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2018/03/27

Die letzten vier Verordnungen Ergotherapie

Es ist schon eine ganze Weile her, seitdem ich hier auf dem Blog das letzte Mal über meine Ergotherapiestunden geschrieben habe. Mittlerweile habe ich schon wieder ganze vier weitere Verordnungen Ergotherapie, also über 40 (!) Stunden, hinter mir und bereits mit der zwölften Verordnung Ergotherapie angefangen. Deshalb wird es mal wieder Zeit für ein kleines Ergotherapie-Update hier auf dem Blog. Wer gerne noch einmal meinen Beitrag über die beiden Verordnungen Ergotherapie davor lesen möchte, der kann das gerne hier tun. Ansonsten lest ihr einfach hier weiter. :)

Fuchs aus Holz

Während der achten und neunten Verordnung Ergotherapie haben meine Ergotherapeutin und ich angefangen, über meine bevorstehende Schlafsituation zu sprechen. Ich habe nämlich schon seit meiner Kindheit immer wieder mit Schlafstörungen und Panikattacken in der Nacht zu kämpfen, mich aber all die Jahre immer irgendwie so durchgemogelt. Doch nun, wo Marc aufgrund seiner Ausbildung mehrmals mehrere Wochen und Monate hintereinander weg sein wird, muss ich das erste Mal seit langem wieder ganz alleine schlafen. Das hat mir – neben der Tatsache so lange von Marc getrennt zu sein und erst einmal wieder nur eine Wochenendbeziehung zu führen – eine ganze Zeit lang ziemlich große Sorgen bereitet. Meine Ergotherapeutin hat dann, nachdem wir lange darüber gesprochen haben, wovor ich eigentlich Angst in der Nacht habe, gemeinsam mit mir überlegt, was ich in der Nacht brauchen könnte, damit ich weniger Angst habe und besser schlafen kann. Daraufhin habe ich mir zum Beispiel ein neues Nachtlicht oder auch ein neues Seitenschläferkissen zugelegt. Zudem hat sie mir ein paar Meditations- und Atemübungen zur Entspannung gezeigt, die ich vor dem Schlafengehen durchführen kann. Und auch mit meinem Psychiater habe ich über dieses Thema noch einmal gesprochen. Dieser hat mir dann noch einmal ein paar goldene Schlafregeln erklärt, wie zum Beispiel vor dem Schlafengehen noch einmal kurz Stoßlüften oder auch in der Nacht nicht auf die Uhr schauen, wenn ich wach werde, und mir ein Neuroleptikum zur Unterstützung verschrieben. Und so war ich dann ganz gut für die ersten bevorstehenden Nächte alleine gewappnet – auch, wenn diese ganz schön anstrengend waren! Zudem habe ich viel Zeit im Werkraum der Praxis verbringen dürfen und fleißig an einem Fuchs aus Holz gewerkelt. Die einzelnen Teile von dem Fuchs habe ich zuerst mithilfe von einem speziellen Pauspapier von der Vorlage auf das Holz übertragen und diese dann mit der großen Tretsäge der Praxis ausgesägt. Danach habe ich die Holzteile dann noch mit brauner, weißer und schwarzer Acrylfarbe bemalt und alles mit Holzleim zusammengeklebt. Die Augen habe ich mit einem schwarzen Edding aufgemalt. Ich bin richtig stolz auf mein Werk!

Außerdem habe ich in diesem Zeitraum meine zweite und dritte Vertretungsstunde bei der Ergotherapie gehabt, da meine Ergotherapeutin zweimal kurz hintereinander nicht da gewesen ist. Doch meine Ergotherapeutin hat sich wieder bemüht, eine Ergotherapeutin zu finden, die nicht nur menschlich gut zu mir passen könnte, sondern auch möglichst am selben Tag und zur selben Uhrzeit, wie an meinem eigentlichen Termin, Zeit hat, um mir so die Angst und Aufregung vor den beiden bevorstehenden Vertretungsstunden etwas zu nehmen. Die Ergotherapeutin, bei der ich nämlich vor ein paar Wochen schon einmal eine Vertretungsstunde gehabt habe, erwartete zu diesem Zeitpunkt nämlich gerade ein Baby. :) Doch die andere Ergotherapeutin war auch sehr, sehr nett und super lustig drauf. Gemeinsam haben wir, nachdem ich erst einmal eine Runde ordentlich von dem SRT durchgerüttelt wurde, mehrere Runden Ligretto und Ubongo gespielt. Zudem durfte ich mal die verschiedenen Balance Boards der Praxis ausprobieren. Das war zuerst gar nicht so einfach, das Gleichgewicht darauf zu halten. Doch als ich erst einmal den Dreh raus hatte, wie ich darauf stehen muss, hat es mir richtig Spaß gemacht, diese zu benutzen!

Während der zehnten und elften Verordnung Ergotherapie wiederum haben meine Ergotherapeutin und ich dann mit dem sogenannten Metakognitiven Training angefangen, welches sie ein paar Wochen zuvor auf einer Fortbildung kennengelernt hat. Das Metakognitive Training besteht insgesamt aus acht Trainingseinheiten, sogenannten Modulen, und wird vor allem bei Menschen mit Depressionen, aber auch bei vielen anderen psychischen Erkrankungen, angewandt. Während so einer Trainingseinheit schauen wir uns dann gemeinsam mithilfe von einer PowerPoint Präsentation am Computer mit einem gewissen Abstand, sozusagen aus einer Satellitenposition, verschiedene Denkvorgänge an. Dabei beschäftigen wir uns besonders intensiv mit Denkmustern, die bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von Depressionen eine Rolle spielen, wie zum Beispiel die übertriebene Verallgemeinerung, die Abwehr des Positiven oder auch das Alles-oder-nichts-Denken, und bearbeiten anschließend verschiedene Übungsaufgaben mündlich und schriftlich dazu, um mögliche Alternativen zu diesen Denkmustern zu entwickeln. Ein Beispiel für ein solches Denkmuster, wie die Abwehr des Positiven, wäre zum Beispiel, dass ich für etwas gelobt werde, ich mir aber so etwas denke wie: „Der andere versucht mir nur zu schmeicheln.“ oder auch „Das sieht nur der so.“. Dabei könnte ich auch das Lob als Geschenk betrachten und mich einfach nur darüber freuen, ohne gleich etwas Negatives darin zu sehen. Ich muss gestehen: Anfangs fiel es mir ziemlich schwer, mich mit den einzelnen Modulen auseinanderzusetzen und vor allem die Übungsaufgaben dazu zuhause alleine zu bearbeiten, da ich große Schwierigkeiten gehabt habe, die Aufgaben gleichzeitig zu lesen, zu verstehen und eigene Beispiele dazu zu finden. Diese beinhalteten nämlich für mich als Autistin oftmals zu viele Informationen auf einmal und waren dadurch so für mich viel zu unübersichtlich. Außerdem steht mir bei solchen Dingen leider oft mein Perfektionismus im Weg. Doch mittlerweile bin ich etwas geübter darin und schaffe es von Modul zu Modul besser, die Übungsaufgaben zuhause alleine zu bearbeiten. Und alles, was mir zu unübersichtlich oder auch zu unverständlich ist, fasse ich einfach noch einmal in für mich übersichtlicheren und verständlicheren Worten zusammen. Zudem habe ich in der Werkstatt der Praxis neben dem Metakognitiven Training noch einen weiteren Fuchs aus Holz angefertigt, weil mir das Arbeiten mit dem Holz vor ein paar Wochen so viel Spaß gemacht hatte. Der zweite Fuchs ist jedoch, im Gegensatz zu dem ersten Fuchs, noch etwas größer geworden und hat noch einen weißen Bauch dazu bekommen. Nun habe ich einen großen und einen kleinen Fuchs, die ich in unserer Wohnung mit einem hübschen Band aus Stoff oder auch aus Heidekraut dekorativ nebeneinander stellen kann. :)

Nadine

2017/06/18

DIY: Rapsbad

Marc und ich waren das Pfingstwochenende mal wieder bei seiner Familie an der Ostsee zu Besuch. Doch bevor ich mich an den Post über unser langes Wochenende an der Ostsee setzen werde, habe ich noch diesen kleinen Do-It-Yourself-Post für euch, in dem ich euch gerne zeigen möchte, wie ihr dieses Rapsbad für die Hände zur Entspannung in nur wenigen Schritten ganz einfach selbst herstellen könnt.

Rapsbad

Rapsbad

Das erste Mal ausprobieren durfte ich so ein Rapsbad letztes Jahr im Sommer während einer meiner Ergotherapiestunden. Die Rapssamen sind aufgrund ihres Ölgehalts nicht nur gut für die Haut, sondern wirken sich auch wohltuend auf die Gelenke aus. Deshalb werden diese auch oft bei Patienten mit Rheuma und Arthrose eingesetzt. Doch ich fand es auch so ganz angenehm und entspannend, meine Hände in den kühlen Rapssamen baden zu dürfen. Das tat bei den warmen Temperaturen draußen richtig gut.

Ihr braucht:

  • 1 kleine Kiste mit einem Deckel (ich habe hierfür die kleinste SAMLA Box von Ikea benutzt)
  • Rapssamen (diese gibt es zum Beispiel hier oder im Reformhaus zu kaufen)

Und so geht’s:

1. Die Kiste mit den Rapssamen befüllen.

Und schon ist das Rapsbad einsatzbereit! :)

Die Rapssamen können sowohl kühl, als auch warm verwendet werden. Wer es lieber etwas kühler mag, stellt die Rapssamen samt der Kiste einfach über Nacht in den Kühlschrank. Wer es hingegen lieber etwas wärmer mag, erwärmt die Rapssamen einfach vorweg in einem geeigneten Gefäß für ein paar Minutenin der Mikrowelle. Ihr könnt natürlich auch einfach so eure Hände darin baden. Vor allem Kindern macht es besonders viel Spaß, in den Rapssamen kleine Gegenstände versteckt zu bekommen und diese anschließend mit den Händen suchen oder diese auch erfühlen und erraten zu müssen.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Ausprobieren!

Nadine

2017/05/26

5 Tipps gegen Panikattacken

In dem heutigen Post möchte ich gerne noch einmal etwas näher auf das Thema Panikattacken eingehen, die zum Beispiel durch Stress oder auch starke Angst ausgelöst werden können. Auch wenn glücklicherweise meine Magenspiegelung neulich ganz ohne eine Panikattacke oder Ähnlichem ablief, habe ich dennoch noch einmal ein paar Tipps für euch zusammengesammelt, die mir bisher immer ganz gut in solchen äußerst unangenehmen Situationen geholfen haben und eventuell auch für den einen oder anderen von euch hilfreich sein könnten. Vor allem, wenn diese während einer Untersuchung oder eines operativen Eingriffs unter örtlicher Betäubung auftreten. Ich muss nämlich gestehen, dass ich anfangs auch völlig mit solchen Situationen überfordert gewesen bin und nicht so richtig wusste, was ich tun sollte, wenn plötzlich mein Herz anfing, wie wild zu rasen, ich am ganzen Körper schwitzte und zitterte, ich immer schneller atmete oder ich auf einmal starke Übelkeit oder Bauchschmerzen bekam, sodass ich über jeden Tipp froh gewesen bin, den ich nur kriegen konnte, um so irgendwie einen Weg finden zu können, mit solchen Situationen besser umzugehen. Deshalb liegt es mir auch sehr am Herzen, meine Tipps, die sich so im Laufe der Zeit angesammelt haben, an euch weiterzugeben.

Nun aber zu den Tipps.

Tipp 1: Die Angst zulassen

Wenn ich bemerke, dass sich während einer Untersuchung oder eines operativen Eingriffs unter örtlicher Betäubung eine Panikattacke anbahnt, dann versuche ich die Angst zuzulassen und diese möglichst nicht zu unterdrücken. Denn ich musste im Laufe der Zeit feststellen, dass, umso mehr ich mich gegen die Angst gewährt habe, die Panikattacke und die damit verbundenen körperlichen Veränderungen wie zum Beispiel Herzrasen, Zittern oder Schwitzen meistens nur noch umso schlimmer wurde.

Zudem versuche ich immer daran zu denken, dass so eine Panikattacke wieder vorbei gehen wird. In meisten Fällen dauert eine Panikattacke, soweit ich weiß, etwa zehn bis 30 Minuten. An diesen Gedanken versuche ich mich dann festzuhalten.

Tipp 2: Auf die Atmung achten

Durch eine flache und beschleunigte Atmung oder auch das Anhalten des Atems kann eine Panikattacke erst ausgelöst oder gar verschlimmert werden. Der Körper wird in dem Moment mit Sauerstoff überversorgt und mit Kohlendioxid unterversorgt, sodass es im schlimmsten Fall bis hin zu einer Bewusstlosigkeit kommen kann. Deshalb ist es wichtig, auf die Atmung zu achten und möglichst bis tief in den Bauch hinein zu atmen. Dies ist zugebener Maßen gar nicht so einfach. Doch die Bauchatmung kann mithilfe von verschiedenen Atemübungen geübt werden. Ich habe bei der Ergotherapie zum Beispiel folgende zwei Atemübungen kennengelernt:

Übung 1: Bei der ersten Atemübung übt man erst einmal bis in den Brustkorb hinein zu atmen. Hierfür setzt man sich aufrecht hin und legt die eine Hand auf den Brustkorb und die andere Hand auf den Bauch. Dann atmet man durch die Nase tief ein, hält drei Sekunden die Luft an und atmet dann wieder kräftig durch den Mund aus.

Übung 2: Bei der zweiten Atemübung übt man nun bis tief den Bauch hinein zu atmen. Hierfür legt man sich am Besten hin, um später die Bewegungen des Bauches besser spüren zu können. Auch bei dieser Atemübung legt man wieder die eine Hand auf den Brustkorb und die andere Hand auf den Bauch. Danach atmet man – genauso wie bei der ersten Atemübung - wieder tief durch die Nase ein, hält drei Sekunden die Luft an und atmet dann wieder kräftig durch den Mund aus. Der einzige Unterschied ist, dass man dieses Mal versucht, die Luft noch etwas weiter, bis tief in den Bauch, einzusaugen.

Während einer Panikattacke können dann die beiden oben erklärten Atemübungen so lange wiederholt werden, bis sich die Situation wieder etwas entspannt hat.

Tipp 3: Einzelne Körperteile nach und nach entspannen

Auch Anspannung kann eine Panikattacke hervorrufen oder auch verstärken oder verlängern. Ich spanne zum Beispiel unbewusst besonders häufig mein Gesicht, die Schulterpartie, den Bauch oder auch meine Hände und Füße an. Deshalb versuche ich, neben der Atmung, auch auf mögliche angespannte Körperteile zu achten, und diese möglichst nach und nach zu entspannen.

Tipp 4: Gedanken umlenken

Wenn ich bemerke, dass sich während einer Untersuchung oder einem operativen Eingriff unter örtlicher Betäubung eine Panikattacke anbahnt, dann versuche ich zudem meine Aufmerksamkeit möglichst nicht auf die Angst und die damit verbundenen körperlichen Veränderungen wie zum Beispiel Herzrasen, Zittern oder Schwitzen zu richten, sondern an etwas anderes zu denken. Ich überlege dann zum Beispiel, was an dem Tag noch so ansteht, was ich nächste Woche kochen könnte oder was ich alles noch für unseren nächsten Besuch an der Ostsee einpacken muss. Oder ich denke an etwas Schönes wie zum Beispiel an die vielen schönen Tage am Meer, die ich bisher gemeinsam mit Marc verbracht habe, oder auch an die Belohnung, die ich mir nach solch einer Untersuchung oder auch operativen Eingriff mit örtlicher Betäubung in Aussicht gestellt habe. Genauso hilft es mir sehr, wenn ich mich währenddessen versuche etwas abzulenken, indem ich zum Beispiel einen Knet- oder Igelball in den Händen halte und knete oder mit Kopfhöreren Musik höre.

Tipp 5: Negative Reize durch positive Reize ersetzen

Ich persönlich habe während einer Untersuchung oder eines operativen Eingriffs unter örtlicher Betäubung am meisten mit den vielen negativen Reizen um mich herum zu kämpfen. Ich kann weder sehen, wie zum Beispiel eine Braunüle gesetzt wird, noch mag ich hören, wie beim Nähen einer Wunde mit der Schere die einzelnen Fäden durchgeschnitten werden oder diesen typischen Arzt- und Krankenhausgeruch riechen. Deshalb ist es sehr hilfreich, all diese negativen Reize möglichst durch positive Reize zu ersetzen. Ich könnte zum Beispiel währenddessen die Augen schließen, etwas Duftöl wie zum Beispiel Minz- oder Lavendelöl unter die Nase reiben, ein Stück Traubenzucker lutschen oder einen Kaugummi kauen, mit Kopfhörern Musik oder ein Hörbuch hören oder auch einen Knet- oder Igelball in den Händen halten und kneten. Je nachdem, was ich in so einem Moment gerade brauche und was mir gut tun könnte.

Habt ihr euch noch irgendwelche Tipps gegen Panikattacken? Dann gerne her damit!

Nadine

2017/04/07

Die sechste und siebte Verordnung Ergotherapie

Schon wieder habe ich bereits über 20 Ergotherapiestunden hinter mir. Also wird es wieder mal Zeit für ein kleines Ergotherapie-Update. :)

Während der sechsten Verordnung Ergotherapie habe ich einige Stunden vor dem Computer verbracht, um mithilfe des Rehacom-Programms die eine oder andere Aufmerksamkeits- und Konzentrationsübung zu machen. Das Arbeiten mit dem Rehacom-Programm in der Vertretungsstunde vor ein paar Wochen hat mir nämlich so viel Spaß gemacht, sodass ich die folgenden Stunden unbedingt damit weiter arbeiten wollte. Allerdings sollte ich dieses Mal nicht nur aus mehreren verschiedenen, aber doch sehr ähnlichen Bildern, zwei exakt gleiche Bilder finden, sondern die Bilder waren auch noch verdreht. Das war manchmal ganz schön knifflig! Doch das hat dem Spaß keinen Abbruch getan. Ganz im Gegenteil! Zudem haben meine Ergotherapeutin und ich es endlich geschafft, meine Overload bzw. Meltdown Liste fertig zu stellen, an der wir schon seit einigen Wochen immer mal wieder gearbeitet haben. So konnte ich dann auch endlich meine Notfall-Kiste mit allem Drum und Dran herrichten. Diese habe ich übrigens auch hier auf dem Blog etwas näher vorgestellt. Schaut doch mal vorbei. Außerdem haben meine Ergotherapeutin und ich ein paar Antwortmöglichkeiten auf die für mich sehr unangenehme Frage, was ich denn eigentlich beruflich mache, gesammelt und aufgeschrieben. Diese Frage wird mir nämlich immer wieder gestellt. Doch nun habe ich immer, wenn ich spontan danach gefragt werden sollte, eine passende Antwort parat, und muss nicht immer so vor mich her stammeln.

In der letzten Stunde vor den Weihnachtsfeiertagen haben wir übrigens diese kleinen hübschen Sterne aus Transparentpapier gebastelt, da meine Ergotherapeutin zum Abschluss unbedingt noch einmal etwas Schönes mit mir gemeinsam machen wollte. Da ich ja in den Stunden davor die meiste Zeit am Computer mit dem Rehacom-Programm gearbeitet habe, war das Sternebasteln eine willkommene Abwechslung zu all den Konzentrations- und Aufmerksamkeitsübungen. Es haben nur noch Kakao, Plätzchen und Weihnachtsmusik gefehlt. Dann wäre es perfekt gewesen. ;D

Sterne aus Transparentpapier

Während der siebten Verordnung Ergotherapie habe ich gemeinsam mit meiner Ergotherapeutin noch einmal gesammelt und aufgeschrieben, was ich bei einer Panikattacke tun kann, vor allem bei operativen Eingriffen. Ich kann zum Beispiel währenddessen versuchen, auf meine Bauchatmung zu achten oder nach und nach einzelne Körperteile zu entspannen. Auch kann es sehr behilflich sein, wenn ich versuche, negative Reize durch positive Reize zu ersetzen, in dem ich zum Beispiel meine Augen einfach schließe, mit Kopfhörern Musik höre oder mir etwas Duftöl unter meine Nase reibe. Damit fühle ich mich für die Zukunft etwas gewappneter. Denn das Entfernen meines Muttermals auf dem Rücken und der Warze am Knie werden mit Sicherheit leider nicht meine letzten operativen Eingriffe gewesen sein. Ansonsten stand ich die meiste Zeit auf dem SRT und habe mich ordentlich durchrütteln lassen, da ich aufgrund meiner vielen Arzttermine, die ich zu diesem Zeitpunkt gehabt habe, sehr nervös, angespannt und unruhig gewesen bin. Ich wisst ja, das SRT geht bei mir immer! Zudem hat mir meine Ergotherapeutin verschiedene Übungen für die Arme und Beine mit dem Thera-Band Übungsband gezeigt und mir dieses sogar ein paar Tage ausgeliehen. Ich musste nämlich feststellen, dass es mir sehr gut tut, wenn ich in solchen Momenten mit Druck- und Zugbewegungen dagegen an arbeite. Außerdem durfte ich nach langer Zeit mal wieder an der 14 Meter hohen Kletterwand klettern. Es hat sich nämlich nach langem hin und her herausgestellt, dass mein Cholesterinwert etwas erhöht ist und bei mir höchstwahrscheinlich eine Refluxerkrankung vorliegt. Deshalb muss bei mir auch Anfang Mai eine Magenspiegelung durchgeführt werden (Na, das kann ja vielleicht etwas werden!). Außerdem habe ich Anfang Juni noch einen Termin bei einem Endokrinologen, da ich neben dem – seit meinem Wechsel von der Pille auf die Minipille letzten Sommer – das eine oder andere hormonelle Problemchen wie zum Beispiel fettige Haare oder ständig wiederkehrende Pickel im Gesicht habe. Ich muss zugeben: Das alles hat mich anfangs ziemlich überfordert. Vor allem, was die dringend erforderliche Ernährungsumstellung angeht. Aus diesem Grund habe ich auch mit meiner Ergotherapeutin angefangen während der Ergotherapiestunden darüber zu sprechen, wie ich meinen erhöhten Cholesterinwert senken kann, auch wenn das eigentlich vorrangig nicht ihre Aufgabe ist. Hierfür habe ich über eine Woche lang ein Ernährungstagebuch geführt, um erst einmal sehen zu können, wie ich mich überhaupt derzeit so ernähre und dieses miteinander besprochen. Außerdem haben wir eine Liste mit Lebensmitteln erstellt, die nur wenig oder gar kein Cholesterin beinhalten und ich bedenkenlos essen kann, und ein paar cholesterinarme Rezepte aus Kochbüchern und dem Internet herausgesucht. Doch sollte sich die Sache mit der Refluxerkrankung tatsächlich bestätigen, dann wird das während der Ergotherapiestunden mit Sicherheit in den kommenden Wochen auch noch einmal zum Thema werden. Der Reflux erfordert nämlich noch einmal eine ganz andere und viel strengere Ernährungsweise, als der erhöhte Cholesterin.

Nadine

2017/02/07

Meine Notfall-Kiste

Heute möchte ich euch gerne meine persönliche Notfall-Kiste etwas genauer vorstellen, die vor ein paar Wochen bei uns eingezogen ist und seitdem bei Notfällen jeglicher Art, vor allem, wenn ich in einen Overload (Reizüberflutung) oder in einen Meltdown (Wutausbruch) gerate, zum Einsatz kommt.

Notfallkiste

Auf die Idee mit der Notfall-Kiste hat mich meine Ergotherapeutin gebracht, als wir während der Ergotherapiestunden angefangen haben, eine Liste zu erstellen, in der wir erst die Anzeichen für einen Overload und einen Meltdown gesammelt und anschließend aufgeschrieben haben, woran ich diese merke und was ich dagegen tun kann.

Das Ziel der Notfall-Kiste ist es, möglichst schnell innere Spannungen abzubauen. Deshalb versuche ich immer, sobald ich merke, dass sich ein Overload oder auch ein Meltdown ankündigt oder ich einfach nur angespannt, ängstlich oder unkonzentriert bin, mit verschiedenen Gegenständen aus meiner Notfall-Kiste, die mir gut tun, dagegen an zu steuern, um mich so etwas abzulenken und mich wieder beruhigen zu können. Die Notfall-Kiste befindet sich immer griffbereit in unserem großen Bücherregal im Wohnzimmer – direkt neben all meinen Büchern zu dem Thema Autismus. Auch Marc weiß, wo die Notfall-Kiste zu finden ist und was diese beinhaltet, sodass auch er jederzeit während eines Overloads oder eines Meltdowns Gegenstände aus der Kiste für mich nutzen kann.

Derzeit befindet sich in meiner Notfall-Kiste:

  • meine Overload bzw. Meltdown Liste
  • ein Duschgel
  • ein Duschschaum
  • mehrere verschiedene Badezusätze
  • ein Massageöl
  • ein Igelball
    • weitere Massageutensilien
    • ein Buch
    • eine Entspannungs-CD mit Meeresgeräuschen
    • eine Packung Traubenzucker
    • eine Packung Ohropax
    • ein Döschen Notfall-Bonbons

    Demnächst möchte ich meine Notfall-Kiste gerne noch erweitern und mir unbedingt ein Thera-Band Übungsband zulegen. Das Thera-Band Übungsband ist ein aus Latex gefertigtes Gummiband, mit dem man verschiedene Fitnessübungen machen kann. Da ich in der letzten Zeit immer wieder so nervös, unruhig und angespannt gewesen bin, hat mir meine Ergotherapeutin damit verschiedene Übungen für die Arme und Beine gezeigt und mir dieses sogar für ein paar Tage ausgeliehen. Ich musste nämlich feststellen, dass es mir sehr gut tut, wenn ich in solchen Momenten, mit Druck- und Zugbewegungen dagegen an arbeite.

    Wichtig ist, den Inhalt der Notfall-Kiste regelmäßig zu überprüfen, ob dieser noch die gewünschte Wirkung erzielt. Deshalb sollten die Gegenstände von Zeit zu Zeit auch mal ausgetauscht oder gegen neue Gegenstände ersetzt werden.

    Nadine

    2016/12/14

    Die vierte und fünfte Verordnung Ergotherapie

    Es wird mal wieder Zeit für ein kleines Ergotherapie-Update. Seit meinem letzten kleinen Ergotherapie-Update hier auf dem Blog sind nämlich mittlerweile schon wieder über 20 Ergotherapiestunden vergangen. Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht, oder? Ich finde, die Zeit rast im Moment nur so.

    Während der vierten Verordnung Ergotherapie habe ich mit meiner Ergotherapeutin sehr viel über den Tod meines Opas, die Zeit im Krankenhaus und die bevorstehende Beisetzung im Wald gesprochen, da dieser zu dem Zeitpunkt gerade erst verstorben war. Auch über die zu diesem Zeitpunkt leider sehr angespannte Situation in meiner Familie, die für mich teilweise nur sehr schwer auszuhalten war, haben wir immer wieder gesprochen und mehrere Übungen dazu gemacht. Hier sollte ich zum Beispiel mithilfe von verschiedenfarbigen Bauklötzen meine Familie vor der Zeit im Krankenhaus, während der Zeit im Krankenhaus und nach der Zeit im Krankenhaus nachstellen oder auch wichtige Aspekte für das „Nein sagen“ aufschreiben und üben. Außerdem habe ich zur Entspannung sehr oft auf dem SRT gestanden und mich ordentlich durchschütteln lassen (SRT geht bei mir immer!), die eine oder andere Fantasiereise gemacht und meine Hände in einer Kiste mit kühlen Rapssamen gebadet. So ein Rapsbad könnt ihr übrigens auch ganz einfach selbst herstellen. Hierfür einfach Rapssamen in eine Kiste mit Deckel füllen und die Hände darin baden. Die Rapssamen sind aufgrund ihres Ölgehalts nicht nur gut für die Haut, sondern wirken sich auch wohltuend auf die Gelenke aus. Deshalb werden diese auch oft bei Patienten mit Rheuma und Arthrose eingesetzt. Wer möchte kann die Rapssamen auch samt Kiste vorweg im Kühlschrank kühl stellen oder diese in einem geeigneten Gefäß kurz in der Mikrowelle erwärmen.

    Während der fünften Verordnung Ergotherapie habe ich mit meiner Ergotherapeutin die ersten Stunden sehr viel über meinen bevorstehenden operativen Eingriff auf dem Rücken gesprochen, da ich vor diesem, wie ihr ja wisst, sehr große Angst gehabt hatte. In diesem Zusammenhang haben wir nicht nur das erste Mal eine Traumreise mit Elementen aus der progressiven Muskelentspannung gemacht, sondern auch noch einmal aufgeschrieben, was ich tun kann, um Stress zu reduzieren, wie zum Beispiel Entspannungsübungen machen oder unterstützend homöopathische Mittel wie Neurexan einnehmen. Die weiteren Stunden haben wir auf meinen Wunsch hin erneut sehr viel über den Tod meines Opas gesprochen, da mich dieser wieder sehr beschäftigt hat. Der Tod meines Opas ist im Nachhinein nämlich ein sehr traumatisches Erlebnis für mich gewesen. Eine ganze Zeit lang habe ich immer wieder so eine Art Flashbacks gehabt. In solchen Momenten sind dann ganz plötzlich all die Bilder aus dem Krankenhaus in meinem Kopf wieder aufgetaucht, vor allem das Bild, wie mein Opa tot in seinem Krankenhausbett liegt, woraufhin ich jedes Mal weinend zusammengebrochen bin. Zudem habe ich immer wieder große Angst vor dem Einschlafen im Dunkeln und sehr viele Albträume gehabt. Gemeinsam mit meiner Ergotherapeutin habe ich daraufhin noch einmal gesammelt und aufgeschrieben, was ich Positives und Negatives aus der ganzen Situation mit meinem Opa mitgenommen habe. Außerdem stand ich wieder mal einige Runden auf dem SRT und habe mich ordentlich durchschütteln lassen. Jedoch müssen wir demnächst unbedingt noch einmal das Schlafproblem genauer in Angriff nehmen. Da hat mir dann zuletzt doch leider ein wenig die Kraft gefehlt, um darüber zu sprechen.

    Des Weiteren habe ich während der fünften Verordnung Ergotherapie meine allererste Vertretungsstunde gehabt, da meine Ergotherapeutin aufgrund ihres Psychologiestudiums, welches sie nebenbei absolviert, einen Tag Urlaub nehmen musste und sie mir in meinem derzeitigen Zustand aber auch nicht zumuten wollte, eine Woche nicht zur Ergotherapie zu kommen. Ich muss gestehen, ich war von der Idee mit der Vertretungsstunde zuerst nicht so begeistert und habe davor ziemlich große Angst gehabt. Doch um mir die Angst etwas zu nehmen, hat sich meine Ergotherapeutin nicht nur bemüht, jemanden zu finden, der menschlich gut zu mir passen würde und möglichst am selben Tag und zur selben Uhrzeit, wie an meinem eigentlichen Termin, Zeit hat, sondern mir auch ein Bild an der großen Bilderwand der Praxis von der Ergotherapeutin gezeigt. Außerdem haben wir vorab gemeinsam gesammelt und aufgeschrieben, was ich während der Vertretungsstunde alles machen könnte. Letztendlich habe ich mich dann dazu entschieden, zur Abwechslung mal am Computer mit dem Rehacom-Programm zu arbeiten und dort ein paar Aufmerksamkeits- und Konzentrationsübungen zu machen. Hierbei sollte ich immer aus mehreren verschiedenen, aber doch sehr ähnlichen Bildern, zwei exakt gleiche Bilder finden. Das hat wirklich Spaß gemacht! Die Ergotherapeutin, die die Vertretungsstunde gemacht hat, war übrigens auch sehr nett und darf zukünftig gerne wieder Vertretungsstunden übernehmen.

    Ach ja, was ich fast vergessen hätte. Mein Psychiater konnte übrigens zwischenzeitlich für mich aufgrund meiner Autismus-Diagnose eine Langzeitverordnung für die Ergotherapie bei der Krankenkasse durchboxen, die bis Mai nächsten Jahres gültig ist. So brauche ich mir bis dahin erst einmal keine Sorgen mehr über die Folgeverordnungen für die Ergotherapie zu machen.

    Nadine

    2016/07/17

    Die zweite und dritte Verordnung Ergotherapie

    In meinem heutigen Post möchte ich euch noch fix, bevor es für zwei Wochen an die Ostsee in den Sommerurlaub geht, zusammenfassen, was ich in den letzten Wochen in meinen Ergotherapiestunden alles so gemacht habe. Ein kleines Ergotherapie-Update sozusagen. Auch zukünftig habe ich mir vorgenommen, in regelmäßigen Abständen über meine Ergotherapiestunden hier auf dem Blog zu berichten und euch so einen kleinen Einblick darin zu ermöglichen.

    Während der zweiten Verordnung Ergotherapie bin ich gemeinsam mit meiner Ergotherapeutin die meiste Zeit klettern gewesen. Sowohl an der 60 Quadratmeter großen Boulderwand, als auch an der 14 m hohen Kletterwand der Praxis. Über meine ersten Erfahrungen an der Kletterwand habe ich bereits hier und hier geschrieben. Außerdem haben wir eine Tabelle erstellt, in der wir erst die Anzeichen für einen Overload (Reizüberflutung) gesammelt haben und anschließend angefangen haben aufzuschreiben, woran ich diese merke und was ich dagegen tun kann.

    Während der dritten Verordnung Ergotherapie haben wir erstmals auf meinen Wunsch hin über das Thema „Arbeit“ gesprochen, da mich dieses Thema zu diesem Zeitpunkt wieder sehr beschäftigt hat. In diesen Stunden hat sich daher alles um die Fragen „Wo könnte ich mir vorstellen zu arbeiten?“, „Welche Vorrausetzungen brauche ich?“, „Welche Institutionen/Einrichtungen würden in Frage kommen?“ oder auch „Welche Vor-und Nachteile hat es, als Arbeitnehmer mit Behinderung eingestellt zu werden?“ gedreht, wofür ich sehr viel zuhause im Internet recherchiert habe. An dieser Stelle kann ich übrigens sehr die Internetseite talentplus von REHADAT empfehlen. Hier gibt es sämtliche Informationen, was das Arbeitsleben mit Behinderung betrifft. Sowohl für Arbeitnehmer, als auch für Arbeitgeber. Zudem habe ich gemeinsam mit meiner Ergotherapeutin eine Liste mit meinen Stärken erstellt.

    Zwischendurch haben wir immer wieder kleine Kartenspiele wie z.B. Flix Mix oder Express gespielt, die mir nicht nur sehr viel Spaß machen zu spielen, sondern auch nebenbei meine Konzentrations- und Aufmerksamkeitsspanne etwas fördern. Oft haben wir auch zum Abschluss einer Stunde eine Fantasiereise an das Meer oder in den Wald zur Entspannung gemacht.

    Mittlerweile habe ich bereits die vierte Verordnung Ergotherapie beendet und werde nach den zwei Wochen an der Ostsee mit der fünften Verordnung Ergotherapie beginnen. Doch sowohl über die vierte, als auch über die fünfte Verordnung Ergotherapie werde ich berichten, sobald ich die fünfte Verordnung Ergotherapie beendet habe. Nun freue ich mich erst einmal auf unseren langersehnten Sommerurlaub an der Ostsee. Drückt uns die Daumen, dass wir wenigstens ein bisschen Sonnenschein und Badewetter haben werden. :)

    Nadine

    2016/04/30

    Abwaschen, einkaufen, kochen - Mein Tagesplan mit Karteikarten

    Vor ein paar Wochen habe ich bei der Ergotherapie gemeinsam mit meiner Ergotherapeutin einige Karteikarten mit verschiedenen Aufgaben beschriftet und damit einen Tagesplan erstellt. Diesen Tagesplan möchte ich euch hier auf dem Blog gerne etwas näher vorstellen. Denn vielleicht ist er ja auch hilfreich für den einen oder anderen von euch. :)

    Tagesplan mit Karteikarten

    Für den Tagesplan haben wir zuerst die Karteikarten mit verschiedenen Aufgaben wie z.B. abwaschen, einkaufen oder kochen beschriftet. Eben mit allem, was derzeit an Aufgaben in meinem Alltag so anfällt. Hierzu gehören auch Termine wie z.B. bei der Ergotherapie, bei Ärzten oder auch beim Frisör. Ebenso Freizeitaktivitäten wie z.B. lesen oder baden. Zudem haben wir die Aufgaben während des Beschriftens verschiedenfarbigen Karteikarten zugeordnet. Die verschiedenen Farben der Karten sollen mir nämlich schon beim ersten Blick darauf die Bedeutsamkeit der Aufgaben signalisieren. So stehen beispielsweise die roten Karten für feste Termine oder auch für Aufgaben, die mir weniger Spaß machen, aber dennoch erledigt werden müssen, und die grünen Karten für Aufgaben, die mir Spaß machen oder mir gut tun. Die blauen Karten wiederum stehen für Aufgaben, die weder den roten, noch den grünen Karten zugeordnet werden konnten und eher neutral sind. Hierzu habe ich z.B. die Mahlzeiten wie Frühstück, Mittagessen und Abendbrot zugeordnet.

    Tagesplan mit Karteikarten

    Tagesplan mit Karteikarten

    Tagesplan mit Karteikarten

    Seitdem hänge ich mir jeden Morgen nach dem Aufstehen die dementsprechenden Karteikarten mit den anstehenden Aufgaben für den Tag an unsere Magnettafel im Flur (da komme ich besonders häufig vorbei) und erledige diese der Reihenfolge nach. Dabei drehe ich jede erledigte Aufgabe um, um zu sehen, was ich schon alles den Tag über geschafft habe. Die restlichen Karteikarten bewahre ich übrigens währenddessen der Farbe nach sortiert in einem einfachen Karteikartenkasten auf.

    Ein typischer Montag sieht bei mir derzeit zum Beispiel wie folgt aus: Frühstück, Ergotherapie, Mittagessen, Mittagsschlaf (1 ½ Stunden), einkaufen, kochen, Abendessen, Zeit mit Marc.

    Der Tagesplan hilft mir im Moment nicht nur dabei, eine bessere Übersicht über die Aufgaben zu bekommen, die ich am Tag so erledigen muss, sondern er hilft mir auch Prioritäten zu setzen, Pausen einzuplanen (ganz, ganz wichtig!) und so letztendlich auch Stress zu reduzieren.

    Nadine

    2016/03/04

    Dem Himmel ein kleines Stückchen näher - Das erste Mal klettern an der 14 Meter hohen Kletterwand

    Ich bin so, so stolz auf mich!

    Letzte Woche durfte ich bei der Ergotherapie – nachdem ich die letzten Stunden fleißig das Klettern an der Boulderwand geübt habe - endlich das erste Mal an der 14 Meter hohen Kletterwand klettern und habe es sogar bis nach ganz oben geschafft!

    Kletterwand Ergotherapie Hannover

    Nachdem mir meine Ergotherapeutin vorweg zwei bedeutende Kommandos („zu“ und „ab“) für das Klettern an der Kletterwand erklärt und mir beim Anlegen des Hüftgurtes geholfen hat, konnte es auch schon losgehen.

    Als Erstes sollte ich nur zwei, drei Meter hoch klettern, um in dieser Höhe auszuprobieren, mich in den Gurt zu setzen und zu testen, wie es sich anfühlt. In dieser Position kann ich nämlich auf dem Weg nach oben auch mal eine Pause einlegen oder auch wieder herab gelassen werden. Doch als ich mich in den Gurt setzen wollte, habe ich auf einmal totale Angst bekommen und wollte so schnell wie möglich wieder hinunter. Das Gefühl, dort oben nur an einem Seil in der Luft herum zu baumeln, war mir zuerst überhaupt nicht geheuer. Kurzzeitig dachte ich sogar, dass wir das Klettern an dieser Stelle erst einmal abbrechen müssen. Doch nach einer kurzen Pause mit festem Boden unter Füßen nahm ich noch einmal all meinen Mut zusammen und versuchte es erneut an der Kletterwand nach oben zu klettern. Dieses Mal ließ mich meine Ergotherapeutin jedoch auf dem Boden sitzend beginnen. Und so bin ich dann Stück für Stück nach oben geklettert, immer ein kleines Stückchen höher, und habe es zum Überraschen aller doch noch über sieben Meter hoch geschafft!

    Die Stunde darauf habe ich es sogar geschafft, bis nach ganz oben zu klettern und dort an der angeschraubten Halli Galli Klingel zu läuten! Das war ein wahnsinnig tolles Gefühl! Ich habe mich so unglaublich groß und stark gefühlt! Normen Schack, der die Praxis für Ergotherapie gemeinsam mit einem weiteren Kollegen leitet, hat in diesem, wie ich finde, sehr lesenswerten Artikel über das Klettern mal gesagt: „Das mag jetzt komisch klingen, aber als ich die Griffe zum ersten Mal angefasst habe, hörte die Gedankenspirale in meinem Kopf sofort auf und ich war plötzlich ganz bei mir. Es gab nur mich und die Wand.“ Genau so ging es mir auch! Für einen kurzen Augenblick habe ich all meine Gedanken, Sorgen und Ängste vergessen können. Zudem hat mir das Klettern, sowohl an der Boulderwand, als auch an der 14 Meter hohen Kletterwand, gezeigt, dass ich auch Dinge schaffen kann, die im ersten Moment unüberwindbar für mich scheinen, solange ich nur an mich glaube. Das war wirklich eine tolle Erfahrung!

    Nadine

    2016/02/01

    Ich will hoch hinaus! Das erste Mal klettern an der Boulderwand

    Vorletzte Woche durfte ich bei der Ergotherapie das erste Mal an der Boulderwand klettern! Darauf habe ich mich schon lange gefreut. Die Praxis, die ich einmal wöchentlich besuche, bietet nämlich im Rahmen der Ergotherapie therapeutisches Klettern an und besitzt daher eine 60 Quadratmeter große Boulderwand und eine 14 Meter hohe Kletterwand.

    Boulderwand Ergotherapie Hannover

    Bevor es an das Klettern ging, wurde ich erst einmal ordentlich vom SRT wachgerüttelt. Danach machte ich gemeinsam mit meiner Ergotherapeutin ein paar Aufwärmübungen. Hierfür verwendeten wir als erstes ein mit Wasser gefülltes Rohr, an dem sich zwei Tragegriffe zum Festhalten befinden, eine sogenannte Slashpipe. Diese sollte ich erst so still wie möglich halten, sodass sich das Wasser darin kaum noch bewegt, und dann damit Ruderbewegungen machen.

    Danach durfte ich auch schon in meine ausgeliehenen Kletterschuhe schlüpfen und an die Boulderwand. Hier sollte ich erst, nur mit den Füßen auf einem schmalen Brett stehend und mit den Händen an zwei Griffen festhaltend, immer abwechselnd die Hände meiner Ergotherapeutin berühren, welche hinter mir stand und bei jeder Berührung einen kleinen Schritt weiter zurück gegangen ist. Als letzte Aufwärmübung sollte ich, in der gleichen Position stehend, sowohl mit den Händen, als auch mit den Füßen, um mich herum alle Griffe berühren, an die ich es schaffen würde, heranzukommen.

    Und dann war es endlich soweit: Ich durfte das allererste Mal ganz alleine an der Boulderwand einen vorgegebenen Weg entlang klettern. Das war ein wirklich tolles Gefühl! Auch wenn ich nicht den ganzen Weg entlang klettern konnte, da irgendwann einfach meine Kraft nachgelassen hat (und davon benötigt man beim Klettern wirklich eine Menge!), bin ich stolz auf jeden einzelnen Schritt, den ich geschafft habe.

    Boulderwand Ergotherapie Hannover

    Boulderwand Ergotherapie Hannover

    Boulderwand Ergotherapie Hannover

    Mittlerweile bin ich bei der Ergotherapie - auf meinen Wunsch hin - bereits zwei weitere Male an der Boulderwand klettern gewesen und werde von Mal zu Mal nicht nur sicherer, sondern schaffe es auch jedes Mal ein kleines Stückchen weiter an der Boulderwand entlang zu klettern. Auch in den kommenden Stunden wollen wir weiterhin klettern. Ich habe nämlich einen großen Wunsch: Ich möchte unbedingt mal an der 14 m hohen Kletterwand der Praxis klettern – so hoch, wie möglich!

    Nadine

    2015/11/27

    Die ersten Stunden Ergotherapie

    In dem heutigen Post möchte ich euch ein bisschen mehr über die ersten Stunden bei der Ergotherapie erzählen.

    Wie ihr ja wisst, habe ich Anfang Oktober wieder angefangen in einer Praxis in Hannover Ergotherapie zu machen. Dort habe ich einmal wöchentlich einen Termin. Immer am selben Tag zur selben Uhrzeit.

    Ich habe vor vier Jahren schon einmal zehn Stunden Ergotherapie gemacht, um die Wartezeit auf einen Psychotherapieplatz zu überbrücken (meine damalige Ergotherapeutin ist übrigens auch diejenige gewesen, die mich auf das Asperger-Syndrom aufmerksam gemacht und mir zu einer Diagnostik geraten hat).

    Dennoch verlief der Start leider etwas holprig. Der Weg mit Bus und Stadtbahn in einen unbekannten Stadtteil, die große Praxis oder auch das erste Kennenlernen mit meiner Ergotherapeutin … alles neu, ungewohnt und sehr aufregend für mich. Vor allem Letzteres. Meine Ergotherapeutin ist zwar sehr lieb und nett, doch ich brauche einfach immer sehr viel Zeit, um mit anderen Menschen warm zu werden. Hinzu kam, dass ich sehr traurig über den Tod von Marcs Oma war.

    Deshalb haben wir in den ersten vier bis fünf Stunden hauptsächlich nur gemeinsam miteinander geklopft oder ich durfte den SRT Trainer benutzen. Das Klopfen ist eine Entspannungstechnik, bei der man mit den Fingern auf verschiedene Akupunkturpunkte seines Körpers klopft wie z.B. an der Hand oder im Gesicht. Zusätzlich wird mit den Augen in verschiedene Richtungen gerollt, ein Lied gesummt und rückwärts gezählt. Der SRT Trainer wiederum ist ein Vibrationsgerät, das im Rahmen der Stochastischen Resonanz Therapie eingesetzt wird. Die beiden Trittplatten, auf die man sich mit den Füßen stellt, bewegen sich unabhängig voneinander dreidimensional und setzen so Reize nach dem Zufallsprinzip, die man versuchen muss, auszugleichen. Eigentlich wird der SRT Trainer vorrangig bei Menschen mit neurologischen oder orthopädischen Erkrankungen und Schädigungen eingesetzt, insbesondere bei Bewegungsstörungen. Doch sowohl das Klopfen, als auch das Stehen auf dem SRT Trainer, hat mir jedes Mal sehr gut getan und mir dabei geholfen, meine Traurigkeit, Angst oder auch Aufregung für einen Moment lang zu vergessen.

    Mittlerweile arbeiten wir daran, was und wann ich mir in meinem Alltag etwas Gutes tun könnte. Dafür habe ich bereits eine Liste mit Dingen erstellt, die mir gut tun, eine Woche lang beobachtet, wann, was und wie lange ich mir etwas Gutes tue und in einen Wochenplan all meine Termine und Aufgaben eingetragen, um zu sehen, wann noch Zeit wäre, um mir etwas Gutes zu tun. Außerdem haben wir ein Kartenspiel namens „Flix Mix“ gespielt, bei dem man so schnell wie möglich gleichfarbige Punkte aufeinander legen muss. Hierbei habe ich jedoch gnadenlos verloren (eine Revanche wird folgen!). :D

    Doch wir haben noch viel mehr vor. In den kommenden Stunden wollen wir zum Beispiel noch an der Kletterwand der Praxis klettern, gemeinsam mit der Nähmaschine etwas nähen oder auch mal zwischendurch den Fahrsimulator benutzen. Auf all das freue ich mich schon wirklich sehr!

    Das einzige was mich jedes Mal nervt, ist der völlig überfüllte Bus, den ich auf dem Hinweg benutzen muss. Ich fühle mich immer wieder total unwohl zwischen den vielen Menschen und habe Angst, dass ich es nicht schaffen könnte, rechtzeitig aus dem Bus auszusteigen. Mir ist es daher immer wieder ein Rätsel, wie es manche Menschen in dem überfüllten Bus noch schaffen, stehend und nur mit einer Hand festhaltend seelenruhig ein Buch zu lesen?! So viel Ruhe und Gelassenheit möchte ich auch irgendwann gerne mal besitzen. :D

    Nadine

    2015/10/15

    Ein Neuanfang

    Es gibt gute Neuigkeiten.

    Vor wenigen Tagen habe ich einen Termin in einem psychiatrischen Zentrum gehabt und dem dort behandelnden Arzt, einem Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, noch einmal meine derzeitige Situation geschildert.

    Dieser reagierte glücklicherweise sehr verständnisvoll und machte mir den Vorschlag wieder mit Ergotherapie zu beginnen. Ich habe nämlich noch immer große Schwierigkeiten bestimmte alltägliche Aufgaben wie z.B. das Telefonieren zu erledigen, mit den immer wiederkehrenden Reizüberflutungen umzugehen, abzuschalten und zur Ruhe zu kommen oder auch mich längere Zeit auf etwas zu konzentrieren. Zudem möchte er sich dafür einsetzen, dass ich in naher Zukunft eine tiefenpsychologische Psychotherapie (was für ein kompliziertes Wort!) beginnen kann.

    Doch es gibt noch mehr gute Neuigkeiten.

    Ich habe bereits die ersten zwei Stunden Ergotherapie gehabt.

    Das hat sich alles ganz kurzfristig entschieden. In der Praxis hat nämlich gerade zufällig eine neue Ergotherapeutin angefangen zu arbeiten und konnte dadurch den einen oder anderen Patienten von der Warteliste übernehmen. Unter anderem auch mich.

    Die Aufregung war daher ziemlich groß!

    Kurz vor dem anstehenden Termin bin ich noch einmal gemeinsam mit Marc den Weg zu der Praxis mit Bus und Stadtbahn abgefahren, da diese sich in einem Stadtteil befindet, in dem ich bisher kaum gewesen bin. So musste ich mir keine großen Gedanken mehr über den Weg dorthin machen und konnte mir vor Ort schon einmal einen ersten Eindruck von der Praxis verschaffen (Türen und Klingeln können manchmal zu meinen größten Feinden werden, wenn ich aufgeregt bin).

    In den ersten beiden Stunden habe ich meiner Ergotherapeutin erst einmal ein bisschen was über mich erzählt. Daraufhin haben wir gemeinsam angefangen mithilfe eines Fragebogens Ziele zu erarbeiten und aufzuschreiben, die wir in den kommenden Stunden erreichen wollen. Außerdem hat sie mir noch einmal das Klopfen gezeigt. Eine Entspannungsübung, die ich z.B. durchführen kann, wenn ich aufgeregt bin.

    Ich freue mich schon auf die weiteren Stunden dort und bin ganz gespannt, was noch alles auf mich zukommen wird.

    Im Moment habe ich erst einmal 10 Stunden Ergotherapie à 60 – 75 Minuten verordnet bekommen. Doch weitere Stunden werden ganz sicher folgen.

    Ein Neuanfang ist gemacht! Und das ist ein wirklich gutes Gefühl! Nun muss ich nur noch all meinen Mut zusammennehmen und bei der Psychotherapeutin anrufen, welche mir vom psychiatrischen Zentrum empfohlen wurde, um einen Termin für ein Erstgespräch zu machen. Aber das schaffe ich auch noch!

    Das Angebot seitens des Persönlichen Budgets, die Kreativschule zu besuchen, habe ich übrigens erst einmal abgelehnt.

    Nadine


    Frittenbude – Die Möglichkeit eines Lamas

    Ist das nun alles schwarz-weiß oder war es sehr bunt
    Es ist nicht klug oder schlau, es geht um laut oder stumm
    Und auch um ja oder nein, es geht um Mensch oder Maus
    Es ist Tagaus und Tagein, einfach Tagein und Tagaus
    Wie dieser Marathonlauf um den Platz an der Sonne
    Und wir tragen ihn aus auch wenn wir niemals ankommen
    Wir schlagen uns auch dazu die Nacht um die Ohren
    Um nicht zu vergessen, zu wissen, sonst geht alles verloren
    Wir haben es schon vor jenen Jahren gewusst
    Das ist das hier und das jetzt, ist der erhabende Stuss
    Der für uns die Welt ist, der für uns zählt und das fällt nicht
    Mal so sehr aus dem Rahmen wie wir immer dachten
    Es ist alles ganz einfach Kein Drama
    Da ist er, der Wind, die Möglichkeit eines Lamas
    Die nächste Phase, der nächste Abschnitt dieser endlosen Straße

    Diese Straße, sie führt dich irgendwo hin
    Vielleicht führt sie dich aber auch nirgendwo hin
    Aber Nirgendwo muss ja auch irgendwo sein
    Und irgendwann findet jeder mal Heim


    Wir sind nicht immer dagegen, aber auch selten dafür
    Was helfen uns Worte und Reden, man muss das Leben schon spürn'
    Wir wollen mehr als euch lieb ist und geben mehr als wir können
    Wir sind erst wirklich zufrieden wenn wir durchbrechen
    Wenn wir ausbrechen, wir drängen hinaus, wir laufen hinab und rennen hinauf
    Auf dem vom Tag warmen Dach über der schlafenden Stadt
    Sind wir gelegen und träumten, was ist davon geblieben?
    Wir wollten das Leben erleben, alle Monster und Riesen im
    Armrücken besiegen, bis die Sonne uns auffrisst und am Ende ein Meer
    Diese Straße ist alles, diese Straße ist mehr
    Mehr als schwarz-weiß, mehr als nur Teer
    Mehr als schwarz-weiß, mehr als nur Teer

    Tage, Jahre fahren vorbei
    Tage, Jahre. Tage, Jahre
    Tage, Jahre. Tage, Jahre

    Diese Straße, sie führt dich irgendwo hin
    Vielleicht führt sie dich aber auch nirgendwo hin
    Aber Nirgendwo muss ja auch irgendwo sein
    Und irgendwann findet jeder mal Heim [2x]