherheit abzugeben. Doch im Laufe der Zeit habe ich gemerkt, dass es in solchen Momenten ziemlich entlastend sein kann, auch einmal die Hilfe anderer anzunehmen und nicht mehr für alles alleine verantwortlich sein zu müssen. So gelingt es mir dann auch oftmals wieder, mich auf das Wesentliche konzentrieren zu können.

Handywecker stellen:

Seit ein paar Wochen nutze ich, wenn ich zum Beispiel längere Zeit am Computer arbeite und einen neuen Post für den Blog verfasse, die sogenannte Pomodoro-Technik, über die ich zufällig im Internet gestolpert bin. Hierbei stelle ich mir dann meinen Handywecker auf eine bestimmte Minutenanzahl (ich habe erst einmal mit 10 Minuten angefangen) und versuche in dieser Zeit möglichst ungestört und konzentriert an einer Aufgabe zu arbeiten. Danach mache ich fünf Minuten Pause. Das Ganze wiederhole ich dann noch insgesamt drei Mal. Nach dem vierten Mal mache ich dann sogar eine 30 Minuten Pause. So gelingt es mir, trotz der vielen Pausen zwischendurch, oder vielleicht auch gerade deswegen, möglichst effektiv an einer Aufgabe zu arbeiten.

Aufgabe unterbrechen:

Wenn ich merke, dass ich mich auf eine Aufgabe doch mal nicht mehr konzentrieren kann, trotz Zeitlimit und regelmäßigen Pausen, dann hilft es mir immer sehr, die Aufgabe kurzzeitig zu unterbrechen und etwas anderes zu tun, anstatt dazusitzen, Löcher in die Luft zu starren und gar nicht voran zu kommen. In dieser Zeit erledige ich dann zum Beispiel die eine oder andere Aufgabe im Haushalt oder gehe duschen. Wenn ich mich danach dann wieder an meine eigentliche Aufgabe setze, kann ich mich darauf oftmals wieder viel besser konzentrieren, als in der Zeit davor. Manchmal ist es aber auch erforderlich, dass ich die Aufgabe, an der ich arbeite, ganz abbreche und mich erst am darauffolgenden Tag wieder daran setze, da ich mich in solchen Momenten dann nicht nur sehr schlecht konzentrieren kann, sondern auch ganz schnell in einen Overload oder einen Meltdown schliddere. Und das würde mich letztendlich deutlich mehr Kraft und Zeit kosten, als eine Unterbrechung der Aufgaben.

Informationen sammeln:

Da mir neue und ungewohnte Situationen große Angst machen, sammle ich gerne, wenn zum Beispiel ein Termin bei einem neuen Arzt, ein Ausflug oder auch „nur“ ein Restaurantbesuch ansteht, vorab Informationen im Internet darüber und schaue mir die dementsprechenden Internetseiten dazu an, um so schon einmal einen ersten Eindruck davon zu bekommen und ungefähr zu wissen, was dort auf mich zukommen könnte. Das nimmt mir ganz oft schon einen Großteil meiner Angst und ich kann das Ganze ein wenig entspannter und gelassener angehen.

Notizzettel schreiben:

Jedes Mal, wenn ein wichtiges Gespräch wie zum Beispiel ein Arztgespräch ansteht, mache ich mir davor Gedanken, was genau ich sagen möchte und ob ich irgendwelche Fragen habe, und notiere mir diese dann auf einem Zettel. So kann ich während des Gesprächs immer wieder mal darauf schauen, wenn ich vor Aufregung den Faden verliere oder auch den Zettel notfalls dem Arzt übergeben, wenn ich mal gar kein Wort heraus bekommen sollte. Auch, wenn ich zum Beispiel „nur“ bei eienem Arzt anrufen muss, um dort einen Termin zu vereinbaren, schreibe ich mir jedes Mal einen kleinen Notizzettel und lege mir diesen neben das Telefon, sodass ich immer darauf schauen kann.

jemand Vertrautes als Begleitung mitnehmen:

Noch mehr Sicherheit gibt es mir, wenn ich zu einem wichtigen Gespräch wie zum Beispiel einem Arztgespräch nicht nur einen Notizzettel mitnehme, sondern mich dorthin auch eine vertraute Person begleitet, die sich im Notfall jederzeit für mich einsetzen kann. Oftmals reicht es auch schon aus, wenn diese vertraute Person einfach nur auf mich im Wartezimmer wartet und ich weiß, dass sich derjenige, jederzeit für mich einsetzen könnte, wenn es irgendwelche Probleme geben sollte. Denn grundsätzlich ist es mir sehr wichtig, dass ich versuche, solche Gespräche erst einmal alleine zu meistern.

Der zweite Teil meiner (Überlebens-)Strategien wird dann in den nächsten Tagen folgen.

Nadine

2016/12/14

Die vierte und fünfte Verordnung Ergotherapie

Es wird mal wieder Zeit für ein kleines Ergotherapie-Update. Seit meinem letzten kleinen Ergotherapie-Update hier auf dem Blog sind nämlich mittlerweile schon wieder über 20 Ergotherapiestunden vergangen. Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht, oder? Ich finde, die Zeit rast im Moment nur so.

Während der vierten Verordnung Ergotherapie habe ich mit meiner Ergotherapeutin sehr viel über den Tod meines Opas, die Zeit im Krankenhaus und die bevorstehende Beisetzung im Wald gesprochen, da dieser zu dem Zeitpunkt gerade erst verstorben war. Auch über die zu diesem Zeitpunkt leider sehr angespannte Situation in meiner Familie, die für mich teilweise nur sehr schwer auszuhalten war, haben wir immer wieder gesprochen und mehrere Übungen dazu gemacht. Hier sollte ich zum Beispiel mithilfe von verschiedenfarbigen Bauklötzen meine Familie vor der Zeit im Krankenhaus, während der Zeit im Krankenhaus und nach der Zeit im Krankenhaus nachstellen oder auch wichtige Aspekte für das „Nein sagen“ aufschreiben und üben. Außerdem habe ich zur Entspannung sehr oft auf dem SRT gestanden und mich ordentlich durchschütteln lassen (SRT geht bei mir immer!), die eine oder andere Fantasiereise gemacht und meine Hände in einer Kiste mit kühlen Rapssamen gebadet. So ein Rapsbad könnt ihr übrigens auch ganz einfach selbst herstellen. Hierfür einfach Rapssamen in eine Kiste mit Deckel füllen und die Hände darin baden. Die Rapssamen sind aufgrund ihres Ölgehalts nicht nur gut für die Haut, sondern wirken sich auch wohltuend auf die Gelenke aus. Deshalb werden diese auch oft bei Patienten mit Rheuma und Arthrose eingesetzt. Wer möchte kann die Rapssamen auch samt Kiste vorweg im Kühlschrank kühl stellen oder diese in einem geeigneten Gefäß kurz in der Mikrowelle erwärmen.

Während der fünften Verordnung Ergotherapie habe ich mit meiner Ergotherapeutin die ersten Stunden sehr viel über meinen bevorstehenden operativen Eingriff auf dem Rücken gesprochen, da ich vor diesem, wie ihr ja wisst, sehr große Angst gehabt hatte. In diesem Zusammenhang haben wir nicht nur das erste Mal eine Traumreise mit Elementen aus der progressiven Muskelentspannung gemacht, sondern auch noch einmal aufgeschrieben, was ich tun kann, um Stress zu reduzieren, wie zum Beispiel Entspannungsübungen machen oder unterstützend homöopathische Mittel wie Neurexan einnehmen. Die weiteren Stunden haben wir auf meinen Wunsch hin erneut sehr viel über den Tod meines Opas gesprochen, da mich dieser wieder sehr beschäftigt hat. Der Tod meines Opas ist im Nachhinein nämlich ein sehr traumatisches Erlebnis für mich gewesen. Eine ganze Zeit lang habe ich immer wieder so eine Art Flashbacks gehabt. In solchen Momenten sind dann ganz plötzlich all die Bilder aus dem Krankenhaus in meinem Kopf wieder aufgetaucht, vor allem das Bild, wie mein Opa tot in seinem Krankenhausbett liegt, woraufhin ich jedes Mal weinend zusammengebrochen bin. Zudem habe ich immer wieder große Angst vor dem Einschlafen im Dunkeln und sehr viele Albträume gehabt. Gemeinsam mit meiner Ergotherapeutin habe ich daraufhin noch einmal gesammelt und aufgeschrieben, was ich Positives und Negatives aus der ganzen Situation mit meinem Opa mitgenommen habe. Außerdem stand ich wieder mal einige Runden auf dem SRT und habe mich ordentlich durchschütteln lassen. Jedoch müssen wir demnächst unbedingt noch einmal das Schlafproblem genauer in Angriff nehmen. Da hat mir dann zuletzt doch leider ein wenig die Kraft gefehlt, um darüber zu sprechen.

Des Weiteren habe ich während der fünften Verordnung Ergotherapie meine allererste Vertretungsstunde gehabt, da meine Ergotherapeutin aufgrund ihres Psychologiestudiums, welches sie nebenbei absolviert, einen Tag Urlaub nehmen musste und sie mir in meinem derzeitigen Zustand aber auch nicht zumuten wollte, eine Woche nicht zur Ergotherapie zu kommen. Ich muss gestehen, ich war von der Idee mit der Vertretungsstunde zuerst nicht so begeistert und habe davor ziemlich große Angst gehabt. Doch um mir die Angst etwas zu nehmen, hat sich meine Ergotherapeutin nicht nur bemüht, jemanden zu finden, der menschlich gut zu mir passen würde und möglichst am selben Tag und zur selben Uhrzeit, wie an meinem eigentlichen Termin, Zeit hat, sondern mir auch ein Bild an der großen Bilderwand der Praxis von der Ergotherapeutin gezeigt. Außerdem haben wir vorab gemeinsam gesammelt und aufgeschrieben, was ich während der Vertretungsstunde alles machen könnte. Letztendlich habe ich mich dann dazu entschieden, zur Abwechslung mal am Computer mit dem Rehacom-Programm zu arbeiten und dort ein paar Aufmerksamkeits- und Konzentrationsübungen zu machen. Hierbei sollte ich immer aus mehreren verschiedenen, aber doch sehr ähnlichen Bildern, zwei exakt gleiche Bilder finden. Das hat wirklich Spaß gemacht! Die Ergotherapeutin, die die Vertretungsstunde gemacht hat, war übrigens auch sehr nett und darf zukünftig gerne wieder Vertretungsstunden übernehmen.

Ach ja, was ich fast vergessen hätte. Mein Psychiater konnte übrigens zwischenzeitlich für mich aufgrund meiner Autismus-Diagnose eine Langzeitverordnung für die Ergotherapie bei der Krankenkasse durchboxen, die bis Mai nächsten Jahres gültig ist. So brauche ich mir bis dahin erst einmal keine Sorgen mehr über die Folgeverordnungen für die Ergotherapie zu machen.

Nadine

2016/11/27

Nicht schon wieder

Ich habe letzte Woche Freitag endlich meinen Folgetermin beim Hautarzt gehabt, um mir dort meine Warze am Knie entfernen zu lassen. Eigentlich hätte diese schon vor ein paar Wochen zusammen mit meinem Muttermal auf dem Rücken entfernt werden sollen, doch ich war an diesem Tag so nervös und aufgeregt, dass meine Hautärztin und ich uns schnell einig waren, dafür ein paar Wochen später noch einmal einen neuen Termin zu vereinbaren.

Doch leider hat sich bei dem erneuten Termin herausgestellt, dass meine Warze am Knie höchstwahrscheinlich gar keine Warze ist, und diese nicht, wie ursprünglich geplant, einfach ausgestanzt werden kann, sondern herausgeschnitten werden muss. Meine Hautärztin war sich nämlich zu dem Zeitpunkt leider nicht sicher, um was es sich bei der betroffenen Hautstelle denn dann handeln könnte. Deshalb wollte sie sicherheitshalber eine Probe davon in das Labor schicken und diese untersuchen lassen.

Das war für mich das Schlimmste, was hätte passieren können! Nicht schon wieder ein operativer Eingriff unter örtlicher Betäubung! Nicht schon wieder lästiges Pflaster wechseln! Und nicht schon wieder unangenehmes und schmerzhaftes Fäden ziehen! Genauso wie vor ein paar Wochen bei meinem Muttermal auf dem Rücken. Und das alles auch noch ganz spontan und völlig unvorbereitet. Ich muss gestehen. Für einen kurzen Moment habe ich sogar überlegt, ob ich meine Hautärztin nicht bitten sollte, den Eingriff zu verschieben, doch das hätte mich letztendlich auch nicht weitergebracht. Außerdem habe ich ja eingesehen, dass der Eingriff einfach medizinisch notwendig ist, um zu klären, wobei es sich nun bei der betroffenen Hautstelle handelt. Nicht das dort doch etwas Bösartiges wie Hautkrebs dahintersteckt. Deshalb dachte ich mir irgendwann nur: „Augen zu und durch! Du schaffst das schon irgendwie!“.

Nachdem ich voller Zuversicht auf der Liege Platz genommen und mich darauf hingelegt hatte, ging es auch schon los. Meine Hautärztin setzte zuerst rund um die Hautstelle die örtliche Betäubung, schnitt diese dann heraus und nähte anschließend die entstandene Wunde mit vier Stichen wieder zusammen. Jedoch wurde ich, so sehr ich mich auch bemühte ruhig zu bleiben, von Minute zu Minute immer unruhiger und drohte insbesondere während des Nähens – genau wie bei dem letzten Mal - wieder zu hyperventilieren. Ich habe immer schneller und tiefer geatmet, fing am ganzen Körper an zu zittern und zu schwitzen und meine Beine sind immer wieder ungewollt hochgezuckt. Es war ein einziger Kampf. Sowohl für mich, als auch für meine Hautärztin. Die Arzthelferin, die meiner Hautärztin während des Eingriffs assistierte, versuchte mich dann zwischenzeitlich mit etwas Traubenzucker abzulenken, welchen ich alleine auspacken und langsam auf der Zunge zergehen lassen sollte. Ich selber habe nämlich ehrlich gesagt in dem Moment gar nicht mehr daran gedacht, zum Beispiel meinen Knetball, den ich immer in meiner Umhängetasche bei mir trage, herauszuholen und diesen zur Ablenkung in meinen Händen zu kneten. Denn seitdem ich erfahren habe, dass ein operativer Eingriff unumgänglich ist, stand ich einfach nur völlig neben mir.

Nach einer knappen halben Stunde hatte ich es dann endlich geschafft und durfte mit einem weiteren Päckchen Traubenzucker und einem Becher Wasser noch ein Weilchen auf einer Liege im Nebenraum meine Beine hochlegen und mich dort etwas ausruhen.

Die Tage danach habe ich mich wie ein einbeiniger, hinkender Pirat mit Holzbein gefühlt, da ich mit meinem rechten Bein, an dem sich die Wunde befindet, kaum auftreten konnte und ich so mehr durch die Gegend gehumpelt als gelaufen bin. Doch ich merke wie es zum Glück von Tag zu Tag besser wird. Auch duschen durfte ich nach drei Tagen schon wieder. Allerdings musste ich dieses Mal das Duschpflaster selber wechseln. Diese Prozedur bin ich dann den einen Abend gemeinsam mit meiner Mama angegangen. Eigentlich sollte meine Mama die alten drei Pflaster so schnell und schmerzfrei wie möglich abziehen und dann ganz schnell das Duschpflaster darauf kleben, damit ich die frische Wunde nicht sehen muss. Ich kann mir nämlich so frische Wunden einfach nicht ansehen. Die Fäden, die Jodsalbe … Da wird mir jedes Mal schlecht. Doch dann habe ich mich kurzfristig dazu entschlossen meine Angst zu überwinden und die Sache selbst in die Hand zu nehmen. So saß ich dann auf dem Toilettendeckel im Badezimmer und habe mir tapfer nach und nach, während ich mir immer wieder versuchte einzureden, dass es nur eine Wunde ist, die drei Pflaster ganz vorsichtig abgezogen. Ich habe dann sogar doch noch einen kurzen Blick auf die Wunde geworfen. Irgendwie hat es mich ja doch interessiert, wie es darunter aussieht. Nur das Duschpflaster musste meine Mama mir dann doch noch auf die Wunde kleben. Dafür hat mein neugewonnener Mut dann doch nicht mehr ganz gereicht.

Dreckspatz Duschgel Alles wird gut

Meine Mama hat mir übrigens, nachdem sie von meiner Operation am Knie erfahren hat, als kleine Aufmunterung die Dreckspatz „Hab Spaß“ Badebox geschenkt, worüber ich mich sehr gefreut habe. Dort sind nicht nur drei verschiedene Badezusätze, sondern auch ein Duschgel drin gewesen. Das Duschgel, welches passenderweise „Alles wird gut“ heißt, ist seitdem regelmäßig im Einsatz.

Jetzt muss ich nur in ein paar Tagen noch einmal beim Fäden ziehen die Zähne zusammenbeißen. Doch das schaffe ich auch noch! Mittlerweile habe ich darin ja schon unfreiwillig Übung.

Nadine

2016/09/11

Meine Operation + Tipps für eine bevorstehende Operation

Die Tage brauchte ich mal wieder eine extra große Portion Mut. Mir musste nämlich erneut mithilfe einer lokalen Betäubung ein Muttermal auf dem Rücken entfernt werden, da sich dieses dunkel verfärbt hatte und so kurzzeitig der Verdacht auf Hautkrebs bestand. Außerdem sollte mir an demselben Tag eine Warze an der Schulter und eine Warze am Knie entfernt werden.

Dreckspatz Hab Mut Bad

Ich muss an dieser Stelle gestehen, dass ich riesengroße Angst vor jeglichen ärztlichen Eingriffen habe, vor allem vor Operationen, da ich sehr schmerz- und berührungsempfindlich bin. Der Gang zum Hautarzt hat mich daher sehr viel Überwindung gekostet. Schon Tage davor drehten sich meine Gedanken unaufhörlich um die bevorstehende Operation und ich war furchtbar nervös und angespannt.

Da Marc an dem Tag arbeiten musste, begleitete mich meine Mama zu meinen Termin beim Hautarzt (vielen, vielen Dank noch einmal dafür!). Ich musste dort zum Glück nicht lange warten und kam gleich dran. Nachdem meine Hautärztin die Stelle auf dem Rücken mit einer Spritze lokal betäubt hat, schnitt sie mit der Hilfe einer Assistenzärztin das Muttermal heraus und nähte anschließend die entstandene Wunde mit genau sechs Stichen wieder zu. Ich habe kaum etwas davon gespürt. Nur das Nähen fand ich sehr unangenehm. Währenddessen war ich auf einmal wieder so nervös und angespannt, sodass meine Hautärztin kurzzeitig befürchtete, ich könnte mich zu sehr verkrampfen oder sogar ohnmächtig werden. Sie hat deshalb meine Mama gebeten, zu mir zu kommen und meine Hand zu halten, damit ich mich wieder etwas beruhige. Danach entfernte mir meine Hautärztin ebenfalls unter örtlicher Betäubung die Warze an der Schulter. Bei der Warze am Knie waren wir uns jedoch beide einig, dass ich mir diese an einem erneuten Termin entfernen lassen werde. Diese hätte nämlich auch nochmal mit eins, zwei Stichen genäht werden müssen. Doch das wollte mir meine Hautärztin an dem Tag nicht mehr zumuten. Und dann hatte ich es endlich geschafft!

Zwei Wochen später musste ich noch einmal erneut die Zähne beim Fädenziehen zusammenbeißen. Davor hatte ich nämlich fast mehr Angst, als vor der eigentlichen Operation. Doch das Fädenziehen war nur halb so schlimm wie befürchtet. Innerhalb weniger Minuten waren diese herausgezogen. Währenddessen habe ich übrigens ganz fest einen meiner Knetbälle in meinen Händen gehalten, um mich etwas von dem unangenehmen Gefühl abzulenken.

Mittlerweile geht es mir wieder ganz gut. Die Wunde ist bisher gut verheilt und ich merke, wie die Schmerzen von Tag zu Tag immer weniger werden und ich mich immer besser bewegen kann, sodass ich fast wieder meinen gewohnten Alltag nachgehen kann. Auch duschen darf ich endlich wieder, was bei den sommerlichen Temperaturen, die im Moment draußen herrschen, ja auch nicht ganz unwichtig ist. Doch das wichtigste ist, dass sich der Verdacht auf Hautkrebs zum Glück nicht bestätig hat!

Zum Schluss habe ich noch einmal ein paar Tipps gesammelt und aufgeschrieben, die nicht nur mir vor meiner bevorstehenden Operation sehr geholfen haben, sondern auch sicherlich hilfreich für den einen oder anderen von euch sein könnten.

  • Ängste, Sorgen oder auch Probleme wie z.B. eine erhöhte Schmerz- und Berührungsempfindlichkeit vorab beim behandelnden Arzt ansprechen und diesen während des Eingriffs um besonders viel Vorsicht bitten
  • das Gedankenkarussell stoppen und sich - wenn überhaupt - erst Gedanken darüber machen, wenn es soweit ist!
  • belastende und überreizende Situationen meiden
  • Entspannungsübungen machen wie z.B. Progressive Muskelentspannung, Klopfen oder Autogenes Training
  • sich noch einmal ganz bewusst Zeit für sich selbst nehmen und etwas Schönes und Entspannendes machen wie z.B. ein Bad nehmen oder ein Buch lesen
  • natürliche Arzneimittel wie z.B. Neurexan unterstütztend gegen die Nervösität und innere Unruhe einnehmen
  • jemand Vertrautes als Begleitung zu dem Termin mitnehmen
  • während des Eingriffs oder des Fädenziehens z.B. mit Kopfhörern Musik hören oder einen Knetball in den Händen kneten, um sich abzulenken
  • eine Belohnung in Aussicht stellen

  • Nadine

    2016/07/17

    Die zweite und dritte Verordnung Ergotherapie

    In meinem heutigen Post möchte ich euch noch fix, bevor es für zwei Wochen an die Ostsee in den Sommerurlaub geht, zusammenfassen, was ich in den letzten Wochen in meinen Ergotherapiestunden alles so gemacht habe. Ein kleines Ergotherapie-Update sozusagen. Auch zukünftig habe ich mir vorgenommen, in regelmäßigen Abständen über meine Ergotherapiestunden hier auf dem Blog zu berichten und euch so einen kleinen Einblick darin zu ermöglichen.

    Während der zweiten Verordnung Ergotherapie bin ich gemeinsam mit meiner Ergotherapeutin die meiste Zeit klettern gewesen. Sowohl an der 60 Quadratmeter großen Boulderwand, als auch an der 14 m hohen Kletterwand der Praxis. Über meine ersten Erfahrungen an der Kletterwand habe ich bereits hier und hier geschrieben. Außerdem haben wir eine Tabelle erstellt, in der wir erst die Anzeichen für einen Overload (Reizüberflutung) gesammelt haben und anschließend angefangen haben aufzuschreiben, woran ich diese merke und was ich dagegen tun kann.

    Während der dritten Verordnung Ergotherapie haben wir erstmals auf meinen Wunsch hin über das Thema „Arbeit“ gesprochen, da mich dieses Thema zu diesem Zeitpunkt wieder sehr beschäftigt hat. In diesen Stunden hat sich daher alles um die Fragen „Wo könnte ich mir vorstellen zu arbeiten?“, „Welche Vorrausetzungen brauche ich?“, „Welche Institutionen/Einrichtungen würden in Frage kommen?“ oder auch „Welche Vor-und Nachteile hat es, als Arbeitnehmer mit Behinderung eingestellt zu werden?“ gedreht, wofür ich sehr viel zuhause im Internet recherchiert habe. An dieser Stelle kann ich übrigens sehr die Internetseite talentplus von REHADAT empfehlen. Hier gibt es sämtliche Informationen, was das Arbeitsleben mit Behinderung betrifft. Sowohl für Arbeitnehmer, als auch für Arbeitgeber. Zudem habe ich gemeinsam mit meiner Ergotherapeutin eine Liste mit meinen Stärken erstellt.

    Zwischendurch haben wir immer wieder kleine Kartenspiele wie z.B. Flix Mix oder Express gespielt, die mir nicht nur sehr viel Spaß machen zu spielen, sondern auch nebenbei meine Konzentrations- und Aufmerksamkeitsspanne etwas fördern. Oft haben wir auch zum Abschluss einer Stunde eine Fantasiereise an das Meer oder in den Wald zur Entspannung gemacht.

    Mittlerweile habe ich bereits die vierte Verordnung Ergotherapie beendet und werde nach den zwei Wochen an der Ostsee mit der fünften Verordnung Ergotherapie beginnen. Doch sowohl über die vierte, als auch über die fünfte Verordnung Ergotherapie werde ich berichten, sobald ich die fünfte Verordnung Ergotherapie beendet habe. Nun freue ich mich erst einmal auf unseren langersehnten Sommerurlaub an der Ostsee. Drückt uns die Daumen, dass wir wenigstens ein bisschen Sonnenschein und Badewetter haben werden. :)

    Nadine