2015/11/07

Über einen wunderschönen Landmarkt, einen Herbststurm und 700 Kg gesammelte Äpfel - Unsere Woche an der Ostsee

Wir waren Anfang Oktober mal wieder zu Besuch bei Marcs Familie an der Ostsee und haben dort eine richtige herbstliche Woche verbracht.

Viel Spaß beim Ansehen der vielen Bilder!

Am Sonntag besuchten Marc und ich den Landmarkt in Unewatt. Darauf habe ich mich schon lange gefreut.

Wir sind dort in der warmen Herbstsonne durch das Museumsdorf spaziert …

Landmarkt Unewatt

Landmarkt Unewatt

Landmarkt Unewatt

… haben die vielen schönen handgemachten Dinge bewundert …

Landmarkt Unewatt

Landmarkt Unewatt

… die vielen alten Autos, Trecker und Landmaschinen angesehen …

Oldie Landmarkt Unewatt

Oldie Landmarkt Unewatt

... das bunte Treiben beobachtet ...

Kutsche Landmarkt Unewatt

Landmarkt Unewatt

… mir eine neue kuschelige Mütze mit Sternenmotiv ausgesucht (natürlich in dunkelblau - was auch sonst?) …

Mütze Stern Landmarkt Unewatt

Trecker Landmarkt Unewatt

… erneut Eis aus Ziegenmilch von Jahnkes Ziegenkäse auf Strohballen sitzend gegessen und für sehr lecker befunden …

Eis aus Ziegenmilch Landmarkt Unewatt

... und einfach nur den schönen Herbsttag genossen.

Kürbisse Landmarkt Unewatt

Kürbisse Landmarkt Unewatt

Das war ein wirklich toller Nachmittag!

Am Dienstag haben wir uns auf dem Weg zu unserem Lieblingsstrand in Kronsgaard gemacht. Dort wurden wir von sehr starken Windböen und riesengroßen Wellen überrascht.

Kronsgaard

Kronsgaard

Kronsgaard

Ich habe unglaublich viel Spaß daran gehabt, mich vom Wind ordentlich durchpusten zu lassen und über die tosenden Wellen zu hüpfen. Solange bis meine Gummistiefel komplett unter Wasser standen und ich bis zu den Knien hoch nass geworden bin. Brrr, war das kalt!

Kronsgaard

Marc schaute dem Ganzen lieber aus sicherer Entfernung zu. Er hat nämlich ganz vergessen seine Gummistiefel mitzunehmen ... Wer kommt hier nochmal von der Küste? :D

Kronsgaard

Wieder Zuhause, wärmten wir uns mit einem Tee, einem Stück Kuchen und einer Wärmflasche wieder auf.

Das hatte fast ein bisschen was von einem Dänemark-Urlaub im Herbst gehabt.

Am Mittwoch sind Marc und ich nach Flensburg gefahren und stöberten dort eine ganze Weile in einem der vielen Bücherläden.

Buchladen Flensburg

Seit Dienstagnachmittag herrschte dort oben nämlich richtiges „Shietwedder“ und es regnete ununterbrochen.

Die meiste Zeit verbrachten wir in der Kinderbuchabteilung und sahen uns dort verschiedene Bilderbücher an. Unter anderem auch das Bilderbuch "Russell, das schlaflose Schaf" von Rob Scotton. So süß!

Mittlerweile habe ich auch Marc mit meiner Vorliebe für Bilderbücher angesteckt. :)

Bilderbuch Russell, das schlaflose Schaf

Anschließend haben wir uns einen großen Eisbecher gegönnt. Für Marc gab es einen Amarenabecher und für mich einen Krokantbecher ohne Likör und nur mit Haselnusseis.

Krokantbecher

Am Donnerstag haben wir uns erneut auf den Weg Richtung Kronsgaard gemacht, um dort am Strand Marcs alten Drachen steigen zu lassen. Diesen haben wir kurz bevor wir losgefahren sind wieder zwischen seinen alten Sachen ausgegraben.

Das hat wirklich Spaß gemacht!

Kronsgaard

Kronsgaard

Leider mussten wir nach einer halben Stunde den Drachen schon wieder einpacken und uns auf den Rückweg machen, da es sehr kalt und regnerisch war.

Kronsgaard

Doch den Drachen werden wir demnächst bestimmt mal wieder mit an den Strand nehmen.

Am Freitagvormittag habe ich, während Marc fleißig war und die Autoreifen wechselte, ein paar Kastanien gesammelt.

Kastanien

Kastanien

Kurz danach sind diese Bilder von der Wäscheleine im Garten entstanden.

Regentropfen Wäscheleine

Regentropfen Wäscheleine

Regentropfen Wäscheleine

Sind die vielen kleinen Regentropfen nicht wunderschön?

Am Nachmittag sind wir dann noch einmal nach Flensburg gefahren und haben im Café Barista vorbeigeschaut. Einem kleinen Café, in dem man Kaffee und selbstgemachte Kuchen und Torten wie in Omas Wohnzimmer genießen kann.

Café Barista Flensburg

Café Barista Flensburg

Ich habe mich dort auf Anhieb sehr wohl gefühlt.

Mit einem Kaffee für Marc, einer heißen weißen Schokolade für mich und zwei Kuchenstücken für uns beide, machten wir es uns dort gemütlich und schnackten eine ganze Weile über dies und das.

Käsekuchen mit Erdbeersoße Café Barista Flensburg

Auf dem Rückweg zum Auto haben wir zufällig dieses Schild in der nähe der Sankt Nikolaikirche entdeckt, worüber Marc und ich sehr schmunzeln mussten.

Schild Santa parking only

Am Samstag haben wir Marcs Familie geholfen, die vielen Apfel- und Birnenbäume im Obstgarten zu schütteln und all die Äpfel und Birnen zu sammeln.

Apfelbäume schütteln



Sämtliche Eimer und Jutesäcke, die wir finden konnten, befüllten wir mit den Äpfeln und Birnen.

Apfelbäume schütteln

Apfelbäume schütteln

Mit so vielen fleißigen Helfern erledigte sich die Arbeit fast im Nu.

Apfelbäume schütteln

Apfelbäume schütteln

Anschließend brachten wir all die gesammelten Äpfel und Birnen zu einer nahegelegenen Obstannahmestelle, welche das Obst zu Saft weiter verarbeiten.

Äpfel Mosterei

Wir haben an diesem Tag gemeinsam über 700 Kg Äpfel und Birnen gesammelt. Wahnsinn, oder?

Das war sie auch schon: unsere Woche an der Ostsee. Die Woche verging mal wieder viel zu schnell. Doch spätestens im Dezember werden wir wieder oben sein.

Nadine

2015/11/02

Rezept: Tiramisu

Mittlerweile wisst ihr ja, dass Marc und mein allerliebstes Lieblingsdessert Tiramisu ist.

Seitdem Marc vor drei Jahren von Flensburg nach Hannover gezogen ist und wir seinen Geburtstag gemeinsam feiern, mache ich jedes Jahr an seinem Geburtstag für uns beide Tiramisu zum Nachtisch.

Das gehört mittlerweile schon zu Marcs Geburtstag dazu und ist, so wie das Anzünden der Wunderkerzen, zu einem kleinen Geburtstagsritual geworden.

Doch die beiden Jahre, an denen ich bisher Tiramisu für Marc zum Geburtstag gemacht habe, habe ich das Tiramisu beide Male so richtig verhauen. Das erste Jahr habe ich versehentlich viel zu viel Kakao oben drauf getan, sodass es kaum noch genießbar gewesen ist. Und das zweite Jahr habe ich das Tiramisu ganze drei Mal hintereinander neu machen müssen, weil das Tiramisu jedes Mal viel zu flüssig geworden ist und eher einer Suppe glich. In dem blöden Rezept wurden nämlich ganze Eier verwendet, anstatt nur die Eigelbe, wie eigentlich üblich. Das konnte also gar nicht funktionieren. Doch in meinem Eifer habe ich es einfach gar nicht bemerkt, dass dort etwas mit den Angaben nicht stimmen könnte … Ein einziges Drama!

Deshalb habe ich mir dieses Jahr ganz fest vorgenommen, Marc das weltbeste Tiramisu zu seinem Geburtstag zu kredenzen. Alle guten Dinge sind schließlich drei. Und es ist mir tatsächlich gelungen!

Hier ist es also nun - das Rezept für das weltbeste Tiramisu, oder sagen wir einfach mal: ein Rezept das auch gelingt.

Ihr braucht:

4 frische Eigelb (auf gar keinen Fall 4 ganze Eier verwenden! :D)

4 EL Zucker

500 g Mascarpone

150 g Löffelbiskuits

200 ml kalter Espresso oder Kaffee

4 EL Marsala (nach Belieben)

2 EL Kakaopulver (wohl dosiert :D)

Und so geht's:

1. Die Eigelbe und den Zucker mit einem Handrührgerät mindestens 5 Minuten dickcremig schlagen. Die Mascarpone löffelweise unterrühren.

2. Den abgekühlten Espresso oder Kaffee mit dem Marsala mischen und in einen tiefen Teller geben. Die Hälfte der Löffelbiskuits kurz (1 – 2 Sekunden) darin eintauchen, in einer flachen Form (ca. 25 x 18 cm groß) nebeneinander legen und mit der Hälfte der Mascarponecreme bestreichen. Die übrigen Löffelbiskuits ebenfalls kurz in dem Espresso oder Kaffee eintauchen, auf die Mascarponecreme schichten und mit der übrigen Mascarponecreme bedecken.

3. Das Tiramisu mindestens 3 Stunden kalt stellen. Kurz vor dem Servieren mit dem Kakao bestäuben.

Guten Appetit! :)

Nadine

2015/10/23

Marcs 26. Geburtstag

Aus familiären Gründen sind wir Ende September ganz spontan für drei Tage an die Ostsee gefahren und haben unter anderem dort auch Marcs 26. Geburtstag gefeiert.

Wir begannen Marcs großen Tag mit einem gemütlichen Frühstück. Außerdem überreichte ich Marc mein Geburtstagsgeschenk. Er ist nun glücklicher Besitzer einer How I met your mother DVD.
Hihi. :)

Am Nachmittag machten wir uns dann mit unserer Strandmuschel, zwei Kuscheldecken und zwei Fassbrausen im Gepäck auf dem Weg zu unserem Lieblingsstrand.



Nachdem wir ein sonniges Plätzchen am Strand gefunden haben, haben wir …





... die mitgebrachten Wunderkerzen angezündet (das ist mittlerweile irgendwie schon zu einem kleinen Geburtstagsritual geworden) ...



... mit der Fassbrause auf Marcs neues Lebensjahr angestoßen (eigentlich hätte ich gerne mal einen Strandräuber probiert, doch diesen konnte ich leider auf die Schnelle in keinem Supermarkt finden) ...



... den Ausblick auf das Meer genossen und eine ganze Weile dem Rauschen der Wellen zugehört ...



... und mit den Füßen im Meer gebadet.







Den Abend haben wir gemeinsam mit Marcs Familie verbracht und sein Lieblingsessen gegessen: Würstchen mit Kartoffelsalat.

Schön war’s.

Ich werde diesen Tag immer in guter Erinnerung behalten.

Wieder zurück in Hannover, wollten Marc und ich die Woche darauf anlässlich seines Geburtstages noch einmal in das Wisentgehege Springe. Doch einen Tag vor dem geplanten Ausflug, rief meine Tante an und fragte, ob wir nicht genau dann ganz spontan auf meine kleine Cousine aufpassen könnten. Also haben wir sie einfach mitgenommen. :)

Nachdem wir meine kleine Cousine von der Schule abgeholt und ihr eine Kleinigkeit zum Mittag gekocht haben (bunte Nudeln mit Tomatensoße und einem Berg Parmesan obendrauf), machten wir uns auch schon auf dem Weg Richtung Wisentgehege.

Picknick Wisentgehege Springe

Im Wisentgehege angekommen, haben wir uns erst einmal einen Bollerwagen gekapert, um damit das Wisentgehege unsicher zu machen. Wir haben den Nachmittag über die vielen Tiere dort beobachtet, im Wald gepicknickt und einfach nur die warmen Sonnenstrahlen der Herbstsonne genossen.

Natürlich durfte auch ihr allerliebstes Lieblingskuscheltier mit.

Sorgenfresser Wisentgehege Springe

Am Abend, als wir wieder zu zweit waren, habe ich für uns noch etwas Leckeres gekocht. Es gab Steinpilz-Ravioli in Sahnesoße und zum Nachtisch Tiramisu. Dieses Jahr ist mir das Tiramisu endlich gelungen!

Nadine

2015/10/15

Ein Neuanfang

Es gibt gute Neuigkeiten.

Vor wenigen Tagen habe ich einen Termin in einem psychiatrischen Zentrum gehabt und dem dort behandelnden Arzt, einem Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, noch einmal meine derzeitige Situation geschildert.

Dieser reagierte glücklicherweise sehr verständnisvoll und machte mir den Vorschlag wieder mit Ergotherapie zu beginnen. Ich habe nämlich noch immer große Schwierigkeiten bestimmte alltägliche Aufgaben wie z.B. das Telefonieren zu erledigen, mit den immer wiederkehrenden Reizüberflutungen umzugehen, abzuschalten und zur Ruhe zu kommen oder auch mich längere Zeit auf etwas zu konzentrieren. Zudem möchte er sich dafür einsetzen, dass ich in naher Zukunft eine tiefenpsychologische Psychotherapie (was für ein kompliziertes Wort!) beginnen kann.

Doch es gibt noch mehr gute Neuigkeiten.

Ich habe bereits die ersten zwei Stunden Ergotherapie gehabt.

Das hat sich alles ganz kurzfristig entschieden. In der Praxis hat nämlich gerade zufällig eine neue Ergotherapeutin angefangen zu arbeiten und konnte dadurch den einen oder anderen Patienten von der Warteliste übernehmen. Unter anderem auch mich.

Die Aufregung war daher ziemlich groß!

Kurz vor dem anstehenden Termin bin ich noch einmal gemeinsam mit Marc den Weg zu der Praxis mit Bus und Stadtbahn abgefahren, da diese sich in einem Stadtteil befindet, in dem ich bisher kaum gewesen bin. So musste ich mir keine großen Gedanken mehr über den Weg dorthin machen und konnte mir vor Ort schon einmal einen ersten Eindruck von der Praxis verschaffen (Türen und Klingeln können manchmal zu meinen größten Feinden werden, wenn ich aufgeregt bin).

In den ersten beiden Stunden habe ich meiner Ergotherapeutin erst einmal ein bisschen was über mich erzählt. Daraufhin haben wir gemeinsam angefangen mithilfe eines Fragebogens Ziele zu erarbeiten und aufzuschreiben, die wir in den kommenden Stunden erreichen wollen. Außerdem hat sie mir noch einmal das Klopfen gezeigt. Eine Entspannungsübung, die ich z.B. durchführen kann, wenn ich aufgeregt bin.

Ich freue mich schon auf die weiteren Stunden dort und bin ganz gespannt, was noch alles auf mich zukommen wird.

Im Moment habe ich erst einmal 10 Stunden Ergotherapie à 60 – 75 Minuten verordnet bekommen. Doch weitere Stunden werden ganz sicher folgen.

Ein Neuanfang ist gemacht! Und das ist ein wirklich gutes Gefühl! Nun muss ich nur noch all meinen Mut zusammennehmen und bei der Psychotherapeutin anrufen, welche mir vom psychiatrischen Zentrum empfohlen wurde, um einen Termin für ein Erstgespräch zu machen. Aber das schaffe ich auch noch!

Das Angebot seitens des Persönlichen Budgets, die Kreativschule zu besuchen, habe ich übrigens erst einmal abgelehnt.

Nadine


Frittenbude – Die Möglichkeit eines Lamas

Ist das nun alles schwarz-weiß oder war es sehr bunt
Es ist nicht klug oder schlau, es geht um laut oder stumm
Und auch um ja oder nein, es geht um Mensch oder Maus
Es ist Tagaus und Tagein, einfach Tagein und Tagaus
Wie dieser Marathonlauf um den Platz an der Sonne
Und wir tragen ihn aus auch wenn wir niemals ankommen
Wir schlagen uns auch dazu die Nacht um die Ohren
Um nicht zu vergessen, zu wissen, sonst geht alles verloren
Wir haben es schon vor jenen Jahren gewusst
Das ist das hier und das jetzt, ist der erhabende Stuss
Der für uns die Welt ist, der für uns zählt und das fällt nicht
Mal so sehr aus dem Rahmen wie wir immer dachten
Es ist alles ganz einfach Kein Drama
Da ist er, der Wind, die Möglichkeit eines Lamas
Die nächste Phase, der nächste Abschnitt dieser endlosen Straße

Diese Straße, sie führt dich irgendwo hin
Vielleicht führt sie dich aber auch nirgendwo hin
Aber Nirgendwo muss ja auch irgendwo sein
Und irgendwann findet jeder mal Heim


Wir sind nicht immer dagegen, aber auch selten dafür
Was helfen uns Worte und Reden, man muss das Leben schon spürn'
Wir wollen mehr als euch lieb ist und geben mehr als wir können
Wir sind erst wirklich zufrieden wenn wir durchbrechen
Wenn wir ausbrechen, wir drängen hinaus, wir laufen hinab und rennen hinauf
Auf dem vom Tag warmen Dach über der schlafenden Stadt
Sind wir gelegen und träumten, was ist davon geblieben?
Wir wollten das Leben erleben, alle Monster und Riesen im
Armrücken besiegen, bis die Sonne uns auffrisst und am Ende ein Meer
Diese Straße ist alles, diese Straße ist mehr
Mehr als schwarz-weiß, mehr als nur Teer
Mehr als schwarz-weiß, mehr als nur Teer

Tage, Jahre fahren vorbei
Tage, Jahre. Tage, Jahre
Tage, Jahre. Tage, Jahre

Diese Straße, sie führt dich irgendwo hin
Vielleicht führt sie dich aber auch nirgendwo hin
Aber Nirgendwo muss ja auch irgendwo sein
Und irgendwann findet jeder mal Heim [2x]


2015/09/22

Unser Wochenende in Bad Pyrmont

Marc überraschte mich letztens einfach so mit zwei Karten für den Goldenen Sonntag, einem Lichterfest in Bad Pyrmont, und einer Übernachtung im Hotel.

Der Hyllige Born Bad Pyrmont

Die Freude darüber war riesengroß!

Nach all dem Stress mit dem Persönlichen Budget konnte ich die kleine Auszeit vom Alltag gut gebrauchen. Außerdem wollte ich unbedingt einmal wieder nach Bad Pyrmont. Denn vor genau drei Jahren habe ich dort nach meinem Zusammenbruch eine achtwöchige Reha in der AHG Psychosomatische Klinik Bad Pyrmont gemacht.

Bevor wir uns am Sonntag, den 06. September 2015, auf den Weg Richtung Bad Pyrmont gemacht haben, haben wir am Samstag noch die Einschulung meiner kleinen Cousine gefeiert. Dort war ich den ganzen Tag als „Fotografin“ unterwegs und habe ihren großen Tag mit meiner Kamera festgehalten.

Zuerst fand ein Gottesdienst in der Kirche statt, danach haben wir uns auf den Weg zur Schule gemacht und ein kleines Theaterstück über das Zählenlernen angesehen, welches die älteren Schüler der Grundschule vorgeführt haben. Und dann war es auch schon soweit: die zukünftigen Erstklässler wurden in die jeweiligen Klassen eingeteilt und haben daraufhin sogar schon ihre erste richtige Schulstunde gehabt. Den restlichen Tag haben wir gemeinsam mit der Familie bei meinem Onkel und meiner Tante zuhause verbracht.

Auch dieses Mal durfte ich für die Kaffeetafel einen Kuchen backen und überraschte meine kleine Cousine mit einem Schokoladenkuchen mit vielen bunten Smarties obendrauf.

Tafelkuchen mit Smarties

Die kleine Maus hat sich riesig über den Schokoladenkuchen gefreut. Sie hat den Kuchen sogar selber in Stücke geschnitten und ganz stolz an ihre Gäste verteilt. So süß!

Tafelkuchen mit Smarties

Tafelkuchen mit Smarties

Ein ganz besonderer Moment war für mich jedoch, als meine kleine Cousine, während sie mit den anderen Kindern vorne in der Turnhalle auf die Einschulungsfeier wartend saß und ich versucht habe ein paar weitere Fotos von ihr zu schießen, einfach so aufgestanden ist und mich ganz doll umarmt hat.

Da hat sich das Mutigsein gelohnt. Ein schöneres Dankeschön, kann man doch gar nicht bekommen. :)

Zurück zum eigentlichen Post.

In Bad Pyrmont angekommen, haben wir erst einmal unser Hotelzimmer bezogen. Das Hotel im Haus Hemmerich. Ein kleines, uriges Hotel im Herzen von Bad Pyrmont.

So sah unser Hotelzimmer aus.

Hotelzimmer Haus Hemmerich Bad Pyrmont

Hotelzimmer Haus Hemmerich Bad Pyrmont

Und das war unser Ausblick. Wir konnten direkt auf den Hylligen Born blicken. Eines der vielen Sehenswürdigkeiten von Bad Pyrmont.

Balkon Haus Hemmerich Bad Pyrmont

Leider war das Wetter sehr wechselhaft und regnerisch. Nur hin und wieder ließ sich die Sonne für ein paar Minuten blicken. Doch davon ließen wir uns nicht abhalten.

Mit einem großen Regenschirm in den Händen haltend, machten wir uns am Nachmittag auf dem Weg Richtung Bombergallee, um dort ein bisschen längs zu spazieren.

Mein absoluter Lieblingsort in Bad Pyrmont!

Bombergallee Bad Pyrmont

Bombergallee Bad Pyrmont

Bombergallee Bad Pyrmont

Die vielen großen, alten Bäume, die weit in den Himmel ragen, das einfallende Sonnenlicht, das bunte Herbstlaub … Wunderschön!

Dort könnte ich jedes Mal Stunden verweilen.

Bombergallee Bad Pyrmont

Bombergallee Bad Pyrmont

Natürlich haben wir auch bei der Klinik vorbeigeschaut. Die befindet sich nämlich direkt neben der Bombergallee.

Für einen kurzen Moment habe ich sogar Tränen in den Augen gehabt, als ich das erste Mal nach drei Jahren wieder vor der Klinik stand.

Für mich ist die Zeit in Bad Pyrmont etwas ganz Besonderes gewesen.

Es war zwar nicht immer einfach, doch ich werde die Zeit dort immer in guter Erinnerung behalten. Ich durfte damals so, so viele wunderbare Menschen kennenlernen. An dieser Stelle ganz liebe Grüße an mein damaliges Team und alle anderen, die in diesen acht Wochen in der Klinik gewesen sind. Ihr seid spitze!

AHG Psychosomatische Klinik Bad Pyrmont

AHG Psychosomatische Klinik Bad Pyrmont

AHG Psychosomatische Klinik Bad Pyrmont

Bombergallee Bad Pyrmont

Nachdem wir einige Zeit in der Bombergallee verbracht haben, haben wir uns wieder zurück auf den Weg Richtung Innenstadt gemacht, um dort von Geschäft zu Geschäft zu bummeln.

Die meisten Geschäfte in Bad Pyrmont haben nämlich auch sonntags geöffnet.

Bad Pyrmont

So sah übrigens das Hotel von außen aus.

Hotel Haus Hemmerich Bad Pyrmont

Hotel Haus Hemmerich Bad Pyrmont

Hotel Haus Hemmerich Bad Pyrmont

Zwischendurch mussten wir unbedingt noch einmal in der Wandelhalle das Wasser der verschiedenen Heilquellen probieren, die in ganz Bad Pyrmont sprudeln.

Wandelhalle Bad Pyrmont

Für ein paar Cent erhält man dort einen kleinen Plastikbecher, mit dem man die verschiedenen Wassersorten beliebig oft probieren kann.

Wandelhalle Bad Pyrmont


Wandelhalle Bad Pyrmont

Jedes Mal auf's Neue ein absoluter „Hochgenuss“. Öhöm. :)

Wandelhalle Bad Pyrmont

Am Abend machten wir uns dann auf den Weg zu einem kleinen Italiener in der Hauptallee, um dort meine geliebten Gnocchis in Vier-Käse-Soße zu essen, die ich dort schon oft während meiner Zeit in der Klinik gegessen habe.

Sehr zu empfehlen!

Allerdings habe ich mich nicht getraut von meinen Gnocchis ein Foto zu machen, da das Ambiente im Restaurant sowie die anderen Gäste es irgendwie nicht hergegeben haben. Zu nobel ... :D

Hauptallee Bad Pyrmont

Hauptallee Hemmerich Bad Pyrmont

Anschließend ging es in den Kurpark, wo der Goldene Sonntag stattfand.

Dort haben wir die unzähligen Lampions und Kerzen bewundert, mit denen der gesamte Kurpark geschmückt gewesen ist (ich meine mal gelesen zu haben, dass es über 15.000 Lichter sind), die „Firedancer“ mit ihrer Feuershow angesehen und natürlich auch das musikalische Höhenfeuerwerk. Das Highlight am Goldenen Sonntag.

An dieser Stelle möchte ich statt vieler Worte, einfach nur die Bilder für sich sprechen lassen.

Goldener Sonntag Bad Pyrmont

Goldener Sonntag Bad Pyrmont

Goldener Sonntag Bad Pyrmont

Goldener Sonntag Bad Pyrmont

Goldener Sonntag Bad Pyrmont

Goldener Sonntag Bad Pyrmont

Wunderschön, oder?

Wir haben sogar richtig Glück mit dem Wetter gehabt. Es fiel den ganzen Abend - im Gegensatz zum Nachmittag - nicht ein einziger Regentropfen vom Himmel.

Vielleicht schaffen wir es nächstes Jahr wieder zum Goldenen Sonntag.

Nadine


Diese Tasse mit dem kleinen Prinzen drauf, habe ich übrigens zufällig in einem kleinen Geschäft in Bad Pyrmont entdeckt, in dem es Haushaltswaren und Dekosachen zu kaufen gibt. Die musste unbedingt mit!

Meine neue Lieblingstasse! :)

Tasse Der kleine Prinz

2015/09/17

Das Persönliche Budget (6) oder auch die nie enden wollende Geschichte

In den letzten Wochen ist einiges passiert.

Ich habe Ende Juli endlich die Hilfekonferenz gehabt (nach über sieben Monaten Wartezeit, von Antragsstellung bis hin zu diesem alles entscheidenden Gespräch).

Gleich morgens haben Marc und ich uns auf dem Weg Richtung Hannover zum Sozialpsychiatrischen Dienst gemacht und dort etwas über eine Stunde lang mit einer Psychologin, einer Pädagogin und einer Angestellten von der Stadt, welche lediglich für den finanziellen Teil verantwortlich gewesen ist, an einem runden Tisch sitzend gesprochen. Erfolglos.

Mein Antrag auf das Persönliche Budget wurde abgelehnt. Als Begründung wurde uns genannt, dass die meisten von mir angegebenen Maßnahmen „medizinischer Natur“ seien und im Zuständigkeitsbereich der Krankenkasse liegen würden.

Doch das Problem ist, dass sich meine Krankenkasse leider für mich im Moment auch nicht zuständig fühlt. Diese übernehmen erst nach einer zweijährigen Therapiepause die Kosten für weitere Therapien wie z.B. Tiefenpsychologie, da ich ja gerade erst 80 Stunden Verhaltenstherapie gemacht habe.

Die Enttäuschung, Traurigkeit und Wut war (und ist auch immer noch) riesengroß. Wir haben sogar kurzzeitig die Hilfekonferenz unterbrechen müssen, da ich nichts mehr zu sagen wusste und mir nur noch die Tränen gelaufen sind. Mit solch einer Entscheidung habe ich überhaupt nicht gerechnet.

Um mich nicht komplett ohne etwas nach Hause zu schicken, wurde mir dann auf die Schnelle angeboten, dass ich die Kreativschule besuchen könne, da sie mit dieser Einrichtung zusammenarbeiten würden (so viel zum Thema Entscheidungsfreiheit). Zudem würde ich auch die dazugehörigen Fahrtkosten erstattet bekommen. Ich muss zugeben, dass ich nicht ganz davon abgeneigt bin, die Kreativschule zu besuchen, da ich bereits selbst vor der Hilfekonferenz auf die Kreativschule aufmerksam geworden bin, doch irgendwie ist das nicht das, was ich im Moment vorrangig brauche.

Seitdem hat sich in der Hinsicht kaum etwas getan. Zwar landete nach fast vier Wochen Wartezeit endlich der Ablehnungsbescheid in unserem Postkasten, doch eine Antwort auf meine E-Mail, in der ich noch einmal Fragen zu der Kreativschule und den dazugehörigen Fahrtkosten gestellt habe, habe ich bis heute noch nicht erhalten.

In den letzten Wochen ging es mir daher gar nicht gut und ich habe mich mal wieder sehr in meine eigene kleine Welt zurückgezogen. Die Art und Weise wie die Hilfekonferenz abgelaufen ist, die Ablehnung meines Antrags, das ewige Warten auf Nichts und vor allem das Gefühl versagt zu haben … zu viel!

Offenbar haben weder Marc, noch ich verstanden, was das Persönliche Budget ist und was genau es beinhaltet.

Das Gedankenkarussell drehte sich mal wieder unaufhörlich und die Fragen türmten sich nur so in meinem Kopf. Warum hat sich der Sozialpsychiatrische Dienst nicht früher bei mir gemeldet? Warum gibt es keine eindeutigen und verständlichen Informationen über das Persönliche Budget? Warum wissen selbst die Mitarbeiter vom Sozialpsychiatrischen Dienst nicht genau, was das Persönliche Budget ist und was es beinhaltet, wenn man danach fragt? Warum haben sie uns kein Informationsmaterial in Form eines Flyers, einer Broschüre oder ähnliches aushändigen können? Warum hat mich meine Neurologin nicht schon darauf hingewiesen, als sie die Fachärztliche Stellungnahme für den Antrag auf das Persönliche Budget ausgefüllt hat, dass ich mit den angegebenen Maßnahmen nichts erreichen werde? Warum lässt man mich so gegen die Wand laufen?

Da wird man irgendwie das Gefühl nicht los, dass gar nicht gewollt wird, dass man finanzielle Unterstützung erhält.

Fest steht: wir sind mal wieder kläglich im Behördendschungel gescheitert.

Ganz oft schwanke ich in den letzten Wochen zwischen „Jetzt erst recht!“ und „Ich will nicht mehr“ … wobei letzteres meist überwiegt. Das ist alles furchtbar frustrierend!

Nadine