Posts mit dem Label Strategien werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Strategien werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

2018/07/13

Abenteuer Krankenhaus

Endlich habe ich es geschafft! Vor drei Wochen wurden mir wegen meinem dauerhaften Schnupfen mithilfe eines operativen Eingriffs die Nasenmuscheln verkleinert und mehrere Engstellen in den Nasennebenhöhlen etwas geweitet. Anschließend musste ich noch drei Tage zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben. Das war ganz schön aufregend für mich! Das ist nämlich meine allererste Operation unter Vollnarkose gewesen. Doch ich habe die Operation (bis auf das Setzen des Zugangs) gut überstanden und auch die drei Tage im Krankenhaus im Dreibettzimmer tapfer hinter mich gebracht. Darauf bin ich wirklich stolz!

Gleich am Montagmorgen habe ich mich gemeinsam mit meiner Mama voller Mut auf den Weg in das Krankenhaus gemacht, in dem ich noch im Laufe des Vormittages operiert werden sollte. Marc musste leider an diesem Tag arbeiten und konnte deshalb mich nicht mit zu der Operation begleiten. Deshalb musste spontan meine Mama einspringen. An dem Wochenende davor habe ich mir übrigens noch einmal viel Ruhe und ein wohlig warmes Entspannungsbad gegönnt, sodass ich möglichst erholt und entspannt die Operation und den damit verbundenen Krankenhausaufenthalt angehen konnte. Im Krankenhaus angekommen, bezog ich dann erst einmal mein Zimmer und packte all meine Sachen aus meinem Koffer aus. Ich habe nämlich mal wieder sehr großzügig und für alle Eventualitäten gepackt. :D Außerdem wurde ich gleich von einer Krankenschwester befragt, was ich am nächsten Tag zu den drei Mahlzeiten gerne essen wollen würde. Danach wurde ich dann von einer anderen Krankenschwester für die Operation fertig gemacht. Ich sollte eine Haube, ein Hemd und eine Netzunterhose anziehen und es mir daraufhin schon einmal in meinem Krankenhausbett gemütlich machen. Zudem bekam ich die berühmte „Leck-mich-am-Arsch-Tablette“ von der Krankenschwester verabreicht. Währenddessen trudelten auch meine zwei Bettnachbarinnen im Zimmer ein, die ebenfalls mit mir an diesem Vormittag operiert werden sollten. Gegen 12.30 Uhr wurde ich dann nach langem Warten endlich – nachdem ich meiner Mama noch einmal mit einem zuversichtlichen Lächeln zum Abschied zu gewunken habe - von der Krankenschwester und einem Pfleger abgeholt und in meinem Bett runter in den Vorraum des Operationssaales geschoben.

Dort kippte dann leider meine Stimmung etwas. Nachdem ich von meinem Bett auf die Operationsliege geklettert bin, versuchte mir die Anästhesistin den Zugang, auf meinen Wunsch hin, in einer meiner Armbeugen zu legen. Auf dem Handrücken kann das nämlich so gar nicht leiden. Doch sie konnte weder an meinem linken Arm, noch an meinem rechten Arm eine geeignete Vene finden, in der sie den Zugang hätte legen können, da meine Venen so klein und fein sind. Zudem zitterte ich vor Aufregung so sehr, dass es der Anästhesistin einfach nicht gelang, mir den Zugang zu legen und sie einen älteren und erfahreneren Anästhesisten dazu ziehen musste. Dieser wiederrum hat dann auch noch eine ganze Weile gebraucht, bis er endlich eine geeignete Vene gefunden hat, und hat sogar mehrmals zustechen müssen, bis der Zugang endlich richtig saß. Das war ein ganz schöner Akt!

Doch dann konnte es endlich losgehen. Die Operation selbst habe ich Dank Vollnarkose zum Glück komplett verschlafen. :) Das erste Mal wach wurde ich dann im Aufwachraum des Krankenhauses. Hier kann ich mich allerdings an kaum etwas erinnern, weil ich noch so verschlafen von der Vollnarkose gewesen bin. Ich weiß nur noch, dass ich dort nach einer der Krankenschwestern gerufen habe, da mein Mund so trocken gewesen ist. Diese hat mir dann sogleich ein Spray zum Befeuchten in den Mund gesprüht. Schmerzen hatte ich zum Glück sonst keine. Ich bekam nämlich noch, bevor ich wieder wach wurde, vorsorglich ein Schmerzmittel über den Zugang zugeführt und später ein Kühlkissen um den Nacken gelegt. Ich musste mich anfangs nur ein wenig an die Tamponaden in meiner Nase gewöhnen. Nach der Operation wurden mir nämlich zwei Tamponaden in meine beiden Nasenlöcher eingeführt, die ich noch bis Mittwochnachmittag tragen musste. Zudem musste ich zeitgleich eine Mullbinde vor der Nase tragen, die um die Ohren gebunden wurde. Das sah vielleicht lustig aus. Die Krankenschwestern und Pfleger nannten die Mullbinde übrigens auch „Nasenschnorchel". Gegen 14.30 Uhr wurde ich dann wieder zurück auf mein Zimmer gebracht, in dem meine Mama schon auf mich wartete. Am späten Nachmittag kam dann auch Marc noch zu Besuch. Ihn habe ich dann schon wieder mit einem noch sehr verschlafenen, aber sehr zuversichtlichen Lächeln begrüßen können. Genauso wie meine Mama am Vormittag auch.

Ich. Kurz nach der Operation mit meinem „Nasenschnorchel". Sieht schlimmer aus, als es war. :)

Und auch die drei Tage im Krankenhaus habe ich tapfer hinter mich gebracht. Die Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger dort waren zum Glück allesamt sehr lieb und fürsorglich. Und auch das Essen war sehr lecker. Zudem habe ich jeden Tag Besuch von meiner Mama und Marc bekommen, wofür ich den beiden sehr dankbar bin. Ich konnte bloß die ersten zwei Nächte - zum Leidwesen meiner Bettnachbarinnen - überhaupt nicht schlafen, da ich durch die Tamponaden in der Nase kaum Luft bekommen habe und jedes Mal von meinem eigenen Schnarchen wach wurde, sobald ich mal ein paar Minuten eingeschlafen bin. Außerdem habe ich von dem vielen Liegen und der inneren Anspannung aufgrund der aufregenden und ungewohnten Situation im Krankenhaus super viel Luft im Bauch gehabt und dadurch irgendwann ziemliche Bauchschmerzen bekommen. Die dritte Nacht konnte ich dann, nachdem mir am Nachmittag endlich die Tamponaden aus der Nase entfernt wurden und ich etwas gegen die Bauchschmerzen bekommen habe, wieder etwas besser schlafen. Aber wirklich erholsam war diese trotzdem nicht. Und auch beim Entfernen der Tamponaden am Mittwochnachmittag musste ich noch einmal ganz schön die Zähne zusammenbeißen. Davor hatte ich nämlich schon die ganzen Tage Angst. Doch mein HNO-Arzt hat das Entfernen der Tamponaden zum Glück so kurz und schmerzlos wie möglich gemacht. Ich habe ein Nierenschälchen unter meine Nase halten müssen, und mein HNO-Arzt hat dann mit einer Pinzette vorsichtig die Tamponaden herausgezogen, bis sie letztendlich von alleine in das Schälchen gerutscht sind. Und das war es auch schon. Es hat also überhaupt nicht weh getan, wie zuerst befürchtet, sondern sich lediglich etwas unangenehm angefühlt.

Mittlerweile bin ich wieder zuhause. Ich muss mich zwar noch viel ausruhen und schonen und war auch die letzten drei Wochen krankgeschrieben. Aber sonst geht es mir zum Glück wieder ganz gut. :)

Im Nachhinein blicke ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf die Operation und die Tage im Krankenhaus zurück. Natürlich war ich überglücklich, als ich die Operation hinter mir hatte und endlich wieder nach Hause, in meine vertrauten vier Wände, durfte. Auf der anderen Seite habe ich in dieser Zeit wieder einmal sehr intensiv Zeit mit meiner Familie verbringen dürfen und dieses Erlebnis hat sowohl meine Mama und mich, als auch Marc und mich wieder ein ganzes Stück mehr zusammengeschweißt und um einiges stärker gemacht. Und irgendwie war die Zeit dort tatsächlich wie ein kleines Abenteuer für mich, welches es mit all seinen Höhen und Tiefen zu meistern galt.

Nun muss ich die Tage noch einmal erneut all meinen Mut und all meine Kraft zusammennehmen. Denn Ende Juli muss ich nämlich leider noch ein weiteres Mal operiert werden, da mir schon wieder ein Muttermal entfernt werden muss. Dies ist zum Glück jedoch „nur“ eine ambulante Operation.

Nadine

2017/07/06

Sport gleich Mord?

Anfang des Jahres haben Marc und ich uns gemeinsam im Fitnessstudio angemeldet und gehen seitdem - soweit es unser doch manchmal sehr turbulenter Alltag zulässt - dort mindestens einmal wöchentlich trainieren, um nicht nur die einen oder anderen überschüssigen Pfunde loszuwerden, sondern auch um mehr für unsere Gesundheit zu tun und vor allem Stress abzubauen.

Ich muss gestehen, dass ich mich lange Zeit gewehrt habe, mich im Fitnessstudio anzumelden, da ich mir irgendwie immer vorgestellt habe, dass ich dort nur gemeinsam mit von oben bis unten muskelübersäten Männern und Frauen das Eisen verbiegen muss. Doch ich muss im Nachhinein sagen, dass ich bisher immer ein völlig falsches Bild davon gehabt habe. Die Fitnessstudiobesucher sind, zumindest in dem Fitnessstudio, in dem wir regelmäßig trainieren gehen, kunterbunt gemischt. Von groß, klein, dick, dünn, jung, alt, trainiert oder untrainiert bis hin zu Mann oder Frau ist dort so ziemlich jeder anzutreffen. Zudem gibt es dort auch einen extra Bereich für das bloße Krafttraining. Deshalb habe ich mich auch Anfang des Jahres, nachdem mal wieder ein Flyer vom Fitnessstudio in unserem Briefkasten gelandet ist und leider auch zu diesem Zeitpunkt die ersten gesundheitlichen Probleme wie zum Beispiel Übergewicht oder auch die Sache mit dem Reflux und der Speiseröhrenentzündung bei mir aufgetaucht sind, endlich dazu durchgerungen, gemeinsam mit Marc mich dort für ein vierwöchiges Probetraining anzumelden und es einmal auszuprobieren.

Gesagt, getan! Nachdem wir dann erst einmal ein Gespräch mit unserem zuständigen Trainer über unsere zu erreichenden Ziele und eventuelle bestehende gesundheitliche Probleme und Einschränkungen geführt haben und dieser daraufhin einen individuellen Trainingsplan für jeden von uns ausgearbeitet hat, konnte es auch schon losgehen. Seitdem trainieren Marc und ich dort mindestens einmal wöchentlich. Vor jedem Training wärmen wir uns erst einmal für fünf bis zehn Minuten im Kardiobereich auf. Hierfür stehen uns mehrere Laufbänder, Crosstrainer oder auch Fahrräder zur Verfügung. Doch Marc und ich haben uns beide dafür entschieden, vor dem Training erst einmal eine Runde mit dem Fahrrad zu fahren. Danach folgt dann das Krafttraining an den Geräten. Hierbei führen wir wiederum verschiedene Übungen durch, die wir in drei Sätzen fünfzehn Mal wiederholen, und so gezielt alle stabilisierenden Muskeln stärken, wie den unteren Rücken, den Bauchmuskel, den oberen Rücken, die Brustmuskeln oder auch die Beine und das Gesäß. Im Anschluss fahren wir dann noch einmal zehn bis zwanzig Minuten mit dem Fahrrad, um noch ein bisschen was für unsere Ausdauer zu tun und die einen oder anderen Kalorien zu verbrennen.

Allerdings ist es mir die ersten Wochen sehr, sehr schwer gefallen, dort regelmäßig trainieren zu gehen. Nicht, weil ich Probleme mit meinen Übungen gehabt habe oder unmotiviert gewesen bin oder so. Ganz im Gegenteil: das Training hat mir sogar richtig Spaß gemacht! Doch anfangs hat mir - aufgrund meines Asperger-Syndroms und meiner sozialen Phobie - das ganze Drumherum, was so neben dem Training dazugehört, arg zu schaffen gemacht. Ich wusste anfangs nie, was ich sagen sollte, wenn die Dame am Empfang versucht hat, mit mir Smalltalk zu halten, ich habe mich nur ungern in der meist doch sehr vollen Damenumkleide umgezogen und ich habe mich anfangs auch ein bisschen unwohl dabei gefühlt, vor all den anderen Fitnessstudiobesuchern und den Trainern, meine Übungen an den Geräten durchzuführen. Ich habe mich anfangs noch nicht einmal getraut, anschließend duschen zu gehen, obwohl ich es immer äußerst unangenehm fand, so verschwitzt wieder in meine Alltagskleidung zu schlüpfen. Einfach, weil die ganze Sache mit dem Fitnessstudio für mich völlig neu und ungewohnt gewesen ist und ich bis dahin bei vielen Dingen nicht wusste, wie sie funktionieren oder wo ich sie genau finde.

Hinzu kam, dass ich das Training zwischenzeitlich leider immer wieder unterbrechen musste und nur sehr unregelmäßig in das Fitnessstudio gehen konnte, da ich zwischenzeitlich nicht nur mit den Beschwerden, die mein Reflux und meine Speiseröhrenentzündung verursacht haben, sehr zu kämpfen gehabt habe, sondern vor allem auch mit den Nebenwirkungen der Tabletten, die ich dagegen verschrieben bekommen habe. Der Start verlief für mich also leider etwas holprig.

Doch mittlerweile sind Marc und ich wieder regelmäßiger im Fitnessstudio anzutreffen und wollen wieder voll durchstarten. Zwar geht es mir gesundheitlich noch immer nicht wirklich gut, doch ich möchte mich von all den Beschwerden, die mich in den letzten Wochen und Monaten doch sehr beherrscht haben, einfach nicht mehr unterkriegen lassen. Zudem bemerke ich immer wieder, wie gut mir das regelmäßige Training im Fitnessstudio tut. Ich fühle mich insgesamt einfach viel ausgeglichener und merke, dass die innere Anspannung deutlich weniger geworden ist und damit auch die oftmals damit verbundenen Overloads (Reizüberflutungen) und Meltdowns (Wutausbrüche). Und auch all meine kleinen Problemchen und Sorgen, die ich zu Beginn gehabt habe, habe ich mittlerweile zum Glück geschafft, weitestgehend zu überwinden. Zum Einen stand mir, neben Marc, viel meine Mama zur Seite. Meine Mama trainiert nämlich ebenfalls in dem selben Fitnessstudio, in dem wir uns angemeldet haben. Sie war letztendlich auch diejenige, die mich zum Beispiel noch einmal durch die Damenumkleide geführt und mir dort alles gezeigt hat und mich so letztendlich ganz langsam an die ganze Sache mit dem Fitnessstudio herangeführt hat. Zum Anderen muss ich wieder mal schweren Herzens zugeben, dass Übung einfach den Meister macht. Um so öfter und regelmäßiger ich im Fitnessstudio zum Trainieren gewesen bin, um so leichter fiel es mir auch letztendlich irgendwann, mich dort zurechtzufinden. Mittlerweile weiß ich einfach, wie was funktioniert oder wo ich was finde.

Im Nachhinein bin ich wirklich sehr froh, es trotz aller anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Fitnesstudio einmal ausprobiert zu haben und freue mich wirklich sehr darüber, scheinbar nun endlich eine Sportart gefunden zu haben, dir mir Spaß macht und die ich mir auch für längere Zeit vorstellen könnte, zu betreiben. Spätestens, wenn Marc und ich Anfang August wieder von unserem zweiwöchigen Besuch an der Ostsee zurück sein werden, werden wir noch einmal erneut das Gespräch mit unserem zuständigen Trainer suchen und uns von ihm noch ein paar weitere Übungen zeigen lassen. Ich bin schon ganz gespannt, was er für uns noch so an Übungen parat hat und ob mir diese genauso gut gefallen werden, wie meine jetzigen Übungen. Vielleicht traue ich mich ja in den nächsten Wochen auch mal einen der vielen angebotenen Kurse mitzumachen oder auch mal dort die große Saunalandschaft zu besuchen. Dazu konnte ich mich bisher nämlich noch nciht durchringen.

Nadine

2017/05/26

5 Tipps gegen Panikattacken

In dem heutigen Post möchte ich gerne noch einmal etwas näher auf das Thema Panikattacken eingehen, die zum Beispiel durch Stress oder auch starke Angst ausgelöst werden können. Auch wenn glücklicherweise meine Magenspiegelung neulich ganz ohne eine Panikattacke oder Ähnlichem ablief, habe ich dennoch noch einmal ein paar Tipps für euch zusammengesammelt, die mir bisher immer ganz gut in solchen äußerst unangenehmen Situationen geholfen haben und eventuell auch für den einen oder anderen von euch hilfreich sein könnten. Vor allem, wenn diese während einer Untersuchung oder eines operativen Eingriffs unter örtlicher Betäubung auftreten. Ich muss nämlich gestehen, dass ich anfangs auch völlig mit solchen Situationen überfordert gewesen bin und nicht so richtig wusste, was ich tun sollte, wenn plötzlich mein Herz anfing, wie wild zu rasen, ich am ganzen Körper schwitzte und zitterte, ich immer schneller atmete oder ich auf einmal starke Übelkeit oder Bauchschmerzen bekam, sodass ich über jeden Tipp froh gewesen bin, den ich nur kriegen konnte, um so irgendwie einen Weg finden zu können, mit solchen Situationen besser umzugehen. Deshalb liegt es mir auch sehr am Herzen, meine Tipps, die sich so im Laufe der Zeit angesammelt haben, an euch weiterzugeben.

Nun aber zu den Tipps.

Tipp 1: Die Angst zulassen

Wenn ich bemerke, dass sich während einer Untersuchung oder eines operativen Eingriffs unter örtlicher Betäubung eine Panikattacke anbahnt, dann versuche ich die Angst zuzulassen und diese möglichst nicht zu unterdrücken. Denn ich musste im Laufe der Zeit feststellen, dass, umso mehr ich mich gegen die Angst gewährt habe, die Panikattacke und die damit verbundenen körperlichen Veränderungen wie zum Beispiel Herzrasen, Zittern oder Schwitzen meistens nur noch umso schlimmer wurde.

Zudem versuche ich immer daran zu denken, dass so eine Panikattacke wieder vorbei gehen wird. In meisten Fällen dauert eine Panikattacke, soweit ich weiß, etwa zehn bis 30 Minuten. An diesen Gedanken versuche ich mich dann festzuhalten.

Tipp 2: Auf die Atmung achten

Durch eine flache und beschleunigte Atmung oder auch das Anhalten des Atems kann eine Panikattacke erst ausgelöst oder gar verschlimmert werden. Der Körper wird in dem Moment mit Sauerstoff überversorgt und mit Kohlendioxid unterversorgt, sodass es im schlimmsten Fall bis hin zu einer Bewusstlosigkeit kommen kann. Deshalb ist es wichtig, auf die Atmung zu achten und möglichst bis tief in den Bauch hinein zu atmen. Dies ist zugebener Maßen gar nicht so einfach. Doch die Bauchatmung kann mithilfe von verschiedenen Atemübungen geübt werden. Ich habe bei der Ergotherapie zum Beispiel folgende zwei Atemübungen kennengelernt:

Übung 1: Bei der ersten Atemübung übt man erst einmal bis in den Brustkorb hinein zu atmen. Hierfür setzt man sich aufrecht hin und legt die eine Hand auf den Brustkorb und die andere Hand auf den Bauch. Dann atmet man durch die Nase tief ein, hält drei Sekunden die Luft an und atmet dann wieder kräftig durch den Mund aus.

Übung 2: Bei der zweiten Atemübung übt man nun bis tief den Bauch hinein zu atmen. Hierfür legt man sich am Besten hin, um später die Bewegungen des Bauches besser spüren zu können. Auch bei dieser Atemübung legt man wieder die eine Hand auf den Brustkorb und die andere Hand auf den Bauch. Danach atmet man – genauso wie bei der ersten Atemübung - wieder tief durch die Nase ein, hält drei Sekunden die Luft an und atmet dann wieder kräftig durch den Mund aus. Der einzige Unterschied ist, dass man dieses Mal versucht, die Luft noch etwas weiter, bis tief in den Bauch, einzusaugen.

Während einer Panikattacke können dann die beiden oben erklärten Atemübungen so lange wiederholt werden, bis sich die Situation wieder etwas entspannt hat.

Tipp 3: Einzelne Körperteile nach und nach entspannen

Auch Anspannung kann eine Panikattacke hervorrufen oder auch verstärken oder verlängern. Ich spanne zum Beispiel unbewusst besonders häufig mein Gesicht, die Schulterpartie, den Bauch oder auch meine Hände und Füße an. Deshalb versuche ich, neben der Atmung, auch auf mögliche angespannte Körperteile zu achten, und diese möglichst nach und nach zu entspannen.

Tipp 4: Gedanken umlenken

Wenn ich bemerke, dass sich während einer Untersuchung oder einem operativen Eingriff unter örtlicher Betäubung eine Panikattacke anbahnt, dann versuche ich zudem meine Aufmerksamkeit möglichst nicht auf die Angst und die damit verbundenen körperlichen Veränderungen wie zum Beispiel Herzrasen, Zittern oder Schwitzen zu richten, sondern an etwas anderes zu denken. Ich überlege dann zum Beispiel, was an dem Tag noch so ansteht, was ich nächste Woche kochen könnte oder was ich alles noch für unseren nächsten Besuch an der Ostsee einpacken muss. Oder ich denke an etwas Schönes wie zum Beispiel an die vielen schönen Tage am Meer, die ich bisher gemeinsam mit Marc verbracht habe, oder auch an die Belohnung, die ich mir nach solch einer Untersuchung oder auch operativen Eingriff mit örtlicher Betäubung in Aussicht gestellt habe. Genauso hilft es mir sehr, wenn ich mich währenddessen versuche etwas abzulenken, indem ich zum Beispiel einen Knet- oder Igelball in den Händen halte und knete oder mit Kopfhöreren Musik höre.

Tipp 5: Negative Reize durch positive Reize ersetzen

Ich persönlich habe während einer Untersuchung oder eines operativen Eingriffs unter örtlicher Betäubung am meisten mit den vielen negativen Reizen um mich herum zu kämpfen. Ich kann weder sehen, wie zum Beispiel eine Braunüle gesetzt wird, noch mag ich hören, wie beim Nähen einer Wunde mit der Schere die einzelnen Fäden durchgeschnitten werden oder diesen typischen Arzt- und Krankenhausgeruch riechen. Deshalb ist es sehr hilfreich, all diese negativen Reize möglichst durch positive Reize zu ersetzen. Ich könnte zum Beispiel währenddessen die Augen schließen, etwas Duftöl wie zum Beispiel Minz- oder Lavendelöl unter die Nase reiben, ein Stück Traubenzucker lutschen oder einen Kaugummi kauen, mit Kopfhörern Musik oder ein Hörbuch hören oder auch einen Knet- oder Igelball in den Händen halten und kneten. Je nachdem, was ich in so einem Moment gerade brauche und was mir gut tun könnte.

Habt ihr euch noch irgendwelche Tipps gegen Panikattacken? Dann gerne her damit!

Nadine

2017/05/14

Is wie ‘ne Tür, musste durch! - Meine allererste Magenspiegelung

Einige von euch haben es bereits auf Instagram mitbekommen: Ich habe diese Woche endlich meine allererste Magenspieglung relativ erfolgreich hinter mich gebracht, über die ich hier gerne ein bisschen mehr auf dem Blog erzählen möchte. :) Seit einiger Zeit habe ich nämlich immer wieder mit Sodbrennen, Schluckbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen oder auch Halsschmerzen, Schnupfen und Husten zu kämpfen, sodass meine Hausärztin nach langem Hin und Her bei mir letztendlich eine mögliche Refluxerkrankung sowie eine Speiseröhrenentzündung vermutet hat.

Postkarte

Ich habe zwar zwischenzeitlich schon sogenannte Protonenpumpenhemmer (Pantoprazol), die die Magensäureproduktion etwas verringern sollen, von meiner Hausärztin vier Wochen lang zum Testen verschrieben bekommen, doch ich habe die Tabletten überhaupt nicht vertragen. Zwar wurden mit der Einnahme der Tabletten meine Beschwerden tatsächlich etwas besser. Allerdings habe ich mich in dieser Zeit fast tagtäglich übergeben müssen und mit starker Übelkeit zu kämpfen gehabt. Und das selbst noch zwei bis drei Wochen nach dem Absetzen der Tabletten. Deshalb war eine Magenspiegelung unumgänglich.

Ich muss gestehen, dass ich schon ziemlich aufgeregt wegen der anstehenden Magenspiegelung gewesen bin, da ich mir gar nicht so richtig vorstellen konnte, was alles auf mich zu kommen wird, trotz ausführlichem Vorgespräch mit meinem behandelnden Internisten. Doch am meisten Angst habe ich vor dem Setzen der notwendigen Braunüle gehabt. Ja, ihr habt richtig gelesen. :D Das finde ich jedes Mal so so unangenehm, da ich besonders auf dem Handrücken sehr berührungs- und schmerzempfindlich bin. Diese Stelle meines Körpers kann selbst ich kaum berühren. Die Braunüle wird zwar üblicherweise bei einer Magenspiegelung oder auch bei einer Darmspiegelung in der Armbeuge gesetzt, doch zu diesem Zeitpunkt war noch unsicher, ob das bei mir überhaupt klappen wird, da ich so kleine und feine Venen habe und es in der Vergangenheit immer wieder Schwierigkeiten gab, eine geeignete Vene zu finden, wenn mir Blut abgenommen werden sollte. Deshalb habe ich auch die Tage vor der Magenspiegelung mehrmals Sport getrieben, viel gelesen, einige Tiefenentspannungsbäder gemacht (den Tiefen-Entspannungs Badezusatz von tetesept kann ich übrigens nur empfehlen!) und unterstützend Neurexan eingenommen, um so so entspannt wie möglich die ganze Sache mit der Magenspiegelung angehen zu können. Außerdem habe ich mir eine kleine Belohnung in Aussicht gestellt. Ich habe mir nämlich gewünscht, am darauffolgenden Abend nach der Magenspieglung gemeinsam mit Marc ausnahmsweise Mal ein leckeres Sandwich von Subway zu essen und Dexter weiteranzusehen. Das ist unsere derzeitige absolute Lieblingsserie.

Die Magenspiegelung an sich hat nicht einmal eine halbe Stunde gedauert und verlief völlig unkompliziert und schmerzlos. Nachdem ich erst einen Saft und ein Betäubungsgel für den Rachen einnehmen musste und die Arzthelferin mir die Braunüle mit nur wenigen Handgriffen glücklicherweise in die Armbeuge und nicht auf dem Handrücken setzen konnte und mir den Fingerclip zur Überwachung des Kreislaufs und der Atmung angebracht hat, konnte es auch schon losgehen. Das Propofol, welches mir mein Internist dann über die Braunüle zur Beruhigung gespritzt hat, hat mich innerhalb weniger Sekunden anstandslos in das Land der Träume befördert, sodass ich die ganze Untersuchung einfach mal komplett verschlafen habe. Ich habe weder mitbekommen, wie mir das Endoskop eingeführt wurde, noch wie mein Internist meine Speiseröhre, meinen Magen und meinen Zwölffingerdarm untersucht oder auch mehrere Gewebeproben mit einer kleinen Zange davon entnommen hat. Ich habe noch nicht einmal mitbekommen, wie mein Internist hinterher mit meiner Mama, die mich zu der Untersuchung begleitet hat, die ersten Ergebnisse besprochen hat, so tief und fest habe ich geschlafen. Was für ein geiles Zeug! :D Nachdem ich dann langsam zu mir gekommen bin, durfte ich mich dann noch ein paar Minuten im Wartezimmer ausruhen. Und dann war es auch schon fast geschafft! Die Arzthelferin hat mir nur noch schnell die Braunüle entfernt und dann durfte ich auch schon wieder nach Hause. :)

Braunüle Magenspiegelung

Im Nachhinein muss ich sagen, dass so eine Magenspiegelung dank der Beruhigungsspritze überhaupt keine Untersuchung ist, vor der man Angst zu haben braucht. Denn im besten Fall verschläft man – so wie ich – einfach die ganze Untersuchung und man bekommt davon so gut wie nichts mit. :)

Mein Internist konnte übrigens tatsächlich zwischen meiner Speiseröhre und meinem Magen eine etwas vergrößerte Stelle finden, an der die aggressive Magensäure wieder nach oben zurück fließen kann. Deshalb hat er auch von mehreren Stellen kleine Gewebeproben entnommen, um so letztendlich den Grad der Schädigung feststellen zu können. Doch die genauen Ergebnisse bekomme ich erst in ein paar Tagen von meiner Hausärztin mitgeteilt. Zudem soll ich wieder mit der Einnahme von Protonenpumpenhemmern anfangen. Allerdings habe ich dieses Mal Rabeprazol anstatt Pantoprazol verschrieben bekommen. Ich hoffe wirklich sehr, dass ich diese Tabletten etwas besser vertragen werde, als die vorigen Tabletten, und sie meine Beschwerden zukünftig etwas lindern können.

Jetzt muss ich Anfang Juni nur noch meinen Termin beim Endokrinologen meistern, um dort hoffentlich meine hormonellen Problemchen, mit denen ich auch immer noch nebenbei zu kämpfen habe, klären zu können. Dann habe ich erst einmal alle wichtigen Termine hinter mir. Aber das schaffe ich auch noch!

Nadine

Ihr findet mich übrigens bei Instagram unter dem Namen „brave_little_fox“. Schaut doch mal vorbei! Dort lade ich immer wieder mal ein paar Bilder aus unserem kunterbunten Alltag hoch. :)

2017/02/27

Abenteuer Medizinische Hochschule Hannover

Vor ein paar Tagen war ich in der Medizinischen Hochschule Hannover zu Besuch, um bei mir eine funktionelle Magnetresonanztomografie (fMRT) durchführen zu lassen. Doch keine Sorge: Mir geht es gut. Die Messung wurde im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie zu dem Thema „Multimodale Wahrnehmung“ durchgeführt, zu der ich kurz vor Weihnachten von der Medizinischen Hochschule per Post eingeladen wurde. Hierfür wurden vorrangig Menschen mit Schizophrenie, Menschen mit Asperger-Syndrom und Menschen mit Synästhesie gesucht. Ich habe nämlich, als ich dort vor etwas über vier Jahren meine Autismus-Diagnose im Rahmen der Asperger-Sprechstunde für Erwachsene erhalten habe, angegeben, dass ich gerne bei anstehenden wissenschaftlichen Studien kontaktiert werden möchte, um gegebenfalls daran teilzunehmen.

Radiologie Medizinische Hochschule Hannover

In der Radiologie der Medizinischen Hochschule angekommen, habe ich dort als erstes einen Mehrfachwahl-Wortschatz-Intelligenztest beantworten müssen. In diesem Test ging es darum, immer aus fünf ähnlich klingenden Worten, das Wort zu finden, welches tatsächlich existiert. Ich muss gestehen, ich kann leider im Nachhinein keine Beispiele mehr aus dem Test wiedergeben, da dieser doch sehr komplex gewesen ist. Doch in diesem Wikipedia-Artikel sind folgende drei Beispiele zu finden:

Oher – Ohr – Ehr – Ereh – Hor
Sukiff – Fasek – Siuke – Fiskus – Fuske
Nadir – Ridan – Nailer – Radin – Nidar

Danach ging es dann in die Röhre. Hierfür wurde ich, nachdem ich es mir auf der Liege gemütlich gemacht habe, mit einer MRT tauglichen Brille, Kopfhörern, einer Maske, einem Notfallknopf und einer Decke ausgestattet. Das muss wirklich lustig ausgesehen haben. Außerdem habe ich jeweils einen Drücker in meine rechte und in meine linke Hand bekommen. Denn während der Messung wurden mir mehrere kurze Videosequenzen vorgespielt, in denen einen Sprecherin Begriffe wie zum Beispiel „Hund“ oder „Tisch“ gesagt hat. Ich sollte dann daraufhin entscheiden, ob die genannten Begriffe lebendig oder nicht lebendig sind und mithilfe der Drücker in meinen Händen darauf antworten. Rechts stand für lebendig und links für nicht lebendig. Außerdem wurden noch ein paar Aufnahmen von meinem Kopf gemacht, bei denen ich einfach nur mit geschlossenen Augen weiterhin ruhig liegen bleiben sollte. Und das war es auch schon. Insgesamt lag ich 45 Minuten in der Röhre. Zum Schluss durfte ich noch die entstandenen Aufnahmen von meinem Kopf auf dem Computer im Raum nebenan ansehen und den beiden Versuchsleitern die eine oder andere Frage zu der wissenschaftlichen Studie stellen.

Das war ein richtiges kleines Abenteuer! Ich fand es wirklich spannend mal hinter die Kulissen schauen zu dürfen. Zudem bin ich so, so stolz auf mich, dass ich mich trotz all meiner Ängste getraut habe, an der wissenschaftlichen Studie teilzunehmen.

Anfang des neuen Jahres ist übrigens dieses wunderschöne Sternenlicht von dem kleinen Prinzen bei uns eingezogen und seitdem so gut wie jeden Abend im Einsatz. Es kann in orange, blau, grün oder abwechselnd leuchten. Auch am Abend nach dem Besuch in der Medizinischen Hochschule war es mal wieder im Einsatz, da es mir sehr hilft, vor allem abends nach einem langen Tag besser zur Ruhe zu kommen und mich entspannen zu können. Das ist fast ein bisschen wie snoezelen.

Sternenlicht Der kleine Prinz

Sternenlicht Der kleine Prinz

Sternenlicht Der kleine Prinz

Sternenlicht Der kleine Prinz

Nadine

2017/02/07

Meine Notfall-Kiste

Heute möchte ich euch gerne meine persönliche Notfall-Kiste etwas genauer vorstellen, die vor ein paar Wochen bei uns eingezogen ist und seitdem bei Notfällen jeglicher Art, vor allem, wenn ich in einen Overload (Reizüberflutung) oder in einen Meltdown (Wutausbruch) gerate, zum Einsatz kommt.

Notfallkiste

Auf die Idee mit der Notfall-Kiste hat mich meine Ergotherapeutin gebracht, als wir während der Ergotherapiestunden angefangen haben, eine Liste zu erstellen, in der wir erst die Anzeichen für einen Overload und einen Meltdown gesammelt und anschließend aufgeschrieben haben, woran ich diese merke und was ich dagegen tun kann.

Das Ziel der Notfall-Kiste ist es, möglichst schnell innere Spannungen abzubauen. Deshalb versuche ich immer, sobald ich merke, dass sich ein Overload oder auch ein Meltdown ankündigt oder ich einfach nur angespannt, ängstlich oder unkonzentriert bin, mit verschiedenen Gegenständen aus meiner Notfall-Kiste, die mir gut tun, dagegen an zu steuern, um mich so etwas abzulenken und mich wieder beruhigen zu können. Die Notfall-Kiste befindet sich immer griffbereit in unserem großen Bücherregal im Wohnzimmer – direkt neben all meinen Büchern zu dem Thema Autismus. Auch Marc weiß, wo die Notfall-Kiste zu finden ist und was diese beinhaltet, sodass auch er jederzeit während eines Overloads oder eines Meltdowns Gegenstände aus der Kiste für mich nutzen kann.

Derzeit befindet sich in meiner Notfall-Kiste:

  • meine Overload bzw. Meltdown Liste
  • ein Duschgel
  • ein Duschschaum
  • mehrere verschiedene Badezusätze
  • ein Massageöl
  • ein Igelball
    • weitere Massageutensilien
    • ein Buch
    • eine Entspannungs-CD mit Meeresgeräuschen
    • eine Packung Traubenzucker
    • eine Packung Ohropax
    • ein Döschen Notfall-Bonbons

    Demnächst möchte ich meine Notfall-Kiste gerne noch erweitern und mir unbedingt ein Thera-Band Übungsband zulegen. Das Thera-Band Übungsband ist ein aus Latex gefertigtes Gummiband, mit dem man verschiedene Fitnessübungen machen kann. Da ich in der letzten Zeit immer wieder so nervös, unruhig und angespannt gewesen bin, hat mir meine Ergotherapeutin damit verschiedene Übungen für die Arme und Beine gezeigt und mir dieses sogar für ein paar Tage ausgeliehen. Ich musste nämlich feststellen, dass es mir sehr gut tut, wenn ich in solchen Momenten, mit Druck- und Zugbewegungen dagegen an arbeite.

    Wichtig ist, den Inhalt der Notfall-Kiste regelmäßig zu überprüfen, ob dieser noch die gewünschte Wirkung erzielt. Deshalb sollten die Gegenstände von Zeit zu Zeit auch mal ausgetauscht oder gegen neue Gegenstände ersetzt werden.

    Nadine

    2017/01/23

    Meine (Überlebens-)Strategien im Alltag TEIL 2

    Und hier folgt der zweite Teil über meine (Überlebens-)Strategien im Alltag. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen! :)

    etwas Schönes und Entspannendes tun:

    Jedes Mal, wenn eine unangenehme Situation oder ein wichtiger Termin ansteht, ist es für mich sehr wichtig, dass ich mir vorweg noch einmal eine kleine Auszeit vom Alltag nehme und in dieser Zeit etwas Schönes und Entspannendes mache, um so die ganze Sache möglichst ruhig und entspannt angehen zu können. Ich lese dann gerne ein Buch, bade in einem extra dafür besorgten Badezusatz oder schaue mir gemeinsam mit Marc noch eins, zwei Folgen von unseren derzeitigen Lieblingsserien auf dem Laptop an.

    sich belohnen:

    Genauso wichtig , wie vor einer unangenehmen Situation oder einem wichtigen Termin noch einmal eine kleine Auszeit vom Alltag zu nehmen und etwas Schönes und Entspannendes zu tun, ist es für mich, dass ich mir hinterher eine kleine Belohnung in Aussicht stelle, um nicht nur etwas motivierter an die ganze Sache heran gehen zu können, sondern um so auch etwas zu haben, worauf ich mich freuen kann. Oft wünsche ich mir dann einen gemeinsamen Spiele- oder Filmabend mit Marc oder eine Pizza von unserem Lieblingsitaliener zu bestellen. Manchmal gönne ich mir auch ein neues Hörspiel oder ein neues Buch.

    Gesprächsthemen überlegen:

    Da es mir sehr schwer fällt mich mit jemanden über so belanglose Dinge wie zum Beispiel das Wetter oder den Job zu unterhalten und in solchen Momenten dann von meiner Seite aus meistens eher betretenes Schweigen herrscht, da ich einfach nicht weiß, was ich sagen soll, überlege ich mir jedes Mal, wenn ich mich zum Beispiel mit meiner besten Freundin treffe, vorweg ein paar Gesprächsthemen, über die ich mich mit ihr unterhalten könnte. Meistens, was ich in der letzten Zeit alles so erlebt habe. So habe auch ich die Möglichkeit, etwas zu dem Gespräch beizutragen.

    auf die Nase oder den Mund schauen:

    Mittlerweile mache ich mir, was den Blickkontakt bei Gesprächen betrifft, nicht mehr als zu viel Stress. Besonders nicht bei Menschen, die ich gut kenne, wie zum Beispiel bei meiner Familie oder auch bei meiner Ergotherapeutin. Diese wissen einfach, dass ich das unangenehm finde und dass ich es nicht böse meine, wenn ich ihnen, während wir uns unterhalten, nicht in die Augen sehe oder sogar ganz wegschaue. Jedoch gibt es immer mal wieder Situationen im Leben, in denen genau das wichtig ist, wie zum Beispiel bei einem wichtigen Gespräch wie einem Vorstellungsgespräch. In solchen Situationen versuche ich dann meinem Gesprächspartner auf die Nase oder den Mund zu schauen, anstatt direkt in die Augen. Das sieht dann fast so aus, als ob ich meinem Gegenüber tatsächlich in die Augen schauen würde. Jedoch ist es so für mich deutlich angenehmer.

    Situation kurzzeitig verlassen:

    Immer, wenn es mir zum Beispiel während eines Restaurantbesuchs oder einer Geburtstags- oder Familienfeier wieder mal viel zu laut, bunt und wuselig werden sollte, dann hilft es mir sehr in solch einem Moment, einfach die Situation kurzzeitig zu verlassen und zum Beispiel auf die Toilette zu gehen (das geht immer!) oder einmal kurz draußen etwas frische Luft zu schnappen und sich die Beine etwas zu vertreten. Das Selbe mache ich übrigens auch oft, wenn ich zum Beispiel gerade zuhause in der Küche am Kochen oder Backen bin und irgendwie nichts gelingen mag, dann lasse ich oft für einen kurzen Augenblick alles stehen und liegen und wechsel bewusst den Raum, um einmal kurz durchzuatmen und danach weiterzumachen, wo ich aufgehört habe, oder sogar eventuell noch einmal ganz von vorne anzufangen.

    sich eine Aufgabe suchen/etwas zu tun haben:

    Ebenfalls als sehr hilfreich hat es sich im Laufe der Zeit erwiesen, wenn ich mir auf Geburtstags- und Familienfeiern eine Aufgabe suche, die mir Spaß macht, wie zum Beispiel Fotos mit meiner digitalen Spiegelreflexkamera machen, dem Gastgeber helfen, den Tisch abzuräumen und die Küche aufzuräumen oder auch mit den Kindern zu spielen und herumzualbern. So bin ich ebenfalls nicht so vielen negativen Reizen ausgesetzt und kann der einen oder anderen unangenehmen Unterhaltung ein bisschen aus dem Weg gehen.

    sich komplett zurückziehen:

    Manchmal gibt es Momente, in denen hilft es nur, wenn ich mich für eine gewisse Zeit an einen ruhigen und vertrauten Ort komplett zurückziehen kann, da ich in solchen Momenten nur am „overloaden“ bin und von einen Meltdown in den nächsten schliddere. In solchen Momenten mache ich es mir dann am liebsten in meinem Bett gemütlich und lese ein gutes Buch oder höre einfach nur Musik. Danach sieht die Welt meistens schon wieder ganz anders aus. Wichtig ist hierbei jedoch, dass ich in solchen Momenten möglichst ungestört Zeit für mich alleine verbringen kann. Denn jeder noch so kleine Reiz, sei es nur eine kurze Unterhaltung oder eine Berührung, kann mich direkt wieder zurück in einen Overload oder in einen Meltdown katapultieren.

    Musik hören:

    Mein MP3-Player bzw. mein Smartphone ist für mich mittlerweile unverzichtbar für jede Bus- und Bahnfahrt geworden. Wie heißt es gleich noch so schön? Musik an, Welt aus. Das trifft auch auf mich zu. Wenn ich die Kopfhörer in meine Ohren stecke und die Liste mit meinen Lieblingsliedern rauf und runter höre, gelingt es mir immer wieder, mich komplett von meiner Umwelt abzuschotten. Das macht eine Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in einer Großstadt wie Hannover mit all den vielen Menschen um mich herum viel erträglicher. Außerdem kann ich so oft Situationen umgehen, in denen ich Smalltalk halten muss. Denn mit Kopfhörern in den Ohren werde ich selten von anderen Menschen angesprochen. Sowieso vergeht kein Tag, an dem ich nicht Musik höre. Ganz egal, ob beim Abwaschen, beim Duschen, beim Autofahren, beim Schreiben oder auch einfach nur so. Die Musik ist seit vielen Jahren mein täglicher Begleiter.

    Zeit mit lieben Menschen verbringen:

    Auch wenn der Kontakt zu anderen Menschen für mich oftmals sehr anstrengend ist und ich diesen aufgrund dessen leider nur sehr wohl dosiert ertrage, gibt es mir letztendlich doch immer sehr viel Kraft und Halt Zeit mit lieben Menschen zu verbringen. Vor allem, wenn ich mich mit meiner besten Freundin treffe und einfach mit ihr nur über Gott und die Welt schnacke, fühle ich mich hinterher immer unglaublich stark und mutig. So gelingt es mir immer wieder auf das Neue für mich unagenehme Situationen und wichtige Termine, die in den darauffolgenden Tagen und Wochen anliegen, zu meistern. Während ich mich anfangs noch mit ihr am liebsten an Orten getroffen habe, die ich gut kenne oder an denen wir für uns alleine sind, traue ich mir heute auch mal zu, gemeinsam mit ihr neue Orte zu besuchen, wie zum Beispiel ein neues Café oder ein neues Restaurant. Und das sogar ganz spontan!

    Habt ihr auch solche (Überlebens-)Strategien entwickelt, die euch den Alltag ein kleines bisschen erleichtern? Wenn ja, dann erzählt doch mal welche. Das würde mich sehr interessieren. :)

    Nadine

    2017/01/16

    Meine (Überlebens-)Strategien im Alltag TEIL 1

    Im Laufe der Zeit habe ich einige (Überlebens-)Strategien entwickelt, um in der Welt dort draußen ein kleines bisschen besser zu Recht zu kommen. Ein paar dieser Strategien möchte ich euch gerne hier auf dem Blog etwas näher vorstellen und erklären. Ich bin mir sicher, da gibt es bestimmt noch die eine oder andere Strategie mehr, die ich in meinem Alltag teilweise vieleicht auch unbewusst anwende, doch das sind erst einmal die wichtigsten Strategien. Vielleicht sind diese ja genauso hilfreich für den einen oder anderen von euch, wie meine Helferlein, die ich bereits hier vorgestellt habe.

    Listen erstellen:

    Nichts geht über Listen! Ich habe so gut wie für alles eine Liste. Ganz egal, ob To-do-Listen, Einkaufslisten oder auch Packlisten. Sie helfen mir das Gedankenchaos, was oftmals oben in meinem Kopf herrscht, vor allem, wenn ich überreizt bin, etwas zu ordnen und mich besser zu organisieren. Ich kann dann einfach alles nach und nach von meiner Liste abarbeiten, ohne mir groß Gedanken darüber machen zu müssen. Zudem fühlt es sich unglaublich gut und befreiend an, wenn ich einen Punkt auf der Liste durchstreichen kann. Der Punkt ist dann nicht nur auf meiner Liste durchgestrichen, sondern auch in meinem Kopf und damit einfach vergessen.

    Dinge ablegen:

    Neben all meinen Listen und Notizen, verteile ich mit großer Vorliebe ganz oft irgendwelche Dinge in unserer Wohnung, die eigentlich auf einen ganz anderen Platz gehören, um so zu einem späteren Zeitpunkt wieder daran erinnert zu werden, dass ich damit noch irgendetwas vorgehabt habe. So lege ich mir zum Beispiel den Einkaufszettel in die Nähe der Garderobe, um daran erinnert zu werden, dass wir in dieser Woche noch etwas einkaufen müssen. Oder ich lege mir meine Kameratasche auf den Schreibtischstuhl, um daran erinnert zu werden, dass ich noch Bilder von der Kamera auf den Laptop ziehen wollte. Oder, oder, oder.

    feste Pausen einplanen:

    Da ich sehr schnell müde und erschöpft und/oder überreizt bin, ist es wichtig, dass ich mir regelmäßig Pausen nehme, um so wieder Kraft für die noch anstehenden Aufgaben am Tag sammeln zu können. Deshalb versuche ich mir zum Beispiel jeden Mittag, sofern das möglich ist, mindestens eine Stunde Zeit für mich zu nehmen, in der ich meistens schlafe, oder auch mal zwischendurch fünf Minuten Pause zu machen. Jedoch ist es hierbei mindestens genauso wichtig, dass ich die Pausen jeden Tag fest in meinen Tagesablauf mit einplane. Sonst passiert es nämlich ganz schnell, dass ich mir diese einfach nicht nehme, da es so gut wie IMMER etwas anderes zu tun gibt, was anstatt dessen erledigt werden könnte. Und schwuppdiwupp ist die Pause weg!

    andere um Hilfe bitten/Aufgaben abgeben:

    Manchmal gibt es Momente oder auch Tage, da schaffe ich es einfach nicht, all meinen Aufgaben nachzugehen, da ich – wie bereits im obigen Punkt erwähnt - einfach zu müde und erschöpft und/oder zu überreizt bin. Dies kommt meistens abends nach einem langen Tag vor, vor allem wenn es darum geht, das Abendessen zuzubereiten. Da schaffe ich es noch nicht einmal unfallfrei, eine Kartoffel zu schälen oder den Käse zu reiben – und wenn dann nur im Schneckentempo. Auch das zu Bett gehen kann dann in solchen Momenten noch einmal zu einer echten Herausforderung werden. Oftmals gibt es, spätestens wenn ich meine Zähne putze, mir meinen Schlafanzug anziehe und meine Tabletten nehme, deshalb auch noch einmal die eine oder andere Träne. Denn wenn mein Akku leer ist, dann ist mein Akku leer. Da ist leider nichts zu machen. Ich muss gestehen: anfangs ist es mir sehr schwer gefallen andere um Hilfe zu bitten und Aufgaben abzugeben, da ich nur sehr ungern die Kontrolle über etwas abgebe. Dies bedeutet für mich nämlich auch immer ein Stück Sicherheit abzugeben. Doch im Laufe der Zeit habe ich gemerkt, dass es in solchen Momenten ziemlich entlastend sein kann, auch einmal die Hilfe anderer anzunehmen und nicht mehr für alles alleine verantwortlich sein zu müssen. So gelingt es mir dann auch oftmals wieder, mich auf das Wesentliche konzentrieren zu können.

    Handywecker stellen:

    Seit ein paar Wochen nutze ich, wenn ich zum Beispiel längere Zeit am Computer arbeite und einen neuen Post für den Blog verfasse, die sogenannte Pomodoro-Technik, über die ich zufällig im Internet gestolpert bin. Hierbei stelle ich mir dann meinen Handywecker auf eine bestimmte Minutenanzahl (ich habe erst einmal mit 10 Minuten angefangen) und versuche in dieser Zeit möglichst ungestört und konzentriert an einer Aufgabe zu arbeiten. Danach mache ich fünf Minuten Pause. Das Ganze wiederhole ich dann noch insgesamt drei Mal. Nach dem vierten Mal mache ich dann sogar eine 30 Minuten Pause. So gelingt es mir, trotz der vielen Pausen zwischendurch, oder vielleicht auch gerade deswegen, möglichst effektiv an einer Aufgabe zu arbeiten.

    Aufgabe unterbrechen:

    Wenn ich merke, dass ich mich auf eine Aufgabe doch mal nicht mehr konzentrieren kann, trotz Zeitlimit und regelmäßigen Pausen, dann hilft es mir immer sehr, die Aufgabe kurzzeitig zu unterbrechen und etwas anderes zu tun, anstatt dazusitzen, Löcher in die Luft zu starren und gar nicht voran zu kommen. In dieser Zeit erledige ich dann zum Beispiel die eine oder andere Aufgabe im Haushalt oder gehe duschen. Wenn ich mich danach dann wieder an meine eigentliche Aufgabe setze, kann ich mich darauf oftmals wieder viel besser konzentrieren, als in der Zeit davor. Manchmal ist es aber auch erforderlich, dass ich die Aufgabe, an der ich arbeite, ganz abbreche und mich erst am darauffolgenden Tag wieder daran setze, da ich mich in solchen Momenten dann nicht nur sehr schlecht konzentrieren kann, sondern auch ganz schnell in einen Overload oder einen Meltdown schliddere. Und das würde mich letztendlich deutlich mehr Kraft und Zeit kosten, als eine Unterbrechung der Aufgaben.

    Informationen sammeln:

    Da mir neue und ungewohnte Situationen große Angst machen, sammle ich gerne, wenn zum Beispiel ein Termin bei einem neuen Arzt, ein Ausflug oder auch „nur“ ein Restaurantbesuch ansteht, vorab Informationen im Internet darüber und schaue mir die dementsprechenden Internetseiten dazu an, um so schon einmal einen ersten Eindruck davon zu bekommen und ungefähr zu wissen, was dort auf mich zukommen könnte. Das nimmt mir ganz oft schon einen Großteil meiner Angst und ich kann das Ganze ein wenig entspannter und gelassener angehen.

    Notizzettel schreiben:

    Jedes Mal, wenn ein wichtiges Gespräch wie zum Beispiel ein Arztgespräch ansteht, mache ich mir davor Gedanken, was genau ich sagen möchte und ob ich irgendwelche Fragen habe, und notiere mir diese dann auf einem Zettel. So kann ich während des Gesprächs immer wieder mal darauf schauen, wenn ich vor Aufregung den Faden verliere oder auch den Zettel notfalls dem Arzt übergeben, wenn ich mal gar kein Wort heraus bekommen sollte. Auch, wenn ich zum Beispiel „nur“ bei eienem Arzt anrufen muss, um dort einen Termin zu vereinbaren, schreibe ich mir jedes Mal einen kleinen Notizzettel und lege mir diesen neben das Telefon, sodass ich immer darauf schauen kann.

    jemand Vertrautes als Begleitung mitnehmen:

    Noch mehr Sicherheit gibt es mir, wenn ich zu einem wichtigen Gespräch wie zum Beispiel einem Arztgespräch nicht nur einen Notizzettel mitnehme, sondern mich dorthin auch eine vertraute Person begleitet, die sich im Notfall jederzeit für mich einsetzen kann. Oftmals reicht es auch schon aus, wenn diese vertraute Person einfach nur auf mich im Wartezimmer wartet und ich weiß, dass sich derjenige, jederzeit für mich einsetzen könnte, wenn es irgendwelche Probleme geben sollte. Denn grundsätzlich ist es mir sehr wichtig, dass ich versuche, solche Gespräche erst einmal alleine zu meistern.

    Der zweite Teil meiner (Überlebens-)Strategien wird dann in den nächsten Tagen folgen.

    Nadine