2015/07/08

Immer ein offenes Ohr: Die Asperger-Beratungsstelle der Bernhard-Hermann-Bosch-Stiftung

In meinem letzten Post über das Persönliche Budget habe ich die Beratungsstelle für Menschen mit dem Asperger-Syndrom erwähnt und auch in meinen vorigen Posts ist immer mal wieder etwas darüber zu lesen. Deshalb möchte ich euch heute gerne mehr über die Beratungsstelle erzählen.

Die Beratungsstelle ist ein Angebot der Bernhard-Hermann-Bosch-Stiftung und richtet sich vor allem an Erwachsene mit dem Asperger-Syndrom in der Region Hannover.

Das Büro, in dem die Beratungsgespräche stattfinden, liegt im mitten in der kleinen Stadt Sehnde und ist ruhig und reizreduziert eingerichtet. Es arbeiten dort ausschließlich qualifizierte Fachberater, die selbst auch vom Asperger-Syndrom betroffen sind und dessen persönlichen Erfahrungen im Zusammenhang mit der Beratung oft sehr hilfreich sein können.

Ein Beratungsgespräch in Anspruch nehmen können

  • Menschen mit dem Asperger-Syndrom
  • Menschen, die den Verdacht haben, das Asperger-Syndrom zu haben
  • Angehörige von Menschen mit dem Asperger-Syndrom
  • Partner und Partnerinnen von Menschen mit dem Asperger-Syndrom
  • Fachkräfte die mit Menschen mit dem Asperger-Syndrom arbeiten
  • Institutionen, in denen Menschen mit dem Asperger-Syndrom arbeiten oder leben

Für jedes einzelne Beratungsgespräch wird sich viel Zeit genommen (bis zu zwei Stunden), um aufkommenden Druck zu vermeiden. Neben einem persönlichen Gespräch, ist es auch möglich sich am Telefon oder über E-Mails beraten zu lassen Und: Die Beratung ist kostenfrei.

Ich selbst habe durch meine Verhaltenstherapeutin von der Beratungsstelle erfahren und bin dort letztes Jahr im September das erste Mal gemeinsam mit Marc zu einem Beratungsgespräch gewesen, nachdem ich zu der Stiftung per E-Mail Kontakt aufgenommen habe. Marc und ich haben damals mit Herrn Wegener, dem Leiter der Beratungsstelle, gesprochen. Das Gespräch war sehr informativ und hilfreich. Herr Wegener ist sehr nett und verständnisvoll und weiß unfassbar viel über Autismus. Das hat mich schon damals total fasziniert. Wir haben fast 1 ½ Stunden miteinander gesprochen, auch wenn ich kaum ein Wort rausbekommen habe und von oben bis unten durchgeschwitzt gewesen bin, als ob ich einen Marathonlauf absolviert hätte. :D Ich war zu diesem Zeitpunkt noch ziemlich orientierungslos, wie es nach meiner Verhaltenstherapie weitergehen soll und habe die eine oder andere Frage zum Persönlichen Budget gehabt.

Seitdem stehe ich mit Herrn Wegener im regelmäßigen Kontakt und kann mich jederzeit bei ihm melden – ganz egal, ob ich eine Frage habe oder ihm einfach nur von meinem weiteren Werdegang erzählen möchte.

Hier könnt ihr noch einmal alles über das Angebot der Beratungsstelle nachlesen. Dort findet ihr auch die Kontaktdaten.

Ich finde es richtig toll, die Möglichkeit zu haben, sich auch als Erwachsener Asperger-Autist, bei Fragen an jemanden wenden und sich beraten zu lassen zu können. Solche Angebote gibt es leider noch viel zu wenig. Und wenn, dann oftmals nur für Kinder und Jugendliche.

Also, habt nur Mut!

Nadine

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