2015/03/15

Das Persönliche Budget (4)

Es ist geschafft!

Mit der Hilfe von meiner Psychologin - die glücklicherweise sehr verständnisvoll reagierte - konnte ich den Bogen nun endlich ausfüllen. Sie ist am Freitag noch einmal in Ruhe (!) alle Fragen mit mir durchgegangen und hat mir dazu Stichpunkte aufgeschrieben. Diese habe ich dann das Wochenende über noch einmal zusammengefasst.

Gleich am Montag haben Marc und ich uns dann erneut auf den Weg zu meiner Psychiaterin gemacht. So schnell lasse ich mich nämlich nicht unterkriegen! Im Auto habe ich mich mit Marc schon auf sämtliche Diskussionen versucht vorzubereiten und den einen oder anderen Satz eingeübt. Doch das Gespräch lief ganz anders ab als erwartet. Keine Diskussion am Empfang. Dieses Mal durfte ich sogar kurz ins Sprechzimmer. Dennoch hat sie das, was ich ausgefüllt habe, nur grob überflogen. Ihre einzige Antwort darauf: „Gut, dass Sie alles so ausführlich ausgefüllt haben. Sie waren ja richtig fleißig.“ Ich weiß bis heute noch nicht, ob ich über diese beiden Sätze lachen oder weinen soll. Daraufhin fing sie an hier und da noch schnell ein paar Fragen von ihrem Teil auszufüllen. Bei vielen Fragen habe ich ihr noch helfen müssen, da sie kaum etwas über das Asperger-Syndrom wusste (wie leider die meisten Ärzte). Den Rest wollte sie mir dann die Tage per Post zukommen lassen.

Der Brief mit meinen Unterlagen landete tatsächlich nur drei Tage später in unserem Briefkasten. Doch das (nicht) Ausfüllen der Fachärztlichen Stellungnahme hat sich meine Psychiaterin – wie längst vermutet - gut bezahlen lassen. In dem Brief befand sich nämlich versehentlich in dreifacher Ausführung die Liquidation, die eigentlich für das Gesundheitsamt bestimmt gewesen ist.

Muss ich nichts mehr zu sagen, oder?

Letztendlich hätte ich mir einfach mehr Einfühlungsvermögen und Verständnis von meiner Psychiaterin gewünscht, einfach mehr Menschlichkeit. Ich kann zwar verstehen, dass sie nicht gleich sofort den Bogen ausfüllen konnte. Dafür kennt sie mich zu wenig. Doch warum hat sie nicht mit meiner Hilfe den Bogen ausgefüllt oder sich mit meiner Psychologin telefonisch auseinandergesetzt? Ihr ging es offenbar nur um das Geld. In Zukunft werde ich mich auf jeden Fall nach einer neuen Psychiaterin oder auch nach einem neuen Psychiater umhören. Ganz egal. Hauptsache ich muss dort nicht mehr hin.

Nun freue ich mich auf zwei Wochen Ostsee. Marc und ich werden nämlich die Osterfeiertage bei seinen Eltern verbringen. Mal wieder etwas anderes sehen und hören. Und vor allem ganz viel frische Meeresluft schnappen!

Nadine


P.S.: Im Moment läuft das Lied „Who needs you“ von The Orwells bei mir rauf und runter. Treffender könnte der Titel nicht sein.

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