2017/04/07

Die sechste und siebte Verordnung Ergotherapie

Schon wieder habe ich bereits über 20 Ergotherapiestunden hinter mir. Also wird es wieder mal Zeit für ein kleines Ergotherapie-Update. :)

Während der sechsten Verordnung Ergotherapie habe ich einige Stunden vor dem Computer verbracht, um mithilfe des Rehacom-Programms die eine oder andere Aufmerksamkeits- und Konzentrationsübung zu machen. Das Arbeiten mit dem Rehacom-Programm in der Vertretungsstunde vor ein paar Wochen hat mir nämlich so viel Spaß gemacht, sodass ich die folgenden Stunden unbedingt damit weiter arbeiten wollte. Allerdings sollte ich dieses Mal nicht nur aus mehreren verschiedenen, aber doch sehr ähnlichen Bildern, zwei exakt gleiche Bilder finden, sondern die Bilder waren auch noch verdreht. Das war manchmal ganz schön knifflig! Doch das hat dem Spaß keinen Abbruch getan. Ganz im Gegenteil! Zudem haben meine Ergotherapeutin und ich es endlich geschafft, meine Overload bzw. Meltdown Liste fertig zu stellen, an der wir schon seit einigen Wochen immer mal wieder gearbeitet haben. So konnte ich dann auch endlich meine Notfall-Kiste mit allem Drum und Dran herrichten. Diese habe ich übrigens auch hier auf dem Blog etwas näher vorgestellt. Schaut doch mal vorbei. Außerdem haben meine Ergotherapeutin und ich ein paar Antwortmöglichkeiten auf die für mich sehr unangenehme Frage, was ich denn eigentlich beruflich mache, gesammelt und aufgeschrieben. Diese Frage wird mir nämlich immer wieder gestellt. Doch nun habe ich immer, wenn ich spontan danach gefragt werden sollte, eine passende Antwort parat, und muss nicht immer so vor mich her stammeln.

In der letzten Stunde vor den Weihnachtsfeiertagen haben wir übrigens diese kleinen hübschen Sterne aus Transparentpapier gebastelt, da meine Ergotherapeutin zum Abschluss unbedingt noch einmal etwas Schönes mit mir gemeinsam machen wollte. Da ich ja in den Stunden davor die meiste Zeit am Computer mit dem Rehacom-Programm gearbeitet habe, war das Sternebasteln eine willkommene Abwechslung zu all den Konzentrations- und Aufmerksamkeitsübungen. Es haben nur noch Kakao, Plätzchen und Weihnachtsmusik gefehlt. Dann wäre es perfekt gewesen. ;D

Sterne aus Transparentpapier

Während der siebten Verordnung Ergotherapie habe ich gemeinsam mit meiner Ergotherapeutin noch einmal gesammelt und aufgeschrieben, was ich bei einer Panikattacke tun kann, vor allem bei operativen Eingriffen. Ich kann zum Beispiel währenddessen versuchen, auf meine Bauchatmung zu achten oder nach und nach einzelne Körperteile zu entspannen. Auch kann es sehr behilflich sein, wenn ich versuche, negative Reize durch positive Reize zu ersetzen, in dem ich zum Beispiel meine Augen einfach schließe, mit Kopfhörern Musik höre oder mir etwas Duftöl unter meine Nase reibe. Damit fühle ich mich für die Zukunft etwas gewappneter. Denn das Entfernen meines Muttermals auf dem Rücken und der Warze am Knie werden mit Sicherheit leider nicht meine letzten operativen Eingriffe gewesen sein. Ansonsten stand ich die meiste Zeit auf dem SRT und habe mich ordentlich durchrütteln lassen, da ich aufgrund meiner vielen Arzttermine, die ich zu diesem Zeitpunkt gehabt habe, sehr nervös, angespannt und unruhig gewesen bin. Ich wisst ja, das SRT geht bei mir immer! Zudem hat mir meine Ergotherapeutin verschiedene Übungen für die Arme und Beine mit dem Thera-Band Übungsband gezeigt und mir dieses sogar ein paar Tage ausgeliehen. Ich musste nämlich feststellen, dass es mir sehr gut tut, wenn ich in solchen Momenten mit Druck- und Zugbewegungen dagegen an arbeite. Außerdem durfte ich nach langer Zeit mal wieder an der 14 Meter hohen Kletterwand klettern. Es hat sich nämlich nach langem hin und her herausgestellt, dass mein Cholesterinwert etwas erhöht ist und bei mir höchstwahrscheinlich eine Refluxerkrankung vorliegt. Deshalb muss bei mir auch Anfang Mai eine Magenspiegelung durchgeführt werden (Na, das kann ja vielleicht etwas werden!). Außerdem habe ich Anfang Juni noch einen Termin bei einem Endokrinologen, da ich neben dem – seit meinem Wechsel von der Pille auf die Minipille letzten Sommer – das eine oder andere hormonelle Problemchen wie zum Beispiel fettige Haare oder ständig wiederkehrende Pickel im Gesicht habe. Ich muss zugeben: Das alles hat mich anfangs ziemlich überfordert. Vor allem, was die dringend erforderliche Ernährungsumstellung angeht. Aus diesem Grund habe ich auch mit meiner Ergotherapeutin angefangen während der Ergotherapiestunden darüber zu sprechen, wie ich meinen erhöhten Cholesterinwert senken kann, auch wenn das eigentlich vorrangig nicht ihre Aufgabe ist. Hierfür habe ich über eine Woche lang ein Ernährungstagebuch geführt, um erst einmal sehen zu können, wie ich mich überhaupt derzeit so ernähre und dieses miteinander besprochen. Außerdem haben wir eine Liste mit Lebensmitteln erstellt, die nur wenig oder gar kein Cholesterin beinhalten und ich bedenkenlos essen kann, und ein paar cholesterinarme Rezepte aus Kochbüchern und dem Internet herausgesucht. Doch sollte sich die Sache mit der Refluxerkrankung tatsächlich bestätigen, dann wird das während der Ergotherapiestunden mit Sicherheit in den kommenden Wochen auch noch einmal zum Thema werden. Der Reflux erfordert nämlich noch einmal eine ganz andere und viel strengere Ernährungsweise, als der erhöhte Cholesterin.

Nadine

2017/04/05

Rezept: Fluffiger Selterskuchen vom Blech von Sanella

Neulich habe ich das Rezept für diesen fluffigen Selterskuchen vom Blech bei Sanella entdeckt und musste ihn gleich ausprobieren. Der Selterskuchen ist mit den vielen, vielen bunten Streuseln obendrauf so ein richtiger Gute-Laune-Kuchen und zudem noch ratzfatz gemacht. Er eignet sich nicht nur - wie ich finde - perfekt für Geburtstagsfeste oder auch Silvester- oder Faschingsfeiern, sondern schmeckt auch so einfach immer wieder gut. Vor allem, wenn sich das Wetter – so wie jetzt im April – nicht zwischen Sonnenschein und Regen entscheiden kann und es draußen nur Kännchen regnet. Und auch Marc war auf Anhieb von dem Kuchen begeistert. Marc und ich lieben nämlich bunte Streusel über alles. Und auf dem Kuchen sind sogar Konfettistreusel UND Zuckerperlen drauf! Hihi. :)



Mit dem Einverständnis von Sanella durfte ich, neben den Elch-Plätzchen, auch das Rezept für den Selterskuchen vom Blech hier auf dem Blog veröffentlichen. Vielen Dank dafür! Der ist wirklich so so lecker!

Nun aber zu dem Rezept.

Ihr braucht für 1 Blech:

200 g Sanella (zimmerwarm)

250 g Zucker

4 Eier

350 g Mehl

1 Packung Puddingpulver Vanille zum Kochen

1 Päckchen Backpulver

200 ml Selters (Mineralwasser mit viel Sprudel)

200 g Puderzucker

3 EL Zitronensaft

Nach Belieben: bunte Streusel

Und so geht’s:

1. Backofen auf 180 °C (Umluft: 160 °C) vorheizen. Backblech mit Backpapier auslegen oder fetten und mit Mehl bestäuben. 200 g Sanella und 250 g Zucker mit den Quirlen des elektrischen Handrührers cremig aufschlagen. 4 Eier nacheinander einzeln unterrühren.

2. 350 g Mehl, Puddingpulver und Backpulver vermischen und kurz unter den Teig rühren. 200 ml Selters kurz unterrühren. Teig aufs Blech streichen und den Selterskuchen im vorgeheizten Ofen ca. 20 Minuten backen.

3. Puderzucker, 3 EL Zitronensaft und 3 EL Wasser zu einem dünnflüssigen Guss verrühren und auf den noch warmen Selterskuchen streichen. Nach Belieben mit bunten Streuseln bestreuen.

Ich wünsche euch viel Freude beim Nachbacken!

Nadine

2017/03/22

Was ist eigentlich ein Meltdown? Wie oft kommt dieser vor? Und wie gehst du damit um? – Fragen zu dem Thema Meltdown

Da mich neulich ein paar Fragen zu meinem letzten Post erreichten, vor allem zu dem Thema Meltdown, möchte ich gerne diese Fragen auch hier auf dem Blog noch einmal aufgreifen und versuchen, diese so ehrlich wie möglich zu beantworten. Ich denke nämlich, dass die gestellten Fragen auch für den einen oder anderen von euch ganz interessant sein könnten.

Doch bevor ich die Fragen zu dem Thema Meltdown hier gleich nach und nach beantworten werde, möchte ich an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, dass das meine ganz persönlichen Erfahrungen sind und diese daher noch lange nicht für alle Asperger-Autisten gelten. Genauso wie bei all den anderen Dingen, über die ich hier auf dem Blog schreibe. Das Autismus-Spektrum ist bunt und vielfältig. Es gibt nicht DEN Autisten. Während der Eine nur kaum Wärme oder Kälte ertragen kann, reagiert der Andere eher empfindlich auf laute Geräusche oder starke Gerüche, der Nächste wiederum hält nur sehr schwer unvorhergesehene Berührungen aus. Manchmal kann auch alles zusammen vorkommen oder manches spielt eine wichtigere Rolle als anderes. Dies gilt zum Beispiel auch für die Spezialinteressen oder ähnliches. Bitte behaltet das immer im Hinterkopf, wenn ihr diesen Beitrag oder auch die anderen Beiträge hier auf meinen Blog lest.

So. Nun aber zu den Fragen. :)

Was ist ein Meltdown?

Ein Meltdown ist eine Art Wutausbruch, welcher aus einem Overload, also einer Reizüberflutung, heraus entsteht. Neben dem Overload und dem Meltdown, gibt es auch noch einen sogenannten Shutdown. Dies ist – ganz im Gegensatz zu dem Meltdown - der völlige Rückzug in sich selbst. Doch so ein Shutdown ist bei mir bisher eher selten vorgekommen. Ich gerate während eines Overloads meistens immer ganz schnell in einen Meltdown und muss, wenn ich mich so überreizt, ängstlich oder auch gestresst fühle, die dadurch entstandene Überforderung am Besten gleich und sofort herauslassen, da diese für mich nur kaum zu ertragen ist.

Was kann mich in einen Meltdown bringen?

Ein Overload oder auch ein Meltdown kann durch Reize aller Art wie zum Beispiel laute Geräusche, starke Gerüche oder unvorhergesehene Berührungen hervorgerufen werden, aber auch durch starke Gefühlszustände wie Angst oder Stress. Ich werde also nie grundlos einfach so wütend. Vor allem Letzteres bringt mich immer wieder in einen Overload oder auch in einen Meltdown. Wenn ich dann keine Möglichkeit habe mich zurückzuziehen, dann schliddere ich ganz schnell von einem Overload in einen Meltdown. Manchmal gerate ich auch so schnell von einem Overload in einen Meltdown, sodass ich gar keine Möglichkeit gehabt habe, mich vorweg zurückzuziehen oder auch mit meinen Helferlein aus meiner Notfall-Kiste dagegen anzusteuern. Allerdings muss ich an dieser Stelle auch sagen, dass ich meine Wutausbrüche zum Glück immer noch soweit unter Kontrolle habe, um entscheiden zu können, wann und wo ich so wütend werde oder eben auch nicht. Wenn ich merke, dass sich da etwas anstaut, dann kann ich notfalls den Meltdown solange unterdrücken, bis ich den Raum dafür habe. Nämlich zuhause. Ich würde NIE vor anderen so wütend werden! Denn ich möchte nämlich auf gar keinen Fall, dass mich irgendwer - außer Marc und meine Eltern - jemals so wütend erlebt. Wenn ich allerdings dann erst einmal zuhause bin, dann brodelt es meistens nur so aus mir heraus. Wie ein Vulkan, der plötzlich ausbricht.

Wie oft kommt so ein Meltdown vor?

Ich bin zwar sehr häufig am „overloaden“, vor allem abends, nach einem langen und anstrengenden Tag, doch in den Meltdown gerate ich zum Glück im Gegensatz zu einem Overload nur selten. Eine genaue Anzahl kann ich allerdings nicht nennen. Das ist immer ein bisschen unterschiedlich. Manchmal gerate ich wochenlang nicht in einen Meltdown, dann gibt es aber auch wieder Tage und Wochen, in denen gerate ich gleich mehrmals hintereinander in einen Meltdown.

Woran erkenne ich einen Meltdown?

Typische Anzeichen für einen bevorstehenden Overload oder auch Meltdown sind bei mir zum Beispiel Müdigkeit, Kopfschmerzen oder auch ein verlangsamtes Denken und Handeln. Oftmals bin ich dann in solchen Momenten auch sehr angespannt, nervös und unruhig und fange an im Kreis auf Zehenspitzen hin und her zu laufen oder meine Hände zu verkrampfen.

Wie läuft so ein Meltdown ab?

Meistens läuft so ein Meltdown bei mir wie folgt ab: Zuerst bin ich ziemlich reizbar und werde schnell wütend. In solchen Momenten verstricke ich mich dann ganz oft in irgendwelche sinnlosen Diskussionen mit Marc und kann manchmal auch ganz schön fies zu ihm werden. Es kann auch mal vorkommen, dass ich dann eine Tür laut zuknalle, Dinge durch die Gegend schmeiße oder sogar etwas kaputt mache. Allerdings muss ich auch hier sagen, dass ich noch nie etwas Teures oder Wertvolles kaputt gemacht habe. Soweit habe ich mich dann in solchen Momenten schon noch unter Kontrolle. Meistens mache ich dann irgendwelche Dinge kaputt, von denen ich ganz genau weiß, dass sie entbehrbar sind, wie zum Beispiel alte Zeitungen oder Zeitschriften. Irgendwann ist dann dieses schmerzende Kribbeln, welches ich die ganze Zeit während eines Meltdowns in meinem ganzen Körper spüre, so unerträglich, sodass ich mich weinend auf den Boden fallen lasse (der Boden hat in solchen Momenten irgendwie eine magische Anziehungskraft auf mich) und mich in irgendwelche Ecken verkrieche, um mich von allem um mich herum abzugrenzen. Meistens sitze ich dann einfach nur noch da, halte mir die Ohren zu, weine bitterlich und schreie einfach alles aus mir heraus. Jedem, der mir dann zu nahe kommt, gebe ich auch deutlich zu verstehen, dass ich Moment keine Nähe und Berührungen ertrage, in dem ich den jenigen von mir weg stoße oder ich um mich schlage. Im Nachhinein tut es mir immer sehr leid, wie ich mich verhalten habe. Denn das Schlimme ist ja, dass ich während eines Meltdowns ganz genau bemerke, dass ich mich völlig daneben benehme, aber nicht wirklich etwas dagegen tun kann.

Wie lange dauert ein Meltdwon?

Auch das lässt sich leider nicht genau beantworten. Ich würde sagen, im Schnitt dauert so ein Meltdown bei mir eine gute halbe Stunde, bis ich mich wieder beruhigt habe. Jedoch ist so ein Meltdown jedes Mal sehr anstrengend für mich. Deshalb brauche ich auch oftmals danach mindestens ein bis zwei Tage, bis ich mich davon wieder erholt habe. Je nachdem, wie intensiv der Meltdown gewesen ist.

Was hilft mir bei einem Meltdown?

Marc und ich haben mit der Zeit herausgefunden, dass es am Besten ist, wenn Marc während eines Meltdowns einfach nur in meiner Nähe bleibt, aufpasst, dass nichts Schlimmeres passiert und abwartet, bis ich mich wieder beruhigt habe. In solchen Momenten ertrage ich nämlich meistens überhaupt keine Nähe und Berührungen. Diese bringen mich nur weiter in den Meltdown. Genauso wenig ertrage ich es, wenn Marc versucht in solchen Momenten auf mich einzureden. Auch, wenn er es letztendlich nur gut meint.

Was mache ich, wenn ich alleine zuhause bin und in einen Meltdown gerate?

Ich bin zwar schon das eine oder andere Mal in einen Overload geraten, wenn ich alleine zuhause gewesen bin, doch es ist bisher noch nie vorgekommen, dass ich in einen Meltdown geraten bin. Denn, wenn ich alleine zuhause bin, habe ich ja immer, sobald ich merke, dass ich am „overloaden“ bin, automatisch die Möglichkeit, mich zurückzuziehen oder auch mit meinen Helferlein aus meiner Notfall-Kiste dagegen anzusteuern, sodass es gar nicht erst zu einem Meltdown kommt.

Wie mache ich das, wenn wir einmal Kinder haben werden?

Ich muss zugeben: Ich habe mir schon oft darüber Gedanken gemacht, wie es wohl werden wird, wenn Marc und ich einmal Kinder haben sollten. Ob ich all das aufgrund meiner Behinderung überhaupt schaffen kann. Doch mal ehrlich? Warum sollte ich es nicht schaffen? Ich glaube sogar, dass ich in meiner neuen Rolle als Mama richtig aufblühen würde. Es ist nämlich schon immer einer meiner größten Wünsche gewesen, eine eigene kleine Familie zu gründen und mindestens zwei Kinder zu bekommen. Außerdem: Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass Kinder, neben all den schönen Momenten, manchmal sehr anstrengend und fordernd sein können. Und mir ist auch bewusst, dass ich nicht einfach alles stehen und liegen lassen kann, nur weil mir gerade mal danach ist. Vor allem nicht mit kleinen Kindern zuhause. Doch, ich denke, gerade dann ist es wichtig, sich bewusst Auszeiten zu nehmen und diese fest in den Tagesablauf mit einzuplanen. Mir persönlich würde es zum Beispiel schon sehr helfen, wenn die Kinder mittags eins, zwei Stunden schlafen oder sich ruhig beschäftigen würden oder ich abends einfach mal eine Stunde für mich hätte. Manchmal reichen mir auch schon fünf Minuten, in denen ich einfach mal durchatmen und neue Kraft sammeln kann. Wichtig ist es, sich da mit seinem Partner abzusprechen, um sich so gegenseitig Auszeiten vom Alltag ermöglichen zu können. Denn auch, wenn Marc mal alles um ihn herum zu viel werden sollte, hat er natürlich genauso das Recht zu sagen, dass er eine Auszeit braucht. Und diese werde ich ihm dann auch weitestgehend versuchen zu ermöglichen. Hinzu kommt, dass Marc und ich ja auch zum Glück nicht komplett alleine dastehen, sondern Familie, Freunde und Bekannte um uns haben, die uns da sicherlich auch das eine oder andere mal gerne unterstützen werden, in dem sie uns zum Beispiel mal die Kinder abnehmen und mit ihnen gemeinsam Zeit verbringen werden. Zudem gibt es für Menschen mit Behinderung, soweit ich weiß, auch einige Hilfsangebote wie zum Beispiel eine Betreuung für die Kinder oder auch eine Haushaltshilfe. Wenn also alle Stricke mal reißen sollten, dann kann ich auch immer noch darauf zurückgreifen und eines dieser Hilfsangebote in Anspruch nehmen.

Ich hoffe, ich konnte eure Fragen zu dem Thema Meltdown soweit erst einmal beantworten. Wenn ihr noch weitere Fragen haben solltet, dann dürft ihr mir diese gerne hier jederzeit stellen.

Nadine

2017/03/07

Ist es dir eigentlich unangenehm, manchmal so wütend zu werden? Interview mit mir (Nadine) über das Thema Beziehung

Erinnert ihr euch noch? Vor etwas über einem Jahr habe ich hier mit Marc ein kleines Interview geführt und ihm ein paar Fragen zu dem Thema Beziehung gestellt, welche er daraufhin schriftlich für mich beantwortet hat. Mit Hilfe des Interviews wollte ich die Beziehung zwischen einem Menschen mit Asperger-Syndrom und einem nicht autistischen Menschen, vor allem aus der Sicht des nicht autistischen Menschens, etwas näher beleuchten, gleichzeitig aber auch irgendwie beweisen, dass es als Asperger-Autist - entgegen vieler Annahmen - durchaus möglich ist, eine glückliche und langjährige Beziehung zu führen. Nun haben wir das Ganze noch einmal umgedreht und Marc hat mir ein paar Fragen zu diesem Thema gestellt. Die meisten Fragen sind genau die gleichen Fragen, die ich auch schon Marc gestellt habe. Doch es sind auch zwei, drei ganz neue Fragen mit dabei. Ihr dürft also gespannt sein!

Viel Spaß beim Lesen des Interviews!

Herz Muscheln

Was macht unsere Beziehung aus deiner Sicht so besonders?

Ich: Ich denke, das Besondere an unserer Beziehung ist, dass sie, neben der Tatsache, dass wir so lange Zeit eine Fernbeziehung geführt haben, einfach so besonders normal ist. Wir bestreiten gemeinsam unseren Alltag, erleben Höhen und Tiefen, teilen Glücksmomente, streiten und vertragen uns wieder, unternehmen gemeinsam viele schöne Dinge, sammeln Erinnerungen, schmieden Zukunftspläne. Und das völlig unabhängig von meiner Behinderung. Genau wie andere Pärchen in unserem Alter auch.

Ich brauche zwar manchmal, aufgrund meiner Behinderung, mehr Aufmerksamkeit, Zuwendung und Nähe sowie regelmäßige Auszeiten und Pausen, als vielleicht jemand ohne Behinderung. Doch das hält uns nicht davon ab, all die Dinge zu tun, die andere Pärchen in unserem Alter auch tun und die gemeinsame Zeit miteinander zu genießen. Egal, ob auf dem Sofa kuschelnd einen Film ansehen, ein Restaurant- oder Kinobesuch oder eine gemeinsame Urlaubsreise. Nichts ist unmöglich. Es bedarf halt nur manchmal eine andere Planungs- und Herangehensweise. Doch das stellt für uns kein Hindernis dar.


Was liebst du besonders an mir?

Ich: Oh, es gibt da so Einiges, was ich an dir liebe. Auch wenn ich es dir leider viel zu selten sage. Angefangen von deinen braunen Augen und deinem verschmitzten Lächeln, über deinen Humor, bis hin zu deiner ruhigen und gelassenen Art. Doch besonders liebe ich an dir, dass du mich so akzeptierst, wie ich bin. Mit all meinen Ecken und Kanten. Dafür bin ich dir sehr dankbar.

Gibt es auch etwas, was dich an mir total nervt? Wenn ja, was ist es?

Ich: Mich nervt es total, dass du dir oftmals über viele Dinge gar keinen Kopf machst und diese einfach so auf dich zukommen lässt. Meistens endet es dann so, dass du wichtige Aufgaben nur halbherzig oder viel zu spät erledigst oder so auch wertvolle freie Zeit ungenutzt bleibt. Zu dir könnte gut der Spruch „Komm‘ ich heute nicht, komm‘ ich morgen (oder auch übermorgen)“ passen. :D Außerdem nervt es mich total, wenn du morgens während des Rasierens all deine Barthaare im ganzen Waschbecken verteilst und diese anschließend nicht ordentlich wegmachst. Grrrr.

Woran merkst DU eigentlich, dass ich dich liebe?

Ich: Neben solchen Dingen wie ein „Ich liebe dich“, küssen oder Händchen halten, sind es für mich die vielen kleinen Dinge im Alltag, woran ich letztendlich immer wieder merke, dass du mich wirklich liebst. Zum Beispiel, wenn du mich einfach so mit Blumen oder meiner Lieblingsschokolade überraschst oder du bei jedem Meltdown (Wutausbruch) trotzdem bei mir in der Nähe bleibst und aufpasst, dass nichts Schlimmeres passiert, obwohl ich weine, schreie und um mich schlage.

Ist es dir eigentlich unangenehm, manchmal so wütend zu werden?

Ich: Ja, sehr! Eigentlich möchte ich gar nicht so wütend werden und weinen, schreien und um mich schlagen. Doch in solchen Momenten habe ich mich leider nicht mehr unter Kontrolle und es brodelt einfach alles so aus mir heraus. Wie ein Vulkan. In den meisten Fällen habe ich dann vorweg keine Möglichkeit gehabt, mich bei einem Overload (Reizüberflutung) zurückziehen, sodass ich irgendwann einfach geradewegs in einen Meltdown (Wutausbruch) schliddere. Oder ich bin so schnell in einen Meltdown (Wutausbruch) geraten, sodass ich vorweg ebenfalls keine Möglichkeit gehabt habe, dagegen zum Beispiel mit meinen Helferlein aus der Notfall-Kiste anzusteuern. Wichtig ist, dass du weißt, dass ich nie grundlos so wütend werde. Auch, wenn du in solch einem Moment vielleicht nicht immer nachvollziehen kannst, warum ich gerade so wütend bin. Es gibt immer einen Grund dafür, warum ich mich gerade so verhalte, wie ich mich verhalte.

Gibt es denn irgendwas, was ich für dich in solchen Momenten tun kann? Ich bin mir oft so unsicher, ob und wie ich dir helfen könnte.

Ich: Nein, nicht wirklich. Wenn ich wirklich in einen Meltdown (Wutausbruch) geraten bin, dann ist es am besten, wenn du einfach in meiner Nähe bleibst, aufpasst, dass nichts Schlimmeres passiert und abwartest, bis ich mich wieder beruhigt habe. In solchen Momenten ertrage ich nämlich meistens überhaupt keine Nähe und Berührungen. Diese bringen mich nur weiter in den Meltdown (Wutausbruch). Genauso wenig ertrage ich es, wenn du versuchst auf mich einzureden. Auch wenn du es letztendlich nur gut meinst.

Wie stellst du dir unsere gemeinsame Zukunft vor?

Ich: Ich wünsche mir im Moment nichts sehnlicher, als dich in naher Zukunft zu heiraten, mit dir zwei - nein, am besten drei - Kinder zu bekommen und irgendwo ein kleines Häuschen zu bauen oder zu kaufen. Das wäre schön. Außerdem möchte ich mit dir gerne noch die eine oder andere Reise unternehmen. :)

Kannst du dich eigentlich noch an unseren ersten gemeinsamen Kinofilm erinnern?

Ich: Oh ja! Das war Hitch – Der Date Doktor. Diesen Film haben wir uns gemeinsam Ostern 2005 im Kino in Flensburg angesehen, als ich gemeinsam mit meiner Familie das allererste Mal bei euch oben zu Besuch gewesen bin. Ich weiß noch, dass wir an diesem Tag den ganzen Kinosaal für uns allein hatten. Und einen riesengroßen Eimer Popcorn, den wir nicht einmal annähernd geschafft haben. Das werde ich nie vergessen. :D Allerdings ist es mir ein Rätsel, warum wir uns damals ausgerechnet diesen Film – eine romantische Komödie - ausgesucht haben. Eigentlich sehen wir uns beide doch meistens lieber irgendwelche Krimis, Thriller oder Animationsfilme im Kino an. Obwohl du zugeben musst, dass du schon so ein bisschen auf Liebesfilme stehst, ganz im Gegensatz zu mir. Ich sage nur: Elizabethtown. :D :)

… und zum Schluss noch, weil es so lustig ist: Gibt es ein Lied, dass dich an uns beide erinnert oder das du mit uns beiden verbindest?

Ich: Neben den Liedern „Mutt“ von Blink 182, „Bonnie und Clyde“ von den Toten Hosen und „All Star“ von Smash Mouth, die wir damals rauf und runter gehört haben, muss ich vor allem immer bei dem Lied „Heaven“ von The Walkmen an dich denken. Das Lied lief während der allerletzten Szene bei How I met your Mother, als Ted nach all den Jahren plötzlich mit dem blauen Horn vor der Wohnung von Robin steht, um ihr zu zeigen, dass er sie liebt und sie auch schon immer geliebt hat. Ich liebe, liebe, liebe diese Szene. Und ich liebe, liebe, liebe dieses Lied. Das könnte auch unser Lied sein. Deswegen würde ich es auch gerne auf unserer Hochzeit irgendwann mal spielen, kurz nachdem wir uns das Ja-Wort gegeben haben und gemeinsam Hand in Hand aus der Kirche in unser neues Leben als Ehepaar schreiten werden.

Nadine

2017/02/27

Abenteuer Medizinische Hochschule Hannover

Vor ein paar Tagen war ich in der Medizinischen Hochschule Hannover zu Besuch, um bei mir eine funktionelle Magnetresonanztomografie (fMRT) durchführen zu lassen. Doch keine Sorge: Mir geht es gut. Die Messung wurde im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie zu dem Thema „Multimodale Wahrnehmung“ durchgeführt, zu der ich kurz vor Weihnachten von der Medizinischen Hochschule per Post eingeladen wurde. Hierfür wurden vorrangig Menschen mit Schizophrenie, Menschen mit Asperger-Syndrom und Menschen mit Synästhesie gesucht. Ich habe nämlich, als ich dort vor etwas über vier Jahren meine Autismus-Diagnose im Rahmen der Asperger-Sprechstunde für Erwachsene erhalten habe, angegeben, dass ich gerne bei anstehenden wissenschaftlichen Studien kontaktiert werden möchte, um gegebenfalls daran teilzunehmen.

Radiologie Medizinische Hochschule Hannover

In der Radiologie der Medizinischen Hochschule angekommen, habe ich dort als erstes einen Mehrfachwahl-Wortschatz-Intelligenztest beantworten müssen. In diesem Test ging es darum, immer aus fünf ähnlich klingenden Worten, das Wort zu finden, welches tatsächlich existiert. Ich muss gestehen, ich kann leider im Nachhinein keine Beispiele mehr aus dem Test wiedergeben, da dieser doch sehr komplex gewesen ist. Doch in diesem Wikipedia-Artikel sind folgende drei Beispiele zu finden:

Oher – Ohr – Ehr – Ereh – Hor
Sukiff – Fasek – Siuke – Fiskus – Fuske
Nadir – Ridan – Nailer – Radin – Nidar

Danach ging es dann in die Röhre. Hierfür wurde ich, nachdem ich es mir auf der Liege gemütlich gemacht habe, mit einer MRT tauglichen Brille, Kopfhörern, einer Maske, einem Notfallknopf und einer Decke ausgestattet. Das muss wirklich lustig ausgesehen haben. Außerdem habe ich jeweils einen Drücker in meine rechte und in meine linke Hand bekommen. Denn während der Messung wurden mir mehrere kurze Videosequenzen vorgespielt, in denen einen Sprecherin Begriffe wie zum Beispiel „Hund“ oder „Tisch“ gesagt hat. Ich sollte dann daraufhin entscheiden, ob die genannten Begriffe lebendig oder nicht lebendig sind und mithilfe der Drücker in meinen Händen darauf antworten. Rechts stand für lebendig und links für nicht lebendig. Außerdem wurden noch ein paar Aufnahmen von meinem Kopf gemacht, bei denen ich einfach nur mit geschlossenen Augen weiterhin ruhig liegen bleiben sollte. Und das war es auch schon. Insgesamt lag ich 45 Minuten in der Röhre. Zum Schluss durfte ich noch die entstandenen Aufnahmen von meinem Kopf auf dem Computer im Raum nebenan ansehen und den beiden Versuchsleitern die eine oder andere Frage zu der wissenschaftlichen Studie stellen.

Das war ein richtiges kleines Abenteuer! Ich fand es wirklich spannend mal hinter die Kulissen schauen zu dürfen. Zudem bin ich so, so stolz auf mich, dass ich mich trotz all meiner Ängste getraut habe, an der wissenschaftlichen Studie teilzunehmen.

Anfang des neuen Jahres ist übrigens dieses wunderschöne Sternenlicht von dem kleinen Prinzen bei uns eingezogen und seitdem so gut wie jeden Abend im Einsatz. Es kann in orange, blau, grün oder abwechselnd leuchten. Auch am Abend nach dem Besuch in der Medizinischen Hochschule war es mal wieder im Einsatz, da es mir sehr hilft, vor allem abends nach einem langen Tag besser zur Ruhe zu kommen und mich entspannen zu können. Das ist fast ein bisschen wie snoezelen.

Sternenlicht Der kleine Prinz

Sternenlicht Der kleine Prinz

Sternenlicht Der kleine Prinz

Sternenlicht Der kleine Prinz

Nadine

2017/02/15

Über ein weiteres Lieblingsspiel, leckere selbstgebackene Berliner und das erste Mal Rummelpottlaufen - Unsere Woche an der Ostsee

Gleich am Dienstag nach den Weihnachtsfeiertagen haben Marc und ich uns wieder auf dem Weg in den hohen Norden gemacht, um für ein paar Tage seine Familie zu besuchen und mit ihnen gemeinsam den bevorstehenden Silvesterabend zu verbringen.

Dieses Jahr ist das Weihnachtsfest für Marc und mich übrigens ein ganz besonderes Weihnachtsfest gewesen. Marc und ich haben nämlich dieses Jahr das allererste Mal Heilig Abend und die zwei Weihnachtsfeiertage gemeinsam bei meiner Familie miteinander verbracht. Das gab es so bisher noch nie. Heilig Abend waren wir vormittags erst in einem kleinen Café frühstücken und haben dann abends gemeinsam mit meiner Schwester und meiner Oma, die auch bei meinen Eltern zu Besuch waren, die Bescherung und anschließend in kleiner gemütlicher Runde Raclette gemacht. Am ersten Weihnachtsfeiertag waren wir dann bei meiner Oma zum Abendessen eingeladen. Es gab schlesische Weißwurst mit Erbsenkraut, Kartoffeln und zerlassener Butter. Das ist das Lieblingsweihnachtsessen meines verstorbenen Opas gewesen. Und auch ich liebe es sehr! Danach haben wir seit langem mal wieder ein paar Runden Knack gespielt. Am zweiten Weihnachtsfeiertag war dann die restliche Familie zum traditionellen Pute essen bei meinen Eltern zu Besuch. Nach dem Essen haben wir dann alle zusammen noch mehrere Runden Mister Pups gespielt. Das Spiel haben meine beiden Cousins und meine kleine Cousine zu Weihnachten geschenkt bekommen und musste natürlich gleich ausprobiert werden. Doch auch wir Großen haben dabei ordentlich unseren Spaß gehabt.

Marc und ich

Weihnachtsbaum

Schmuckausgabe Harry Potter und die Kammer des Schreckens

Schlesische Weißwurst mit Erbsenkraut, Kartoffeln und zerlassener Butter

Mister Pups

Nun aber wieder zurück zum eigentlichen Post.

Genauso, wie letztes Jahr, herrschte die meiste Zeit oben an der Ostsee richtiges Shietwedder und anstatt den langersehnten Schneeflocken sind wieder einmal nur unzählige Regentropfen vom Himmel gefallen. Doch das war uns letztendlich auch egal. Marc und ich haben nach all dem Weihnachtstrubel einfach nur die freie Zeit gemeinsam miteinander genossen. Wir haben unser neues Spiel ausprobiert, welches wir uns gegenseitig zu Weihnachten geschenkt haben, beim alljährlichen Berliner backen geholfen und waren das erste Mal gemeinsam Rummelpottlaufen. Natürlich waren wir auch an unserem Lieblingsstrand zu Besuch. Doch seht selbst. Deshalb wünsche ich euch nun:

Viel Spaß beim Ansehen der vielen Bilder!

Gleich am Dienstag nach den Weihnachtsfeiertagen haben Marc und ich uns auf den Weg in den hohen Norden gemacht und auf der Autofahrt angefangen, unser neues Hörbuch „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ von Joachim Meyerhoff zu hören. Wir mussten so lachen! Joachim Meyerhoff ist einfach nur großartig!

Das ist übrigens Monty. Mein neuer Reisebegleiter. Benannt nach dem kleinen süßen Pinguin aus dem Weihnachtswerbespot von John Lewis. Diesen könnt ihr euch gerne hier noch einmal ansehen.

Reisekissen Pinguin

Am Mittwoch, unserem ersten freien Tag, haben wir als erstes einen kleinen Hofrundgang gemacht und anschließend bei den Ziegen im Stall vorbeigeschaut.

Burenziegen Ferienhof Fischer Sörup

Burenziegen Ferienhof Fischer Sörup

Burenziegen Ferienhof Fischer Sörup

Die Ziegen haben im Moment ein ganz weiches, flauschiges Fell. Wie ein Teddybär. Das hat sich total lustig angefühlt, diese zu streicheln.

Burenziegen Ferienhof Fischer Sörup

Danach haben wir voller Vorfreude endlich unser neues Spiel ausprobiert, welches Marc und ich uns gegenseitig zu Weihnachten geschenkt haben. Seitdem waren wir total im Cluedo-Fieber und haben uns jeden Tag mindestens einmal auf Verbrecherjagd begeben. :D

Cluedo

Am Donnerstag machten wir uns gleich morgens auf dem Weg nach Flensburg, um dort ganz gemütlich im Café Barista zu frühstücken und anschließend ein paar Silvestereinkäufe zu erledigen. Doch leider waren dort schon alle Plätze besetzt, sodass wir kurzfristig beschlossen haben, einfach beim Bäcker nebenan frühstücken zu gehen.

Frühstück von Allwörden Flensburg

Danach fuhren wir weiter in den Förde Park und in den CITTI-PARK, um nach einem Rummelpottkostüm für den Silvesterabend zu suchen und das eine oder andere Feuerwerk und Wunderkerzen zu kaufen.

Feuerwerk und Wunderkerzen

Am Freitag haben wir morgens fleißig Marcs Papa beim alljährlichen Berliner backen geholfen. Marcs Papa hat die Berliner im heißen Fett ausgebacken, Marc hat die Berliner mit Marmelade befüllt und ich habe die Berliner in den Zuckerguss oder in den Zucker getaucht. Das nenne ich mal echte Teamarbeit! :)

Berliner backen Ferienhof Fischer Sörup

Berliner backen Ferienhof Fischer Sörup

Bevor wir uns die frischgebackenen Berliner dann nachmittags zum Kaffee schmecken lassen haben, haben Marc und ich uns zwischenzeitlich noch auf dem Weg nach Kronsgaard gemacht, um dort noch ein bisschen frische Luft zu schnappen und am Strand spazieren zu gehen.





Kronsgaard

Kronsgaard

Kronsgaard

Kronsgaard

Kronsgaard

Kronsgaard

Kronsgaard

Den Silvesterabend am darauffolgenden Tag verbrachten wir gemeinsam mit Marcs Familie. Zuerst sind Marc und ich gemeinsam mit ein paar Nachbarn Rummelpottlaufen gewesen. Dies ist ein alter norddeutscher bzw. dänischer Brauch, bei dem Kinder und Erwachsene am frühen Silvesterabend verkleidet von Haustür zu Haustür ziehen, Lieder auf plattdeutsch oder dänisch singen und dafür Süßigkeiten oder auch ein Gläschen Schnaps bekommen. Marc hat sich dieses Jahr als Pirat verkleidet und ich als Katze. Allerdings sehen Marc und ich auf dem Bild schon etwas zersauselt aus. Am Silvesterabend herrschte dort oben nämlich richtiges Shietwedder. Aber das hat dem Spaß keinen Abbruch getan.

Rummelpottlaufen

Anschließend haben wir in kleiner gemütlicher Runde Fondue gemacht und danach einige Runden UNO und Skip-Bo gespielt, um die lange Wartezeit bis Mitternacht und dem lang ersehnten Feuerwerk etwas zu verkürzen.

Fondue

Fondue

Und dann war es auch schon so weit! Um Mitternacht haben wir draußen das wunderschöne bunte Feuerwerk am Himmel bewundert und das neue Jahr selbst mit dem einen oder anderen Feuerwerk und ganz vielen Wunderkerzen begrüßt.

Wunderkerze Kleeblatt

Am Neujahrsmorgen starteten wir dann ganz gemütlich mit einem Neujahrsfrühstück, welches in der alten Schule in Mohrkirch stattfand, in den Tag. Dort gab es frische Brötchen, Kaffee, Orangensaft, Rührei, Wurst, Käse, Honig, Marmelade, Joghurt, Müsli, Obst und noch vieles mehr. Eigentlich alles, was das Herz begehrt. Doch besonders gut haben mir die frischgebackenen Pancakes mit Kirschkompott geschmeckt.Schade, dass ich von dem großen Frühstücksbuffet gar keine Bilder gemacht habe. Das war wirklich lecker!

Den restlichen Nachmittag verbrachten wir damit, neben Cluedo, mal wieder eins, zwei Runden Scrabble zu spielen. Dieses haben wir uns, wie ihr ja vielleicht noch wisst, das Jahr davor gegenseitig zu Weihnachten geschenkt und zählt immer noch mit zu unseren absoluten Lieblingsspielen.

Scrabble

Am Montag nutzten wir das sonnige, fast schon frühlingshafte Wetter und machten uns noch einmal auf dem Weg zum Strand. Zuerst fuhren wir nach Falshöft und gingen dort ein Stündchen am Wasser längs spazieren.

Falshöft

Falshöft

Falshöft

Falshöft

Falshöft

Falshöft

Falshöft

Danach schauten wir noch einmal in Kronsgaard vorbei.

Kronsgaard

Am Dienstag machten wir uns mittags noch einmal auf den Weg nach Flensburg, um dort im Heimathafen zur Abwechslung mal die Käsespätzle mit Schnittlauch und dänischen Röstzwiebeln zu probieren. Diese habe ich, als wir das letzte Mal dort Burger essen waren, zufällig auf der Speisekarte entdeckt und wollte diese unbedingt einmal probieren. Ich liebe nämlich Käsespätzle!

Käsespätzle Heimathafen Flensburg

Am Mittwoch mussten wir uns dann leider schon wieder auf den Heimweg machen. Die Zeit dort oben ist mal wieder viel zu schnell vergangen. Ich hätte gut noch ein paar Tage mehr dort oben verbringen können. Doch um uns die Heimfahrt von Flensburg nach Hannover etwas zu versüßen, haben wir uns noch einmal leckere Berliner mit Vanillepudding vom Bäcker schmecken lassen und während der Autofahrt unser neues Hörbuch weitergehört.

Berliner mit Vanillepudding

Und das war sie auch schon: unsere Woche an der Ostsee.

Ich freue mich schon sehr auf unseren nächsten Besuch an der Ostsee im Frühjahr. Dieses Jahr erwarten die Burenziegen von Marcs Bruder nämlich erneut Nachwuchs. Die kleinen Ziegen sind immer so verspielt und verschmust. Das ist richtig süß! Vielleicht werden es dieses Jahr ja auch wieder kleine Osterlämmer, genauso wie letztes Jahr. :)

Nadine

2017/02/07

Meine Notfall-Kiste

Heute möchte ich euch gerne meine persönliche Notfall-Kiste etwas genauer vorstellen, die vor ein paar Wochen bei uns eingezogen ist und seitdem bei Notfällen jeglicher Art, vor allem, wenn ich in einen Overload (Reizüberflutung) oder in einen Meltdown (Wutausbruch) gerate, zum Einsatz kommt.

Notfallkiste

Auf die Idee mit der Notfall-Kiste hat mich meine Ergotherapeutin gebracht, als wir während der Ergotherapiestunden angefangen haben, eine Liste zu erstellen, in der wir erst die Anzeichen für einen Overload und einen Meltdown gesammelt und anschließend aufgeschrieben haben, woran ich diese merke und was ich dagegen tun kann.

Das Ziel der Notfall-Kiste ist es, möglichst schnell innere Spannungen abzubauen. Deshalb versuche ich immer, sobald ich merke, dass sich ein Overload oder auch ein Meltdown ankündigt oder ich einfach nur angespannt, ängstlich oder unkonzentriert bin, mit verschiedenen Gegenständen aus meiner Notfall-Kiste, die mir gut tun, dagegen an zu steuern, um mich so etwas abzulenken und mich wieder beruhigen zu können. Die Notfall-Kiste befindet sich immer griffbereit in unserem großen Bücherregal im Wohnzimmer – direkt neben all meinen Büchern zu dem Thema Autismus. Auch Marc weiß, wo die Notfall-Kiste zu finden ist und was diese beinhaltet, sodass auch er jederzeit während eines Overloads oder eines Meltdowns Gegenstände aus der Kiste für mich nutzen kann.

Derzeit befindet sich in meiner Notfall-Kiste:

  • meine Overload bzw. Meltdown Liste
  • ein Duschgel
  • ein Duschschaum
  • mehrere verschiedene Badezusätze
  • ein Massageöl
  • ein Igelball
    • weitere Massageutensilien
    • ein Buch
    • eine Entspannungs-CD mit Meeresgeräuschen
    • eine Packung Traubenzucker
    • eine Packung Ohropax
    • ein Döschen Notfall-Bonbons

    Demnächst möchte ich meine Notfall-Kiste gerne noch erweitern und mir unbedingt ein Thera-Band Übungsband zulegen. Das Thera-Band Übungsband ist ein aus Latex gefertigtes Gummiband, mit dem man verschiedene Fitnessübungen machen kann. Da ich in der letzten Zeit immer wieder so nervös, unruhig und angespannt gewesen bin, hat mir meine Ergotherapeutin damit verschiedene Übungen für die Arme und Beine gezeigt und mir dieses sogar für ein paar Tage ausgeliehen. Ich musste nämlich feststellen, dass es mir sehr gut tut, wenn ich in solchen Momenten, mit Druck- und Zugbewegungen dagegen an arbeite.

    Wichtig ist, den Inhalt der Notfall-Kiste regelmäßig zu überprüfen, ob dieser noch die gewünschte Wirkung erzielt. Deshalb sollten die Gegenstände von Zeit zu Zeit auch mal ausgetauscht oder gegen neue Gegenstände ersetzt werden.

    Nadine